Hacker bot Pläne zu US-Militär-Drohne im Darknet an

René Resch |
Ein Hacker stahl aus einer Air-Force-Basis Dokumente einer tödlichen US-Drohne und bot diese im Darknet zum Verkauf an.
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MQ-9-Reaper-Drohne der US Air Force

U.S. Air Force photo/Staff Sgt. Brian Ferguson - USAF Photographic Archives

Im Darknet ist ein Hacker aufgefallen, der recht brisante Informationen einer US-Air-Force-Drohne zum Verkauf für 200 US-Dollar anbot. Die Person hatte erst kurz zuvor ein neues Konto auf einer Hacking-Plattform eröffnet und direkt Screenshots ihrer Errungenschaft in das dazugehörige Forum gestellt: das Handbuch der MQ-9-Reaper-Drohne der US Air Force. Eine der gefährlichsten Drohnen, die weltweit existieren.

Experten konnten nach längerer Untersuchung die Echtheit der Dokumente bestätigen. Der Hacker hatte sich wohl über eine jetzt geschlossene FTP-Sicherheitslücke eines Netgear-Routers Zugriff auf die Creech Air-Force-Basis in Clark County im US-Bundesstaat Nevada verschafft. Durch diesen Zugang konnte der Hacker den Computer eines Air-Force-Captains infiltrieren und die brisanten Dokumente herunterladen. Unter den Dokumenten waren Wartungsbücher sowie eine Liste von Personal, das mit der Instandhaltung der Drohnen vertraut ist.

Laut dem Portal The Verge stellen diese Handbücher zwar keine klassifizierten Materialien dar, im Besitz des Feindes könnten solche Informationen jedoch Auskünfte über das technische Potenzial und Schwächen der Drohne vermitteln. Auch berichtete das Portal, dass der Captain, dessen Computer kompromittiert wurde, wohl erst im Februar an einem Cyber-Sicherheits-Kurs teilnahm und erforderliche Maßnahmen zur Verhinderung eines unbefugten Zugriffs hätte treffen müssen.

Die MQ-9-Reaper, eine der technologisch fortschrittlichsten Drohnen überhaupt, kann ferngesteuert oder auch autonom eingesetzt werden. Drohnen dieses Typs werden vom Pentagon, der US-Homeland-Security, der CIA und der NASA eingesetzt.

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