Allround Finder von PAJ: GPS-Tracker im Test

Hans-Christian Dirscherl |
Mit dem GPS-Tracker Allround Finder von PAJ wissen Sie immer, wo sich das von Ihnen getrackte Auto, Wohnmobil, Haustier oder auch der Urlaubs-Koffer befindet. Im Test liefert der Tracker genaue Standortangaben und funktioniert grundsätzlich zuverlässig. Dank Push-Nachrichten entgeht Ihnen kein Alarm. Einige Fehlalarme gibt es aber auch.
image description

Allround Finder von PAJ: GPS-Tracker im Test

PAJ

Mit dem Komplettset für den Allround Finder von PAJ (neues Modell, wie es PAJ seit Ende November 2018 verkauft) können Sie den Standort von Fahrzeugen, Motorrädern oder Koffern auf einer Karte fast in Echtzeit verfolgen. Theoretisch können Sie damit auch die Route eines Hundes tracken, allerdings ist der GPS-Tracker relativ groß - 107,3 mm X 62,9 mm X 19,7 mm - und wiegt 130 Gramm. Zumindest kleine Hunde und so ziemlich jede Katze dürften den Allround Finder von PAJ als störend empfinden. Für die Haustier-Nachverfolgung empfiehlt sich eher ein kleinerer Tracker wie zum Beispiel der Trackimo, dessen Akkulautzeit allerdings deutlich kürzer als die des PAJ-Trackers ist.

Fazit: Solider und einfach bedienbarer GPS-Tracker

Pro: Der Allround Finder von PAJ hinterlässt einen guten Eindruck. Besonders gut gefällt uns, wie zeitnah er Veränderungen am überwachten Objekt meldet und wie übersichtlich die Kartendarstellung ist. Die Bedienung sowohl in der App als auch im Webbrowser ist denkbar einfach. Die Geofencing-Funktion des Trackers und die Routentracking klappen zuverlässig, auch die Benachrichtigungen per Mail sowie vor allem die Push-Nachrichten auf dem Smartphone treffen zuverlässig ein. Die Akku-Laufzeit erscheint uns völlig ausreichend.

Contra: Störend sind nur die gelegentlichen Fehlalarme aufgrund des sehr empfindlich eingestellten Sensors. Diese führen naturgemäß zu einer Abstumpfung beim Benutzer. Doch wenn man Alarme nicht mehr beachtet, sind sie überflüssig.

Sie können das Komplettset für den Allround Finder von PAJ hier für 99,99 Euro kaufen. Wichtig: Für die Nutzung der Datenverbindung und des Finderportals fällt zusätzlich eine monatliche Gebühr von 4,99 Euro an. Das Abo ist monatlich kündbar.

Im Lieferumfang sind enthalten: GPS-Tracker, Ladekabel mit Netzstecker, SIM-Karte und Kurzanleitung. Auf dieser Karte sehen Sie, welche Mobilfunknetze die SIM-Karte im Allround Finder von PAJ im jeweiligen Land verwendet.

Genaues Tracking: Wir verfolgten mit dem Allround Finder von PAJ einige Wochen lang unseren Wagen. Dabei bewies der GPS-Tracker, dass er sehr genau arbeitet. Wir konnten uns durchgehend den Standort unseres Wagens auf einer Open-Street-Map-Karte im Web-Browser oder in unserer Smartphone-App (für iOS und Android) anzeigen lassen. Und zwar im Menü-Reiter „Strecke“. Außerdem ist immer zusätzlich ein Link vorhanden, um sich den Trackerstandort auf Google Maps anzeigen zu lassen.

image description

Allround Finder von PAJ (neues Modell)

Unter dem Reiter „Info“ sehen Sie zudem, von wo das letzte Standortsignal kam und wann das war. Ebenfalls mit Direktlink zu Google Maps. 

image description

Zwei Ansichten aus der App.

Alarme für verschiedenen Zwecke: Unter dem dritten Reiter „Alarm“ können Sie zudem einstellen, zu welchen Ereignissen der GPS-Tracker Ihnen einen Alarm an die von Ihnen eingetragenen Mailadressen schicken soll. Beispielsweise einen Erschütterungsalarm, wenn der Tracker mechanisch bewegt wird. Dabei reicht es schon, wenn Sie den Tracker nur etwas anheben oder verrutschen, um einen Alarm auszulösen. Die Alarmierungen erreichen Sie per Mail. Es gibt also keine SMS-Benachrichtigung – dafür bietet PAJ andere GPS-Tracker an.

Einen weiteren Alarm gibt es, wenn der Akku leer wird. Außerdem gibt es einen Alarm, wenn eine bestimmte Geschwindigkeit überschritten wird – fährt der Nachwuchs mit dem leihweise überlassenen Familienauto schneller als vereinbart? Falls Sie diesen Alarm aktivieren, kann es auf Ihrem Smartphone lebhaft werden. Denn der Tracker verschickt dann bei jeder neuen Geschwindigkeitsüberschreitung einen Push und eine Mail. Wenn Sie also binnen fünf Minuten durch Abbremsen und Beschleunigen fünf Mal unter und danach wieder über die eingestellte Alarmierungsgeschwindigkeit kommen, dann erhalten Sie auch fünf Pushnachrichten und Mails.

Sinnvoll ist auch der Geofencing-Alarm, wenn der Tracker einen von Ihnen festgelegten Radius rund um seinen Standort verlässt. Hier stehen zwischen 100 und 1000 Meter Radius rund um den aktuellen Standort zur Auswahl. Sie können den Radius sowohl in der App als auch im Browser festlegen.

image description

Die Kartenansicht im Webbrowser.

Gut: Die Alarme trafen im Test immer binnen weniger Minuten nach Auslösung ein. Noch besser: Sie erhalten zu jedem Alarm eine kurze Push-Nachricht auf Ihr Smartphone. So entgeht Ihnen kein Alarm und Sie können sofort die Details zum Alarm in der ausführlicheren Mail nachlesen.

Auch Fehlalarme: Allerdings sendete uns der Allround Finder von PAJ mehr Alarme, als er offensichtlich sollte. Denn in mindestens zwei Fällen erhielten wir einen Erschütterungsalarm ohne erkennbaren Grund: Einmal als unser Wagen in der Verlagstiefgarage stand, und einmal, als unser Wagen auf einem Parkplatz in einer verkehrsberuhigten Zone stand. Beide Male war aber nichts an unserem Wagen: Weder hatten wir die Fahrzeugtür geöffnet (geschweige denn den Tracker bewegt, wir befanden uns beide Male rund hundert Meter entfernt), noch war jemand gegen unseren Wagen gefahren. Auch auf Amazon kritisierte ein Käufer Fehlalarme. PAJ bestätigte uns, dass der Erschütterungsalarm auf sehr empfindlich eingestellt ist und der Nutzer derzeit keine Möglichkeit habe, die Empfindlichkeit des Alarms zu beeinflussen.

Hardware: Das Gerät macht einen solide verarbeiteten Eindruck. Am Tracker (das vor Ende November 2018 verkaufte Modell sah geringfügig anders aus) befinden sich Gummi-geschützte Einschübe für SIM-Karte, microUSB-Anschluss (zum Aufladen des Akkus), Ein-/Aus-Schalter und SOS-Taste. Eine kleine, blau blinkende LED signalisiert ein vorhandenes GPS-Signal, eine grün blinkende LED eine bestehende GPRS-Mobilfunkverbindung. Blinken beide LEDs nicht und leuchten sie auch nicht, sind sie im Standby-Modus. Leuchtet dagegen die blaue LED durchgehend, ist der Empfang gestört. Blinkt eine rote LED, dann geht der Akkustand zur Neige. Leuchte die rote LED durchgehend, lädt der Akku. Eine Magnethalterung integriert PAJ nicht in seinen Tracker.

image description

Allround Finder von PAJ (neues Modell)

Damit ein GPS-Tracker funktioniert, muss er natürlich ein GPS-Signal empfangen und ein Mobilfunksignal (via GSM/GPRS) verschicken können. Das klappte im Test passabel, selbst im ersten Untergeschoß einer Tiefgarage hatte der Tracker noch durchgehenden GPS- und Mobilfunkempfang. Allerdings müssen Sie davon ausgehen, dass Profi-Auto-Diebe mit einem Jammer das Signal des GPS-Trackers stören. In solchen Fällen dürfte der Tracker also kaum helfen. Eher schon dient er als Warninstrument bei Parkremplern oder wenn weniger professionelle Diebe Ihr Auto stehlen wollen.

Hinweis: Beim Transport in einem Koffer in einem Passagierflugzeug bricht der Empfang spätestens beim Einladen des Koffers in das Flugzeug ab. Der Tracker meldet sich dann zurück, sobald der GPS-Tracker das Flugzeug am Bestimmungsort verlässt.

Akku-Laufzeit: Der Hersteller nennt für den Durchschnittseinsatz eine maximale Akku-Laufzeit 20 Tage im Standby. Muss der Tracker aber häufiger seinen Standort senden, dann reduziert sich die Akku-Laufzeit natürlich. Im Test zeigte sich, dass der Akku des PAJ-Trackers länger durchhält als der des - allerdings schon etwas älteren und deutlich kleineren - Trackimo. Insgesamt waren wir mit der Akku-Laufzeit angesichts der doch häufigen Erschütterungs- und Geschwindigkeitsalarme sehr zufrieden.

Der GPS-Tracker verkraftet im Betrieb laut Hersteller Temperaturen zwischen -10 und +55 Grad. Sowie eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 95 Prozent. Gegen Feuchtigkeit und Wasser ist der Tracker aber nicht geschützt. Den Akku können Sie nicht selbst tauschen.

Abo pausieren lassen: Sollte das Tracking-Portal nur für eine gewisse Zeit benötigt werden, wie etwa für einen Oldtimer oder ein Boot im Sommer, dann kann man das Abo pausieren lassen und muss in dieser Zeit die Gebühren nicht bezahlen. Es ist auch möglich die SIM-Karte gegen eine andere auszutauschen, jedoch muss die APN-Einstellung hierfür die gleiche sein. Sollte jedoch das Abo gekündigt werden, dann kann sich der Nutzer nicht mehr im Portal einloggen und den Tracker somit nicht mehr verfolgen.

Wichtig: PAJ verbaut im Allround Finder seit März 2018 kein Mikrofon mehr. Dieses Gerät bietet also keine - illegale - Abhörfunktion und ist somit konform zu den Vorgaben der Bundesnetzagentur, wie PAJ verspricht .Allerdings sind nicht alle GPS-Tracker von PAJ ohne Mikrofon. Im Professional Finder in der SMS Variante gibt es durchaus ein Mikrofon. Hierzu hat PAJ laut eigenen Angaben aber eine offizielle Genehmigung der Bundesnetzagentur. Der Grund hierfür ist, dass das Mikrofon deutlich sichtbar von außen angebracht ist.

Aufgepasst: Ältere Allround Finder von PAJ, die zwischen März 2017 und März 2018 verkauft und noch nicht umgerüstet wurden, sind in Deutschland illegal (alle Geräte, die noch älter sind, werden von der Bundesnetzagentur nicht mehr berücksichtigt, wie uns PAJ erklärte). Falls Sie also zum Beispiel auf eBay ein älteres Modell des Allround Finder kaufen wollen, so vergewissern Sie sich, dass dessen Mikrofon vorschriftsgemäß ausgebaut und das Firmware-Update aufgespielt wurde.

Tracking von Personen: Sie dürfen keinesfalls Menschen ohne deren Zustimmung tracken. Das gilt auch für Kinder: Jugendliche haben spätestens ab dem 14. Lebensjahr das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Trotzdem könnte ein GPS-Tracker gerade in Zusammenhang mit Kindern hilfreich sein. Damit können Eltern nachvollziehen, welchen Weg ihr Schulkind genommen hat und ob es schon in der Schule angekommen oder bereits wieder auf dem Nachhauseweg ist. Gegebenenfalls können Sie mit einem Tracker auch eine verloren gegangene Schultasche wieder aufspüren. Fairerweise sollten Eltern aber mit ihren Kindern über die Verwendung des GPS-Trackers vor dem Einsatz reden und deren Zustimmung einholen.

Sie können das Komplettset für den Allround Finder von PAJ hier im Online-Shop des Herstellers für 99,99 Euro kaufen . Oder alternativ: PAJ GPS Allround Finder GPS Tracker bei Amazon für 99,99 Euro kaufen. Wichtig: Für die Nutzung der Datenverbindung und des Finderportals fällt zusätzlich eine monatliche Gebühr von 4,99 Euro an. Das Abo ist monatlich kündbar.

Im Lieferumfang sind enthalten: GPS-Tracker, Ladekabel mit Netzstecker, Schutztasche, SIM-Karte und Kurzanleitung. Auf dieser Karte sehen Sie, welche Mobilfunknetze die SIM-Karte im Allround Finder von PAJ im jeweiligen Land verwendet.

GPS-Tracker für Autos, Kinder & Gepäck: Trackimo im Test

GPS-Tracker als günstiger Diebstahlschutz für Auto und Fahrrad