Bundesnetzagentur verbietet Spionage-Puppe Cayla

Denise Bergert |
Die smarte Puppe „My friend Cayla“ belauscht Gespräche im Kinderzimmer. Sie darf in Deutschland nicht mehr verkauft werden.

Die Bundesnetzagentur hat die smarte Puppe „My friend Cayla“ als „verbotene Sendeanlage“ eingestuft und den Verkauf in Deutschland verboten . Anlass zum Verbot gab ein Rechtsgutachten von Stefan Hessel von der Universität des Saarlandes. Er hatte die Puppe nach der rechtlichen Vereinbarkeit mit dem Telekommunikationsgesetz untersucht. Der ungesicherte Zugriff auf das Mikrofon via Bluetooth erfüllte seinem Gutachten nach die Voraussetzungen für eine „verbotene Sendenanlage“. Eltern müssen die Puppe theoretisch sogar vernichten, um sich nicht strafbar zu machen.

Cayla verfügt über eine Mikrofon, Spracherkennung und einen Netzwerkzugang. Die zugehörige iOS- und Android-App nimmt per Bluetooth Verbindung zur Puppe auf. Cayla reagiert auf Fragen und gibt passende Antworten.

In den Augen von Verbraucherschützern stellt Cayla ein Sicherheitsrisiko dar. Jeder könne sich per Bluetooth mit der Puppe verbinden und über den Lautsprecher mit ihrer kleinen Besitzerin kommunizieren. Über das Mikrofon ließe sich zudem das Kinderzimmer belauschen. Die Verbindung ist komplett ungesichert.