Musik-Streaming

Google Music gratis: alle Songs in der Cloud

Peter Stelzel-Morawietz
Der Musikmarkt wird derzeit wieder einmal heftig durchgerüttelt: Der neue Trend nach den Streaming-Diensten wie Spotify und Co ist die eigene Musik-Cloud. Google Music ist völlig kostenlos, ein Affront gegen Apple und Amazon.

Keine Frage, die Online-Dienste zum Streamen von Musik sind ungemein praktisch: Für knapp zehn Euro im Monat kann man bei Spotify, Simfy, Rdio und Co so viel Musik hören, wie man möchte. Zudem ist das Repertoire mit 15 bis 20 Millionen Songs riesig. Was angesichts dieser Auswahl zunächst nicht nach viel klingt, summiert sich im Jahr doch auf immerhin fast 120 Euro.

„Warum soll ich aber für etwas zahlen, was ich ohnehin schon besitze?“, fragen sich die alldiejenigen, die überwiegend die eigene Musiksammlung hören.

Die Antwort auf diese Frage hat Apple schon im Dezember 2011 gegeben: Für knapp 25 Euro pro Jahr lassen sich in iTunes Match  sämtliche bei Apple gekaufte sowie 25.000 eigene Songs in der Apple-Cloud ablegen und – den Internet-Zugriff vorausgesetzt – von überall hören. Neun Monate später hat Amazon hierzulande mit seinem Amazon Cloud Player de facto das Gleiche gestartet. Der Preis ist beim US-Buchhändler mit 24,99 Euro fast identisch, allerdings speichert Amazon bei diesem Premium-Abo nicht mehr „nur“ 25.000 Songs, sondern die zehnfache Zahl, also 250.000.

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Apple war mit iTunes Match der erste Anbieter, der seinen Kunden das Auslagern der eigenen Musiksammlung in die Cloud offerierte.

Google Music bietet das Gleiche, kostet aber keinen Cent

Und nun das: Google bietet all das seit kurzem ebenfalls in Deutschland an, verlangt für die Nutzung von Google Music aber keinen Cent. Dafür lassen sich zwar ebenfalls „nur“ 20.000 Titel speichern und wieder abspielen, doch dies entspricht immerhin einer Datenmenge von fast 150 GByte auf der Festplatte. Außerdem gilt das Kontingent nur für die eigene Musik. Alben und Songs dagegen, die man im Play Store von Google gekauft hat, werden bei den 20.000 Titeln nicht mitgezählt.

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Die Musik lässt sich bei Google Music auch lokal speichern, um sie beispielsweise unterwegs ohne Internet-Verbindung hören zu können.

Noch nicht ganz so weit ist Microsoft. Zunächst hat der US-Software-Konzern Mitte Oktober 2012 mit Xbox Music einen Streaming-Dienst für die firmeneigene Spielekonsole gelauncht, wenige Tage später stand Xbox Music dann auch unten den neuen Betriebssystemen Windows 8 und Windows RT zur Verfügung.

Der Streaming-Dienst von Microsoft ist vollkommen kostenlos – zumindest in den ersten sechs Monaten, wie das Kleingedruckte im Web einschränkt. Wer mehr will, zahlt auch mehr: nämlich 9,99 US-Dollar monatlich. Dafür gibt es – derzeit nur in den USA – den Xbox Music Pass, mit dem man ebenfalls eigene Songs in die Microsoft-Cloud hochladen und mit Windows 8, Windows Phone 8 oder der Xbox überall anhören kann. Apps für Android und iOS wird es frühestens 2013 geben.

Automatische Erkennung: „Scan and Match“ macht den Unterschied

Doch es gibt noch einen entscheidenden Unterschied, weshalb Xbox Music beim Vergleich mit iTunes Match, Google Music und dem Amazon Cloud Player das Nachsehen hat. Das ist die automatische Titelerkennung in der eigenen Musiksammlung. Alle erkannten Songs werden sofort zum Hören freigegeben, ohne dass die Musikdateien in die Cloud hochgeladen werden müssen. Wollte man nämlich tatsächlich die Datenmenge von 150 GByte, die etwa 20.000 Musikstücken entsprechen, mit der bei DSL üblichen Upload-Bandbreite von einem MBit pro Sekunde hochladen, würde mehr als zwei Wochen dauern – also keine ernstzunehmende Alternative.

Bei Amazon, Apple und Google ist dies nicht nötig, weil alle drei Dienste die automatische Erkennung integriert haben. Bei Apple trägt dem schon die Bezeichnung iTunes Match Rechnung, bei Amazon scannt der im Cloud Player integrierte Music Importer die Musiksammlung auf der Festplatte daheim und bei Google übernimmt dies der Music Manager .

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Der Amazon Cloud Player erkennt wie seine Konkurrenten von Apple und Google die eigene Musik, so dass nicht alle Musikdateien tatsächlich in die Cloud hochgeladen werden müssen.

In der Praxis zeigt die automatische Erkennung bei keinem der drei getesteten Dienste ein einheitliches Bild. Manche Songs werden blitzschnell erkannt, bei anderen dauert das Matching seine Zeit und wieder andere Lieder müssen tatsächlich in die Cloud geladen werden – häufig fehlt hier vermutlich schlichtweg die Lizenz für die Wolke. Der Upload nimmt bei einem Stück von vier Minuten Länge und einer Datengröße von acht MByte mit einer DSL-Leitung gut eine Minute in Anspruch.

Unterschiede im Detail und Fazit

An der Qualität gibt es wenig zu mäkeln. Apple und Amazon stellen die Musik in der Cloud mit einer Bitrate von 256 KBit/s zur Verfügung, Google konvertiert Songs in den Formaten AAC, FLAC und Ogg Vorbis sogar in MP3-Dateien mit 320 KBit/s Bandbreite. Bei Apple und Amazon lässt sich zudem die Qualität der eigenen Musik aufbessern, indem man zunächst die eigene Sammlung abgleicht, dann die lokalen Dateien löscht und anschließend mit höherer Bitrate wieder aus der Cloud herunterlädt und erneut abspeichert. Bei Google gelang uns dies im Test nicht. Das Handling ist bei Amazon allerdings ziemlich umständlich, weil man für alle Aktionen gleich mehrere Tools benötigt.

Deutliche Unterschiede existieren schließlich bei den Abspielmöglichkeiten. Googles neuer Musikdienst läuft im Browser, für Android-Geräte existiert die native App Google Play Music , auf iOS-Gerät muss man sich mit Apps von Drittanbietern helfen: zum Beispiel gMusic , GoMusic oder der App for Google Music Free ebenso wie auf Handys mit Windows Phone mit der App Gooroovster .

Musik aus der Amazon Cloud lässt sich außer im Browser in Apps für iOS und Android sowie auf den firmeneigenen Kindle Fire Tablets abspielen. Der Apple-Dienst schließlich ist naturgemäß auf iTunes und die eigenen, mobilen Geräte beschränkt. Bei all dem muss es aber nicht bleiben. Insbesondere Hardware-Player wie Webradios lassen sich prinzipiell per Firmware-Update mit der einen oder anderen Streaming-Funktion nachrüsten.

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Einige Hardware-Player, darunter Webradios und Systeme zum Verteilen der Musik in der Wohnung, sind in der Lage, Musik von Streaming-Diensten oder aus der eigenen Cloud abzuspielen.

© Logitech

Fazit: Die eigene Musik-Cloud ist vom Ansatz her aus zwei Gründen richtig. Zum einen möchte niemand für etwas doppelt bezahlen. Die Streaming-Dienste wie Spotify, Simfy und Co mit einer monatlichen Gebühr von zehn Euro machen fürs Hören der eigenen Musiksammlung einfach keinen Sinn. Zum Zweiten ist der Speicherplatz gerade auf mobilen Geräten meist knapp. Dank Streaming aus der Wolke hat man die eigene Musiksammlung immer dabei – eine schnelle Internet-Verbindung und eine ausreichend große Daten-Flatrate vorausgesetzt.

 

 

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