Deutsche Telekom kündigt Zehntausende VDSL-Verträge

Hans-Christian Dirscherl |
Nur noch 16 Mbit/s statt 50 Mbit/s: Die Deutsche Telekom kündigt laut Medienberichten zehntausenden VDSL-Kunden die Verträge. Update: Bundesnetzagentur widerspricht Telekom und auch EWE sieht Schuld bei der Telekom.
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Deutsche Telekom kündigt Zehntausende VDSL-Verträge

IDG

Einige Zehntausend VDSL-Kunden der Deutschen Telekom erhalten derzeit unerfreuliche Post von ihrem Internetprovider. Denn die Deutsche Telekom kündigt mehreren 10.000 Kunden in Niedersachen den VDSL-Internetzugang, der Geschwindigkeiten bis zu 50 Mbit/s ermöglicht. Die bisherigen VDSL-Nutzer werden entweder bei der Telekom auf einen deutlich langsameren ADSL-Zugang mit maximal 16 Mbit/s zurückgestuft oder müssen den Internetzugangsprovider wechseln. Bestehende und offensichtlich seit Jahren genutzte Angebote wie MagentaZuhause M mit EntertainTV stehen dann nicht mehr zur Verfügung,

Das berichtet der NDR. Zudem machen betroffenen VDSL-Kunden ihrem Ärger auf Twitter Luft. Telekom-Mitarbeiter wiederum bestätigen die Kündigungen auf Twitter und bezeichnen das als „Entscheidung der Bundesnetzagentur“. 

Die Bundesnetzagentur hat dieser Darstellung eines Telekom-Mitarbeiters aber entschieden widersprochen: " Das sei alleine eine Entscheidung der Telekom":

Laut NDR sind Telekom-Kunden im Nordwesten Niedersachsens betroffen. Der Grund für die Kündigung beziehungsweise den Downgrade beim DSL-Tempo: Die Deutsche Telekom besitzt dort keine eigenen Leitungen, sondern muss die Leitungen des Energieversorgers EWE nutzen beziehungsweise mieten. Doch Telekom und EWE können sich nicht über die Nutzungsgebühren für die modernisierten Leitungen einigen beziehungsweise habe sich noch nicht auf einen neuen Vertrag einigen können. Deshalb muss die Deutsche Telekom ihren VDSL-Kunden nun kündigen, weil die Telekom bei den strittigen Leitungen künftig keine konkrete Geschwindigkeit mehr garantieren könne.

Allein im Versorgungsgebiet des EWE soll die Deutsche Telekom laut NDR rund 30.000 Kunden kündigen. Ein Telekomsprecher soll gegenüber dem NDR die Kündigungen grundsätzlich bestätigt haben, er wollte aber keine konkreten Zahlen nennen. Die Telekom sieht offensichtlich keinen anderen Ausweg als die Kündigung, wie man die Worte des Telekomsprechers interpretieren kann: "Wir machen das nicht aus Jux und Dollerei", zitiert der NDR den Telekomsprecher.

EWE hat gegenüber der Spiele-Zeitschrift Gamestar betont, dass „keinerlei Veranlassung bestehe, bestehende Verträge in den von EWE ausgebauten Nahbereichen zu kündigen. Alle jetzt angebotenen Bandbreiten werden auch zukünftig noch angeboten. EWE und Telekom haben auch bereits eine Vereinbarung geschlossen, die für den Großteil der Kunden in den Nahbereichen gilt.“

Der schwarze Peter liegt also offensichtlich bei der Deutschen Telekom...

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