Google Maps testet AR-Navigation während der Fahrt

Hans-Christian Dirscherl |
Google testet derzeit mit einigen Google-Maps-Nutzern das neue Feature AR-Navigation: Dabei blendet Google Maps Richtungs-Pfeile vor das Kamera-Bild.
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So sieht die AR-Navigation im MBUX der Mercedes A-Klasse aus.

IDG

Google testet derzeit mit einigen Google-Maps-Nutzern das neue Feature AR-Navigation, wie The Verge schreibt. Bereits auf der I/O 2018 zeigte Google das AR-Feature erstmals für Google Maps. Dafür nimmt Google Maps das Bild der Smartphone-Kamera und blendet darin in Echzeit Richtungspfeile ein.

Google Maps verbindet GPS-Daten mit Google-Street-View-Daten, um möglichst exakt den Standort des Nutzers zu bestimmen und dafür optimiert die Richtungspfeile auf das Kamera-Bild des Smartphones einzublenden. Diese Kamera-Ansicht stellt Google Maps aber nicht durchgehend zur Verfügung (hier verhält sich Google Maps also genauso wie zum Beispiel Garmin oder Mercedes mit ihren AR-Lösungen für die Navigation), sondern nur für jeweils kurze Zeitabschnitte, nach denen Google Maps wieder auf die Standardkartenansicht umschaltet. Damit soll offensichtlich verhindert werden, dass der Fahrer nur noch auf das Kamerabild auf seinem Smartphone starrt und nicht mehr nach vorne durch die Windschutzscheibe auf das Verkehrsgeschehen.

Google will die AR-Navigation erst dann für alle Google-Maps-Nutzer freischalten, wenn die Funktion Google genügend ausgereift erscheint. Dabei steht noch nicht fest, für welche Art von Einblendungen sich Google letztendlich entscheiden wird. Eine durchgehende Linie, die Google Maps auf der Fahrbahn einblenden könnte und der die Fahrer dann folgen sollten, lehnt Google ab. Die Fahrer würden diese Linie zu direkt folgen - und dabei möglicherweise gegen Verkehrsregeln verstoßen oder andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Blendet Google Maps dagegen Animationen ein, dann könnte das die Fahrer zu stark ablenken.

AR-Navigation gibt es schon in einigen PNDs, zum Beispiel bei der Garmin Nüvicam, oder auch im Navigationssystem von MBXU in der A-Klasse von Mercedes. Dabei wird an ausgewählten Streckenabschnitten, zum Beispiel vor und an Kreuzungen, das Kamera-Bild auf dem Touchscreen des MBUX-Infotainmentsystems eingeblendet und blaue Pfeile und Hinweisschilder zeigen dem Fahrer an, wie er fahren soll. Eine kleine Übersichtskarte befindet sich auf dem Touchscreen neben dem Kamerabild. Bei der Garmin Nüvicam nimmt das Kamerabild den gesamten Bildschirm ein.