Gaming-CPUs für jeden Geldbeutel von 70 bis 770 Euro

Mit der 12. Baureihe der Core-Prozessoren gelingt Intels Comeback - der Halbleiterriese ist jetzt wieder auf Augenhöhe mit AMD. Das Duell der schnellsten Gaming-CPU ( hier geht's zum Test ) zwischen dem AMD Ryzen 7 5800X3D (ab 480 Euro) und dem Intel Core i9-12900KF (ab 570 Euro) gewinnt jedoch der AMD-Prozessor - wenn auch knapp. Vorteile hat AMD auch bei den Plattformkosten: Für die Baureihe AMD Ryzen 5000 (Link zum Test) sind passende Mainboards günstiger zu haben als für die 12.Core-Generation von Intel. Die AMD-Prozessoren bieten zudem meist die bessere Multicore-Performance pro Euro.

Mit attraktiven Preisen lockt Intels 11. Core-Generation "Rocket Lake" (Link zum Test) - alle CPUs bringen 6 oder 8 Kerne mit und unterstützten Hyperthreading - können also doppelt so viele Aufgaben gleichzeitig abarbeiten.
Ein guter Zeitpunkt also, um das Angebot von AMD und Intel zu vergleichen. Mit unseren Empfehlungen finden Sie den idealen Gaming-Prozessor für jeden Geldbeutel. Gleich im Anschluss haben wir noch die wichtigesten Tipps zusammengefasst, die Sie beim CPU-Kauf berücksichtigen sollten.

Gaming-CPU für Einsteiger

Intel Core i3-10105F
+ hohe Taktrate (3,7 bis 4,4 GHz)
+ 8 Threads
- Multiplikator nicht frei wählbar
- nur 4 CPU-Kerne

Gaming-CPU für Einsteiger mit integriertem Grafikchip

AMD Ryzen 5 5600G
+ hohe Taktrate (3,9 bis 4,4 GHz)
+ mit spieletauglicher Onboard-Grafik (Radeon mit 7CU/448SP bei 1,9 GHz)
+ sechs CPU-Kerne / 12 Threads
+ Multiplikator frei wählbar

Preis-Leistungs-Tipp

AMD Ryzen 5 5500

+ hohe Taktrate (3,6 bis 4,2 GHz)
+ 6 CPU-Kerne / 12 Threads
+ 24 PCIe 4.0 Lanes
+ Multiplikator frei wählbar

Intel Core i5-11400F
+ hohe Taktrate (2,6 bis 4,4 GHz)
+ 6 CPU-Kerne / 12 Threads
+ effiziente CPU-Architektur Rocket-Lake-S
+ 20 PCIe 4.0 Lanes
- Multiplikator nicht frei wählbar

CPU-Test: Die besten Desktop-Prozessoren im großen Vergleich

Zukunftssichere Gaming-CPUs

AMD Ryzen 9 5900X
+ sehr hohe Taktrate (3,7 bis 4,8 GHz)
+ 12 CPU-Kerne / 24 Threads
+ 24 PCIe 4.0 Lanes
+ Multiplikator frei wählbar
- teuer

Intel Core i7-12700K
+ sehr hohe Taktrate (3,6 bis 5 GHz)
+ 12 CPU-Kerne / 20 Threads
+ effiziente CPU-Architektur Alder Lake-S
+ 16x PCIe 5.0, 4x PCIe 4.0
+ Multiplikator frei wählbar
- teuer

Beste Gaming-CPU

AMD Ryzen 7 5800X3D
+ sehr hohe Taktrate (3,4 bis 4,5 GHz)
+ 8 CPU-Kerne / 16 Threads
+ 24 PCIe 4.0 Lanes
+ Multiplikator frei wählbar
-  teuer

Intel Core i9-12900KS
+ sehr hohe Taktrate (3,4 bis 5,5 GHz)
+ 16 CPU-Kerne / 24 Threads 
+ Multiplikator frei wählbar
+ 16x PCIe 5.0, 4x PCIe 4.0
- sehr teuer

Kaufberatung: Gaming-CPUs

Klar: Je besser die Grafikkarte, desto flüssiger laufen Spiele und desto höher können Sie die Qualitätseinstellungen schrauben. Aber die CPU muss zur Grafikarte passen, sonst bremst der Prozessor die Grafikkarte aus. Als grobe Faustregel gilt: Für einen vernünftigen Gaming-PC sollten rund 60 Prozent Ihres Gesamt-Budgets im Verhältnis 2:1 in die Grakfikkarten-CPU-Kombination fließen. Bei einem 1000-Euro-PC stecken Sie beispielsweise 400 Euro in die Grafikkarte und circa 200 Euro in die CPU - "normale" Grafikkartenpreise vorausgesetzt.

Wer aktuell die unverschämte Preistreiberei bei Grafikkarten nicht mitmachen will, holt sich für rund 230 Euro den AMD Ryzen 5 5600G mit spieletauglichen Onboard-Grafikchip und rüstet später mit einer Grafikkarte nach. Allerdings eignet sich der 5600G im Test nur fürs Zocken in Full-HD, zudem müssen Sie bei grafisch anspruchsvollen Spielen die Bildqualität herunterschrauben.

Das sollte eine Gaming-CPU können

Hoher Takt: Wichtigestes Kriterium für einen Gaming-Prozessor ist immer noch eine möglichst hohe Taktfrequenz. Mindestens 3 GHz sollten es schon sein, ideal sind Frequenzen ab 4 GHz. Aufgrund der unterschiedlichen Microprozessor-Architektur ist ein direkter Vergleich der Taktraten, oder besser gesagt der Befehle/Taktzyklus (IPC = Instructions per Cycle) zwischen AMD und Intel schwierig. Ganz grob lässt sich sagen, das Intel bei der 12. Core-Generation den höchsten IPC-Wert erreicht. Gegenüber der 11. Core-Generation schneidet der Ryzen 5000 etwas besser ab.

Gute Übertaktbarkeit: Achten Sie beim Kauf einer Gaming-CPU auf die Übertaktungseigenschaften, um die Taktrate noch höher zu schrauben als dies der Hersteller vorgesehen hat. Zu den direkten Faktoren gehören hier ein frei wählbarer Multiplikator, der das Übertakten sehr einfach macht. Bei Intel ist das etwa bei allen Extreme Editions und Modellen mit einem "K" der Fall, bei AMD besitzen alle Ryzen-Modelle einen frei wählbaren Multiplikator.

Zu den indirekten Faktoren gehört eine stärkere Kühlung. Die besten Ergebnisse erzielen Sie mit einer Wasserkühlung. Achten Sie aber auch auf eine gute Gehäusedurchlüftung, sonst bringt die beste Wasserkühlung nichts. Hilfreich beim Overclocking (OC) ist auch eine hochwertige Hauptplatine mit robusten Spannungswandlern und zahlreichen Einstellmöglichkeiten im UEFI, damit Sie auch das letzte Quentchen Leistung aus Ihrer CPU kitzeln können.

Mindestens 4 CPU-Kerne: Die meisten anspruchsvollen Spiele sind heutzutage auf vier bis sechs Prozessorkerne optimiert. Zukunftssicher sind allerdings erst CPUs mit mindestens acht Kerne, da wir glauben, das Octa-Cores in ein bis zwei Jahren zum Standard bei der Spieleentwicklung gehören werden. Dies hat zwei Gründe: Zum einen entwickelt die Gaming-Branche Spiele immer häufiger Plattform-übergreifend. Und in der aktuellen Konsolengeneration von Xbox Series X und PS 5 sind - wie schon in den Vorgänger-Konsolen - Achtkerner von AMD verbaut.

Zum anderen senkt die vergleichsweise günstige Ryzen-7-Baureihe den Einstiegspreis und sorgt so für eine zunehmende Verbreitung von Achtkern-CPUs. Für knapp 300 Euro bekommen Sie beispielsweise schon die Octa-Cores AMD Ryzen 7 5800X oder den Intel Core i7-11700F - virtuelle Achtkerner ( 4 Kerne mit SMT, also 8 Threads) wie der Intel Core i3-10100F sind sogar schon für unter 70 Euro zu haben. Für Spieleentwickler lohnt es sich also zunehmend, Games für mehr als vier CPU-Kerne zu optimieren.
Außerdem bieten mehr Kerne einen weiteren wichtigen Vorteil: Sie können mehr Programme effizienter parallel nutzen, ohne dabei das laufende Spiel auszubremsen, beispielsweise mit Team-Speak zocken, Spotify-Playlists anhören oder im Second Screen Whatsapp-Nachrichten lesen und YouTube-Videos abspielen.