Bitdefender Home Scanner testet Heimnetz auf Schwachstellen

Arne Arnold |
Der Sicherheitshersteller Bitdefender hat ein kostenloses Tool für Heimnetzwerke bereitgestellt. Sie installieren es auf einem Windows-Computer und scannen von dort aus das Netzwerk.
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Bitdefender Home Scanner testet Heimnetz auf Schwachstellen

Bitdefender

Das Programm geht dabei recht gründlich zur Sache. So versucht es beispielsweise, sich mithilfe von Standardpasswörtern in Ihren Router einzuloggen. Dieser Test ist wichtig, da auch Angreifer so vorgehen. Sollte Ihr Router tatsächlich nur mittels Standardpasswort geschützt sein, würde der Bitdefender Home Scanner das nur protokollieren und später in der Zusammenfassung der Testergebnisse für das Gerät melden.

Wichtig: Der Bitdefender Home Scanner kann auch vorübergehend Schaden in Ihrem Heimnetz anrichten. Konkret kann Ihr Router den PC mit dem Bitdefender Home Scanner zeitweise sperren. Dieser Rechner hat dann weder Zugang zum Internet noch zum Heimnetz. Die Sperre tritt jeweils in Kraft, wenn Ihr Router den „Angriffsversuch“ von Bitdefender Home Scanner erkennt und anschließend die Ursprungs-IP-Adresse blockt. Wenn das bei Ihnen passieren sollte, müssen Sie sich über ein anderes Gerät (Smartphone, Tablet, Zweitrechner) im Router anmelden und die Sperre wieder aufheben. Die meisten Heimrouter verfügen allerdings nicht über so eine automatische Angriffserkennung.

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Die Installation von Bitdefender Home Scanner geht schnell vonstatten. Anschließend ist eine einfache Registrierung bei Bitdefender fällig.

So geht’s: Nach der Installation müssen Sie sich über die Software bei Bitdefender registrieren. Erst danach ist ein Scan des Netzwerks möglich. Sie müssen außerdem noch zwei Mal bestätigen, dass es sich tatsächlich um Ihr Netzwerk und um Ihren Router oder Access Point handelt, bevor der Scan startet. Der Grund: In den meisten Ländern ist es gesetzlich verboten, fremde Netzwerke auf Schwachstellen hin zu untersuchen – es sei denn, man handelt im Auftrag des Netzwerkinhabers. Je nach Anzahl der Netzwerkgeräte dauert der Scanvorgang einige Zeit.

Das leistet der Bitdefender Home Scanner: Das Programm scannt sämtliche am Netzwerk angeschlossene Geräte wie PCs, NAS, mobile Geräte und smarte Geräte wie etwa Smart-TVs oder Webcams. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Geräte Windows, Linux, Mac, Android, iOS oder ein anderes System verwenden. Zu den untersuchenden Maßnahmen von Bitdefender Home Scanner zählt ein Portscan, der Hinweise auf sogenannte Backdoors liefern kann. In diesem Fall hat ein Schadcode (Backdoor) bereits ein Gerät befallen und hält einen Port für Befehle aus dem Internet offen. Darüber hinaus sucht das Tool nach Log-in-Möglichkeiten in Geräten und testet diese auf Standardpasswörter und einfache Log-in- Daten, bei denen das Passwort etwa „12345678“ lautet.

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Der Scan des eigenen Netzwerks kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Sobald der Bitdefender Home Scanner fertig ist, informiert das Tool mit einer Nachricht.

Abschließend liefert Ihnen das Tool zu jedem Gerät einen Bericht und zeigt darin sowohl die gefundenen Basisinfos als auch mögliche Schwachstellen an. Teilweise meldet Bitdefender Home Scanner auch veraltete Firmware von Geräten. Im Test konnte das Tool in unserem Heimnetz jedoch keine nennenswerten Ergebnisse liefern. Es zeigte lediglich Gerätenamen sowie IP- und Mac-Adresse an. Warum der Scan so mager ausfiel, blieb unklar.

Tipp: Ein vorhandenes WLAN verbessern oder absichern, neue WLANs aufspüren: Bei diesen Aufgaben helfen Ihnen kleine Tools schnell weiter. PC-WELT stellt die besten vor.