HomePod im Test: Toller Klang, Software und Services ausbaufähig

Peter Müller |
Ab heute kann man in Deutschland den Homepod bei Apple und bei Gravis bestellen. Siri funktioniert nun auch auf Deutsch.
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Homepod von Apple

Apple

Update vom 18.06.2018:

Seit heute ist der Homepod in den Stores in Deutschland, Frankreich und Kanada erhältlich. Die neuen Lautsprecher kann man aktuell in der App Apple Store bestellen, die Lieferung verzögert sich jedoch bis Mittwoch. Die Abholung in dem nächsten Apple-Geschäft ist ebenfalls nicht möglich. Ob das an einem großen Interesse der möglichen Käufer liegt, bleibt eher zu bezweifeln. Heute morgen sind die ersten Bilder von den mehreren Apple Stores in Deutschland und in Frankreich aufgetaucht – von den üblichen Schlangen keine Spur.

Here we go! #apple #homepod

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Erfreulich, aber durchaus zu erwarten: In den USA, Australien oder wie in unserem Fall in UK gekauften Homepods lässt sich die Sprache einfach auf Deutsch umstellen, langwierige Updates sind nicht nötig. Wir haben mit unserem UK-Homepod auch gleich ein paar Worte auf Deutsch gewechselt, die Erfahrung ist nicht viel anders als zuvor. Mit dem deutsch sprechenden Lautsprecher sind uns nun aber eher Vergleiche mit Amazons Echo-Systemen möglich – und ein wenig wider Erwarten schlägt sich Siri bei unseren ersten Smalltalks überraschend gut. Auf die Frage nach den Nachrichten lässt Siri zwar den Deutschlandfunk spielen, weist aber darauf hin, dass man sich auch von Tagesschau oder heute über die aktuelle Nachrichtenlage informieren lassen könnte - Alexa spielt gleich die Tagesschau in 100 Sekunden ab, ohne Alternativen zu nennen. Bei Fragen nach aktuellen oder vergangenen Fußballergebnissen nutzen beide eine etwas holperige Sprache, etwa: "Marokko liegt gegen Iran mit 0:0 gleichauf". Bei unserem ersten Versuch, etwas über das spektakuläre Spiel vom Freitag zu erfahren, meint Siri zunächst, wir hätten Interesse am Wikipedia-Artikel über Portugal, weiß dann aber korrekt über das 3:3 zu berichten. Und kennt auf Nachfrage sogar die Torschützen. Alexa kommt zwar gleich mit dem Ergebnis, die Nachfrage nach den Torschützen führt aber zu völligem Unverständnis. Interessant, wie sehr Siri auf Ballhöhe ist. Eben noch auf dem TV-Apparat den Elfer der Australier zum zwischenzeitlichen Ausgleich gegen Frankreich bewundert, schon weiß auch der HomePod Bescheid, wie es steht.

Doch dieser erste Test ist noch wenig aussagekräftig, wir werden weitere folgen lassen. Spannend wird der Homepod als neue Steuerzentrale für Abläufe im Heim ohnehin, wenn mit iOS 12 Siri Shortcuts möglich werden.

Update vom 29.05.2018:

Apple hat nun offiziell bestätigt, dass der Homepod am 18. Juni nach Deutschland kommt. Das ist einer neuen Meldung aus dem Pressebereich von Apple zu entnehmen. In Deutschland wird man für das neue Gerät von Apple 349 Euro zahlen müssen, der Homepod wird auch bei den autorisierten Apple-Vertriebspartner erhältlich sein. Gleichzeitig mit dem Homepod-Verkaufsstart hat Apple die Veröffentlichung von iOS 11.4 bekannt gegeben, die Version wird voraussichtlich heute zwischen 18 und 20 MESZ verfügbar sein. Die deutschen Nutzer müssen wohl aber länger auf die Kalender-Unterstützung auf dem Homepod warten. Für Deutsch und Französisch kommt diese Funktion "noch 2018", was im Apple-Sprech auch gerne Ende Dezember bedeuten kann.

Update vom 04.05.2018:

Gestern Abend hat Apple eine neue Version der Homepod-Software in seinem Support-Bereich veröffentlicht. Diese ist nicht direkt von der Webseite zu laden, sondern erst über das gekoppelte iPhone oder iPad. Doch in den Release Notes  ist etwas über die Systemanforderungen und unterstützte Sprachen zu lesen. Außer Englisch soll der Homepod demnach ebenfalls Deutsch, Französisch und Chinesisch unterstützen . Bislang waren es nur mehrere Varianten des Englischen, war doch der Verkauf erst nur in den USA, Großbritannien und Australien gestartet. Apple hat den Homepod hierzulande "im Frühling 2018" versprochen, theoretisch hat der Hersteller noch bis Mitte Juni Zeit.

Update vom 16.04.2018:

Zu teuer: Der meist recht treffsichere KGI-Analyst Ming-Chi Kuo erwartet, dass Apple im Jahr 2018 nur 2 – 2,5 Millionen HomePods verkaufen werde. Andere Kollegen der Branche rechnen mit bis zu zehn Millionen Stück, Kuos Prognose erscheint also recht pessimistisch. Der Grund für die Zurückhaltung der Kunden sei der hohe Preis, die Konkurrenz biete vergleichbare Geräte deutlich günstiger an. Das sei aber auch Apple aufgefallen, das nun über eine Low-Cost-Variante des HomePod nachdenke. Zuletzt berichten mehrere Blogs und Magazine über die schlechte Verkaufszahlen des Homepods. Diese beruhen jedoch auf fragwürdigen Studien einer Marktforschungsfirma sowie den Berichten aus den Zulieferer-Kreisen . In rund zwei Wochen wird Apple seine Investoren-Konferenz abhalten und wohl Fragen zum Homepod beantworten müssen, diese Angaben halten wir als deutlich aussagekräftiger als Spekulationen anhand von Analysten-Schätzungen.

Update vom 10.4.2018:

Ein HomePod ist zwar schön, zwei sind noch besser. Vielleicht will man ja einen schwarzen in der Küche stehen haben und einen weißen im Wohnzimmer? Was heute schon geht: Die HomePods lassen sich via Airplay zu einem Multiroom-System zusammenfassen, sie spielen also synchron. Das regelt man über die AirPlay-Schaltfläche in iTunes oder das entsprechende Menü in der iOS-App Musik. Was aber immer noch nicht geht: Zwei HomePods zu einer Stereoanlage zu koppeln, bei der sich linker und rechter Kanal auf die beiden Lautsprecher aufteilen. Das wird mit Airplay 2 möglich sein, ein wesentliches Feature von iOS 11. Apple hatte Airplay 2 bereits im Juni 2017 zusammen mit iOS 11 und dem HomePod angekündigt, in einigen Beta-Versionen von iOS 11.2 und iOS 11.3 war die Technologie bereits enthalten, aber nicht in den jeweils finalen Updates. Das soll aber in iOS 11.4 der Fall sein, erste Betas kursieren bereits bei Entwicklern und Testern. Mit der Fertigstellung des nächsten Updates für das Betriebssystem für iPhone und iPad ist wohl im Mai zu rechnen. Bis dahin sollte es den HomePod in lokalisierter Fassung auch in Deutschland  und Frankreich geben, Apple hatte dies für das "Frühjahr" versprochen.

Update vom 07.03.2018:

Eine Nummer kleiner: Tim Bajarin vom PC Magazine ist begeistert vom Homepod – nicht nur von dessen Klang, sondern auch von dessen Fähigkeiten als Steuerungszentrale für das smarte Heim. Apple müsse aber gerade deswegen nachlegen, denn trotz einer wirklich gut hörenden Siri, sollte es nicht nur in unmittelbarer Umgebung des Wohnzimmers möglich sein, mit Sprachkommandos Thermostate zu steuern, die Rolläden hochzuziehen und das Licht ein- oder aus zu schalten. Der Homepod müsse seinen Besitzern gewissermaßen durch das Haus folgen können – Apple benötigte auch noch einen Homepod Mini, so wie Google und Amazon mit Google Home Mini und Echo Dot vorangeschritten sind. Bajarin würde für eine solches Gerät auch bis zu 100 US-Dollar ausgeben und damit gut das Doppelte dessen, was die kleinen Speaker der Konkurrenz kosten. Dafür müsste aber die Klangqualität viermal so gut sein, was angesichts der blechern quäkenden Dots und Minis kein großes Problem sein sollte. Bisher gibt es aber keinerlei Hinweise darauf, dass Apple auch an einer kompakten Ausgabe des Homepod arbeite.

Werbung: Appe hat gestern auf seinem Youtube-Kanal einen vierminütigen Werbespot für den Homepod gestellt, den der Regisseur Spike Jonze ("Her", "Being John Malkovich") gedreht hat. Star des Kurzfilms ist die Sängerin FKA Twigs, die nach einem stressigen Arbeitstag nach dem Nachhausekommen Siri dazu auffordert, über den HomePod etwas zu spielen, dass sie möge. Dieses ist der neue Song "Til it's over" von Anderson Paak, zu dem FKA Twigs in einer surrealistischen Umgebung tanzt – in ihrer Phantasie. Der Homepod selbst und der Name des Produkts sind nur kurz am Ende im Bild. Für die Ausstrahlung im TV ist noch eine kürzere Fassung des Clips geplant.

Ursprünglicher Test:

Im Frühjahr soll er endlich auch nach Deutschland und Frankreich kommen, vor allem die Lokalisierung zieht sich noch hin. Schließlich will der HomePod nicht nur als Spitzenlautsprecher für das Wohnzimmer überzeugen, sondern auch mit auf der künstlichen Intelligenz Siri aufgebauten Services wie Heimsteuerung, Erinnerungsmanagement, Vermittlung lexikalischen Wissens, Übersetzungen oder eben dem zentralen Versprechen als allwissender DJ.

Wir wollten aber nicht warten und haben uns mit Hilfe der Kollegen von MacWorld UK einen HomePod in London besorgt und nach München schicken lassen. Unsere erste Befürchtung, der Lautsprecher sei so schlau, dass er über das ihn einrichtende iPhone merkt, außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes in Betrieb genommen zu werden und deshalb alle Dienste verweigert, hat sich als unnötig erwiesen. Selbstverständlich kann man es US-Amerikanern, Australiern und Briten nicht verweigern, ihren nicht besonders mobilen Lautsprecher auch im Ausland zu verwenden. Erfreulich aber: Die Einrichtung funktioniert auch, ohne dass wir das iPhone auf Englisch (UK) umgestellt hatten - doch dazu später mehr.

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In english, please: Einrichten geht auch auf einem deutschsprachigen iPhone.

Von Anfang an macht der HomePod einen hochwertigen Eindruck, das Gerät ist auch ordentlich schwer, wir messen 2,5 Kilogramm – das gibt auch Apple in den Spezifikationen an. Wir haben uns für das schwarze Modell (Space Gray) entschieden – aus gutem Grund. Denn nun scheinen unsere Befürchtungen, die wir schon bei der Vorstellung des Gerätes vergangenen Juni hegten, tatsächlich einzutreten: Denn einige der Tester, denen das weiße Modell bevorzugten, berichten nun davon, das Gewebe um den Lautsprecher würde schnell verschmutzen - unsere Rede aus dem Juni 2017.

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Woran wir noch rechtzeitig vor der Lieferung gedacht hatten: Wir benötigen einen Adapter von UK- auf EU-Stecker . Das Stromkabel ist fest mit dem Lautsprecher verbunden, nur mit Gewalt bekäme man es heraus und dann nicht mehr rein. Für den Austausch eines defekten Kabels verlangt Apple 29 US-Dollar, vermutlich auch den gleichen Betrag in Euro, das steht aber noch nicht fest. Ein Adapter ist auf jeden Fall günstiger.

Einfaches Einrichten

Beim Einrichten hält der HomePod, was Apple nun seit vier Jahrzehnten verspricht: „Ease of Use“. Nach dem Verbinden mit dem Strom leuchtet das Display auf der oberen Deckfläche des Zylinders auf, kurz danach erklingt ein Ton und auf unserem daneben liegenden iPhone erscheint der Einrichtungsdialog. Wir hatten die Prozedur mehrmals angestoßen, die Zeiten zwischen Einstecken und Beginn der Einrichtung waren unterschiedlich, aber länger als 30 Sekunden mussten wir nie warten. Voraussetzung: Auf dem iOS-Gerät muss iOS 11.2.5 installiert sein. Mithin ist es auch möglich, den HomePod mit iPad (ab iPad Air und iPad Mini 2) oder dem iPod Touch der sechsten Generation einzurichten, beim iPhone reicht die Kompatibilität zurück bis zum iPhone 5s.

Anders als unsere Lautsprecher, die wir per Bluetooth oder AirPlay mit einem Stream von iPhone oder iPad versorgen, holt sich der HomePod die Musik direkt aus dem Netz. Dazu benötigt er natürlich entsprechende Zugriffsdaten, die er sich von unserem iPhone holt, also unsere AppleID mitsamt Abo von Apple Music (haben wir, aber es geht auch ohne) und Zugangsdaten für das Netz. Hier erleben wir bei einem unserer Versuche eine unschöne Überraschung, die uns im weiteren Verlauf des Tests noch zu denken geben wird. Denn der HomePod verlangt nach einem WLAN mit persönlichem WPA2.

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Die Ursache für spätere Netzprobleme ist schon hier zu finden. Ist eben kein OfficePod.

Das firmenweite WPA2-Netz, mit dem unser iPhone zunächst verbunden ist, scheidet aus. In unseren Privaträumen haben wir ein derartiges Problem nicht, das Gerät heißt ja auch HomePod und nicht OfficePod. Noch aber haben wir den HomePod im Büro stehen, den Test im eigenen Wohnzimmer, in dem wir den HomePod auch im Vergleich mit anderen durchaus hochwertigen Lautsprechern hören wollen, haben wir für später angesetzt.

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Der HomePod kommt ins "Wohnzimmer" - Wo auch immer das sein wird.

Beim ersten Versuch stellen wir gleich fest, dass sich der HomePod auch mit einem auf Deutschland eingestellten iPhone einrichten lässt, wir müssen lediglich eine weitere Auswahl treffen, nämlich die nach der HomePod-Sprache. Die drei Englisch-Varianten US, UK und Australia stehen uns zur Verfügung. Sprechen wir mit dem iOS-Gerät schon englisch, entfällt dieser Schritt.

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Mit Siri müssen wir noch englisch sprechen, das macht es kompliziert.

Sind unsere Daten übertragen, was binnen Minutenfrist der Fall ist – dafür und nur dafür setzt der HomePod Bluetooth ein - begrüßt uns Siri und schlägt uns auch gleich das erste Kommando vor: „Play some Music“. Die Zeit hatte gereicht, um unsere Musik-Mediathek zu erkennen und ein Radio basierend auf einen Interpreten unseres Geschmacks bei Apple Music anzustoßen. Doch hatten wir eigens für den Test uns zwei Wiedergabelisten angelegt, in die wir reinhören wollen.

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Alles, was der HomePod wissen muss, bekommt er vom iPhone.

Und hier wird es kritisch: Bei den meisten unserer Neueinrichtungen hat es eine Weile gedauert, bis Siri in unserer Bibliothek die Wiedergabelisten „Proud to be loud“ und „Garageband“ fand. Wir kennen das Phänomen von unserem Mac zur Genüge, dass iTunes nach einem Neustart erst einmal alle Musik-Berechtigungen überprüft und die aus Apple Music in die Bibliothek eingegliederten Songs und Alben erst einmal eine Weile nicht abspielbar sind. Die Playlists sind eben nicht lokal auf dem HomePod gespeichert, sondern in der iCloud. Steht die Verbindung aber erst einmal, können wir ohne Weiteres auf alle Wiedergabelisten, Alben und Titel zugreifen. Nur unser Album „Sounds of Macwelt“ mit selbst produziertem Garagabandgedudel kennt Siri nicht, unsere Aussprache ist anders als ihr Sprachverständnis - und „Sounds of MacWorld“ haben wir halt nicht gespeichert. Das ist ein generelles Problem: Der englischsprachige Lautsprecher tut sich mit den Namen deutscher Interpreten schwer, umgekehrt wird es nicht viel anders sein, was eben die Lokalisierung ausmacht. Die Songs of Innocence oder Experience wollen wir dann aber hören, wenn wir „Juutuu“ sagen und nicht „Uzwei“ sagen - das wird dann mal spannend, wenn der HomePod lokalisiert ist. Amazon hat das mit Alexa schon recht gut gelöst, dem Echo kann man mit der korrekten englischen Aussprache des internationalen Interpreten kommen.

Wer übrigens kein Apple-Music-Abo hat, kann den HomePod dennoch nutzen. Ohne aber wenigstens iTunes Match für 25 Euro im Jahr gebucht zu haben, wird man die Musik aber nur per AirPlay-Stream auf den Lautsprecher bekommen, der wie erwähnt keine Titel dauerhaft lokal vorhält. Was aber immer geht: Den HomePod Apples eigene Radiostation Beats1 abspielen lassen. Andere Radiosender kennt die Software nicht. Am Wochenende hören wir Bundesliga halt wieder über einen Amazon Echo oder gleich ein altes UKW-Radio.

Klang: Wuchtig, rundum, an den Raum angepasst

Um ein abschließendes Urteil über den Klang zu bekommen, müssen wir den HomePod noch in unserer heimischen Umgebung testen und mit anderen Produkten vergleichen, für das Wohnzimmer ist er ja gedacht. Das erste Probehören im Büro bestätigt uns aber das, was wir in diversen Testberichten zuvor schon gelesen hatten: Der Klang ist wirklich sehr gut. Wuchtig im Bass, aber nicht übersteuernd. Klar in den Höhen, aber nicht schrill. Samtig in den Mitten. Wir hören dazu unterschiedlichstes Genres wie Klassik, Jazz, Pop und Rock und werden noch genauer sagen, in welchem Bereich sich der HomePod besonders gut schlägt. Eines ist aber gewiss: Mit der nicht besonders langlebigen Boombox Apple HiFi von vor gut 15 Jahren hat der HomePod nicht mehr viel zu tun. Die war damals zu sehr basslastig und vom Klang her insgesamt zu dünn. Eine Gemeinsamkeit besteht dennoch: Die Apple HiFi nahm über ihren Dock-Connector nur Musik von iPods entgegen, der HomePod ist ein ebensolcher Solipsist: Streamen via Airplay geht nur von Apple-Geräten respektive direkt aus dem Internet nur von Apple Music. Kein Bluetooth-Streaming, natürlich kein Aux-Eingang oder eine sonstige Buchse und wer Spotify oder Amazon Music Unlimited direkt anzapfen will, der muss sich einen Echo oder ein Gerät eines andere Herstellers kaufen. Diesen Absatz über den Sound werden wir aber in einem Update dieses Artikels noch ausdehnen, wenn wir uns intensiver und in aller Ruhe reingehört haben. Wir sind gespannt, ob der HomePod sich wirklich auch an schwierige Räume anpasst und ob der Monolautsprecher tatsächlich so etwas wie einen Raumklang simulieren kann. Einen zweiten HomePod für echtes Stereo werden wir uns zumindest vorerst nicht anschaffen wollen.

Siri kennt unseren Musikgeschmack

Kümmern wir uns nun aber um Siri. Bisherige Tester hatten die mangelnde Intelligenz des Systems kritisiert und Amazon und Google einen großen Vorsprung attestiert. Apple selbst hat klar gemacht, dass Siri auf dem HomePod bei weitem (noch) nicht alles kann wie das Pendant auf Mac, iPhone und iPad, vieles davon braucht es auf dem Lautsprecher ja auch nicht. Bei einer unserer ersten Stichproben schlägt das System HomePod-Siri-Apple Music aber jenes von Echo-Alexa-Amazon Music Unlimited: Auf die Frage nach Pink Floyds Album „Obscured by Clouds“ legt der HomePod sofort los, als der Echo noch plärrte, er könne das Album nicht abspielen, weil er es in der eigenen Musik-Bibliothek nicht finde. Wohlgemerkt: Da ist es in der iTunes-Mediathek auch nicht, Siri fügt es aber auf Sprachbefehl („Add this album to my library“) gleich hinzu.

Überhaupt haben wir bei der Musik nur das oben beschriebene Problem, dass die britische Siri mit unserer süddeutschen Aussprache nicht immer klar kommt. Aber knödeln wir „Uh-do’ Linndenböhrg“ spielt der HomePod tatsächlich auch Udo Lindenberg, erkennt LaBrassBanda auch auf diese Weise und selbst Wolfgang Niedecken. Nur an Marius Müller-Westernhagen scheitern wir.  Was Pflicht ist und gut funktioniert: Wünscht man sich Jazz aus den 60ern, reagiert Siri mit passender Musik. Auch die eigenen oder öffentliche Wiedergabelisten zu finden ist kein Problem, tragen sie keine zu deutsche Namen. Auch zu bestimmten Stimmungen findet Siri Lösungen, etwa fröhliche oder traurige Musik, nicht aber Musik „für die Küche“. Und Joe Jackson kennt die KI nicht so gut wie wir: „Hey Siri, play me a slow song“ bringt nicht die Ergebnisse, die wir erhofften.

Hier kommt uns Siri im Vergleich zu Alexa nicht schlechter vor, wir haben ja auch nicht mit der Sprachhürde zu kämpfen, ein fundierteres Urteil werden wir erst nach der Lokalisierung fällen können. Insgesamt hat es Siri mit unserer Musik aber leichter als Alexa, denn die iTunes-Bibliothek ist in den letzten 15 Jahren mehr oder minder organisch gewachsen, gedüngt von unserer CD-Sammlung, gestärkt durch den iTunes Music Store und nun von Apple Music komplettiert und stets erweitert. Unsere Musik in Amazon Music Unlimited, das wir uns zur Probe mieteten, sieht anders aus: AutoRips von CDs, die wir in der Ära vor dem iTunes Music Store erwarben oder später als Geschenke für ganz andere Geschmäcker. Dazu noch hektisch hinzugefügte Gesamtwerke der für uns wichtigsten Interpreten. Dieser Vergleich also wird hinken, Siri kennt auch als britische Agentin unseren (aktuellen) Musikgeschmack sehr viel besser als Alexa und wird im Zweifelsfall die besser geeignete Musik ausgeben. Um diese These zu überprüfen, benötigen wir aber einen Langzeittest. Das hören wir uns aber gerne an.

Lesetipp : Warum Apple Music eine kostenlose Option für Homepod braucht

Genauer hingehört

Wie versprochen haben wir über das Wochenende etwas genauer hingehört. Und da Klang in vielen Bereichen Geschmackssache ist, folgt hier ein Perspeketivwechsel von der ersten Person Plural in den die erste Person Singular.

Denn ich habe daheim kein Tonstudio, keinen schalltoten Raum oder eine andere Messkammer, sondern nur ein Wohnzimmer. Obwohl ich mich als großen Musikfreund und bescheidenen Kenner vieler Gattungen sehe, kann ich mich schlecht mit einem echten Audiophilen vergleichen, es fehlt schon allein an den Referenzgeräten im Wert von mehreren Tausend Euro, mit denen sich Experten schmücken. Aber ich habe noch gute Ohren und weiß, wie etwas klingen sollte – oder wie ich möchte, dass es klingt.

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Das Setting unseres subjektiven Hörtests

Für meinen subjektiven Lauschtest muss sich der HomePod mit drei Konkurrenten messen, darunter einem ernsthaften. Die Firma Riva Audio hat mir langfristig einen WiFi/Bluetooth-Lautsprecher der Wand-Serie zur Verfügung gestellt, den Riva Arena, der derzeit bei Amazon um die 250 Euro kostet und damit gut 100 Euro weniger als der HomePod – kommt dafür aber eben ohne Siri (dass ich den Arena per Bluetooth an ein Echo Dot mit Alexa koppeln kann, spielt in diesem Teil des Tests keine Rolle). Unter 100 Euro kostet ein zweites Referenzgerät, der Wonderboom von Ultimate Ears (hier geht's zum Test) , den ich sonst als Küchenlautsprecher (mit Echo/Alexa) verwende und in meinem letztjährigen Test als kompakten und günstigen Partylautsprecher auch für draußen kennen gelernt habe. Den Reigen komplett, aber wie der Wonderboom ein wenig außer Konkurrenz, macht das Bose-Sounddock aus dem Jahr 2002. Das ist in unserem Schrank zwar in die Jahre gekommen, liefert aber immer noch einen beeindruckenden Sound von einem per Dock angeschlossenen iPod Nano Gen. 4.

Letztlich läuft es aber auf einen subjektiven Vergleich Riva Arena vs. HomePod heraus, denn bei allem Respekt: Der Wonderboom ist einfach zu schwachbrüstig im Vergleich zu den größeren und teureren Lautsprechern – kein Vorwurf. Auch das Sounddock von Bose hat seine besten Zeiten hinter sich und strahlt grundsätzlich nur nach vorne ab – wir wollen aber auch erfahren, wie die beiden anderen an der Seite klingen.

Riva hat sein Lautsprechersystem Trillium genannt, der Arena hat Töner nicht nur an der Front, sondern auch an den Seiten, die Elektronik des Gerätes erzeugt hier so etwas wie Raumklang – ein Mono-Lautsprecher, wenn auch ein sehr guter, bleibt das Arena. Ähnlich verhält es sich mit dem HomePod, Apples Maßnahmen, mit den rundum strahlenden Tweetern und dem nach oben gerichteten Subwoofer einen räumlichen Eindruck zu erzeugen, versprechen viel, halten einiges, bringen aber doch keinen echten Stereoklang in unser Wohnzimmer. Dazu bräuchte es einen zweiten HomePod …

Wie beschreibe ich nun den Klang der beiden Kandidaten? Vorweg: Bessere Lautsprecher dieser Bauart hatte ich noch nicht gehört, einem der beiden den Vorzug geben, ist nicht so leicht. Den ersten Durchgang unternehme ich mit meiner eigenen Musik, da weiß ich gewiss, wie die zu klingen hat und auf welche Seite ich welche Spur in Garageband gemischt habe. Hier gefällt mir der HomePod von Anfang an besser, vor allem der satte Bass beeindruckt. Ich meine auch, hier besser die Details zu hören, das Klirren der Seiten, das Rutschen auf dem Griffbrett. Die einzelnen Instrumente höre ich gut voneinander getrennt, hell und klar, so, als ob ich live spielen würde. Das Klangbild des Riva Audio ist auch nicht schlecht, nur kommt es mir an dieser Stelle etwas dumpf vor. Dass das so gewollt sein dürfte, merke ich aber bei den nächsten Stücken.

Da muss es auf Seiten des Rocks natürlich Pink Floyd sein, auch ein bisschen Fish, Steve Lukather, Queen mit Paul Rodgers, Robert Plant. Soul mit Tower of Power, Funk mit Deodato, Jazz mit Klaus Doldinger. In allen Fällen macht der der HomePod hier eine sehr gute Figur. Wuchtige Bässe, präsente Gitarren, Stimmen gut separiert und in den Vordergrund gerückt. Nur, was hier schon auffällt: Der Riva Arena klingt nicht dumpfer, sondern: wärmer. Wie gesagt, ich empfinde das weder als besser noch als schlechter, es ist einfach nur anders. Bei klassischer Musik (Beethoven, erster Satz der fünften) oder solcher aus der Spätromatik (Edvard Grieg) würde ich aber zum Riva Arena tendieren. Gewiss, auch hier macht sich der HomePod recht gut, doch bekomme ich unterschiedliche Vorstellungen von den Räumen, in denen die Orchester spielen respektive der Solo-Cellist  Jean-Guihen Queyras (Bach, erste Cello-Suite). Der Riva Arena klingt mehr nach der holzgetäfelten Philharmonie, der HomePod eher nach dem recht steinernen Herkulessaal. Klingt beides besser als sein Ruf, ich würde grundsätzlich aber sagen, in Sachen Klassik (inklusive Barock und Romatik) hat der HomePod Nachholbedarf – oder nicht so viele Käufer zu erwarten. Beim Jazz ist der Klang des HomePod – wenn auch ein wenig kälter – doch wieder beeindruckend. Bei Percussion und Bass bringt der ordentlich Luft bewegende Subwoofer Vorteile, Blechblasinstrumente klingen so spitz, wie sie sein sollten, aber nicht quäkend. Ende des subjektiven Einschubs.

Fragestunde mit Siri

Nun wollen wir aber wissen, was Siri auf dem HomePod sonst noch drauf hat. Fangen wir mit dem Sport an. Wie hat Liverpool eigentlich gestern gespielt? Weiß Siri, ebenso die anderen Ergebnisse. Wann spielt Bayern wieder? Schon am Samstag in der Bundesliga. Das war ja einfach. Das wollen wir dann im Radio hören, bereiten wir das mal vor. Also: Spiele Bayern 1. Bayern One. Bayern Eins. Keine vernünftige Reaktion. Andere Radiostationen: Auch Fehlanzeige, nur das Apple-eigene Beats 1 kennt der HomePod und spielt das auch, wenn man kein Abo von Apple Music hat. Aber das ist auf iPhone, iPad und Mac ja auch nicht anders.

Nächster Ansatz: Wie ist denn das Wetter? Wir müssen nicht hinzufügen, dass wir uns in München aufhalten, die Nachfrage nach dem Klima in Timbuktu bleibt auch nicht unbeantwortet. Wie sieht es eigentlich bei den olympischen Spielen aus? Siri liest brav den Medaillenspiegel vor, nach Anzahl aller Plaketten sortiert, da liegen die Norweger vorne. Die 14te Medaille, eine bronzene im Biathlon für das deutsche Team kannte Siri fünf Minuten später noch nicht, aber immerhin die 13te von ein paar Stunden davor. Schnell gerät die künstliche Intelligenz aber an ihre Grenzen. Denn fragt man nach dem Verlesen der Topnationen im Medaillenspiegel nach Österreich, erklärt Siri nur ganz allgemein, wo Österreich liegt, weiß aber vom Wintersport nichts mehr. Das ist aber ein Grundproblem künstlicher Intelligenzen: Sie vergessen zu schnell und wissen daher zu wenig über den Kontext. Siri hakt allenfalls nach, wenn man sich bei dem Kommando nach einer bestimmten Playlist verhaspelt. Unser erster Eindruck scheint zu bestätigen, was Apple ja auch betont hat: Siri auf dem HomePod ist für Musik optimiert. Was aber durchaus schon jetzt beeindruckt, sind die Antworten auf Fragen nach nahe gelegenen Restaurants oder den Filmen in den Kinos um die Ecke, wenn auch die Aussprache deutscher Titel gewöhnungsbedürftig klingt.

Witzige Dialoge mit Siri, Alexa und der Familie

Hier der nächste subjektive Einschub: Ich hatte bereits erwähnt, dass Siri meinen Musikgeschmack besser kennen dürfte als Alexa, aus Gründen, die weniger mit der KI zusammenhängen, dafür mehr mit den Quellen, aus denen beide ihre Musikempfehlungen schöpfen können. Bei der Frage nach Musik für die Frühstücksbegleitung spielt Alexa in der Küche nichts, was mich wirklich begeistern würde, Siri kommt mit einer aufgefundenen Wiedergabeliste "Sunday Morning Breakfast" dem etwas näher, wonach es mir verlangt. Alexa gewinnt aber bei Alltagsfragen klar, das liegt auch an der Sprache. Auf die Frage nach dem Kinoprogramm in der Umgebung hat Alexa schneller eine Antwort parat, das liegt aber auch daran, dass die britische Siri sich mit dem Verstehen des Wortes "Gröbenlichtspiele" schwer tut – sei ihr verziehen. Immerhin weiß sie, wie die Premier League zuletzt gespielt hat, zuckt bei der Frage nach der zweiten Bundesliga aber nur mit den virtuellen Schultern. Aber gut, wie spricht man "Greuther Fürth" oder "Fortuna Düsseldorf" so aus, dass das die Britin im HomePod auch versteht? Apropos Düsseldorf. "What are you playing?", frage ich spaßeshalber, obwohl ich den Song natürlich kenne: "This is ' Tejg why die the by Dye Toa-Ten Hoase 'n '" - witzig, aber schwierig, wenn man umgekehrt exakt den Song sich wünscht – wir müssen eben auf die Lokalisierung warten. Fragt man übrigens nach der ersten Bundesliga, weiß Siri ein bisschen mehr Bescheid als über Liga Zwei. Aber keine aktuellen Spielstände, die weiß uns Alexa zu berichten. Aber gut, Amazon überträgt ja auch die Spiele im Webradio.

Durchaus interessant ist es auch zu erfahren, was denn Leute, die sich noch nicht so ausgiebig mit künstlicher Intelligenz beschäftigt haben, von dieser erwarten. Wie an anderer Stelle beschrieben, muss man immer eine kurze Weile warten, bis Siri Verbindung zur eigenen Musikbibliothek gefunden hat, bei einem Netzwechsel dauert das etwas länger. Siri kann eine gute halbe Stunde die Playlist "Proud to be loud" finden. Hilfreich springt die Gattin ein, es heiße ja grammatisch korrekter wohl "Proud of being loud". Ja, das mag sein – Siri sind Feinheiten der Grammatik aber vollkommen egal, ich kann meine Playlist so benennen, wie ich will, solange die Britin und ich uns über die Aussprache einig sind. Ende des zweiten subjektiven Einschubs, ein dritter folgt am Ende des nächsten Absatzes.

Netzwerkarchitektur berücksichtigen

Interessant wird es aber, will man Siri dazu nutzen, um sich Notizen oder Erinnerungen zu erstellen oder iMessages zu versenden. Wir stoßen hier zunächst an Grenzen, haben aber die Ursache gefunden und beseitigt.

Der HomePod ist wie öfter erwähnt an eine AppleID gekoppelt. Aus mehreren Gründen steht auf der Wunschliste der meisten Tester sehr weit oben, dass Apple die Unterscheidung mehrerer Konten ermöglicht. Dazu müsste Siri aber Stimmen sehr gut zu unterscheiden wissen, wir werden das abwarten müssen.

So kann jeder im Raum Siri steuern, sich Titel wünschen, Unfug zur Mediathek hinzufügen und dergleichen. Sogar das Versenden von Nachrichten ist also möglich, nicht jeder wird begeistert sein, plötzlich unflätige Messages zu erhalten, die ein Partygast in unserem Namen verschickt hat. Glücklicher Weise lässt sich das unterbinden. Schon bei der Einrichtung fragt das iPhone, ob der HomePod diese Personal Requests akzeptiere. Das geht auch nur dann, ist das mit dem Lautsprecher verbundene iOS-Gerät dasjenige der AppleID, anhand dessen man den Standort des Besitzers ermittelt. Später kann man die Personal Requests noch in den HomePod-Einstellungen ein- oder wieder ausschalten - diese findet man in der Home-App, wenn man auf den unscheinbaren Pfeil links oben tippt und anschließend auf das eigene Profilbild.

Wir erlauben Personal Requests und sagen zu Siri: „Make a reminder“- Siri fragt nach, an was man sie erinnern solle - und stürzt mitsamt HomePod ab. Denn nun heißt es nur noch: „You’ll need to connect the iOS-Device associated with this HomePod to the Network first“ - Das Gerät ist aber verbunden, wir können den Fehler reproduzieren - aber eben in unserem Büro. Hier nutzen wir eine Verbindung mit Client Isolation nach draußen, die Geräte dürfen also nicht über WLAN miteinander kommunizieren. Und Bluetooth nutzt der HomePod eben nur für das Einrichten und die Verbindung zur Home App auf dem iPhone.

Ärgerlich aber am Totalabsturz unseres "OfficePods": Nun reagiert er auch auf alle anderen Anfragen mit dem Satz, dass das iPhone aus seiner Sicht keinen Netzzugang habe. Erst nach etlichen Minuten hat sich das System erholt.

Und gewiss auch nicht im Sinne des Erfinders, aber mit dem gleichen Ansatz zu erklären: In unseren Airplay-Einstellungen auf Mac und iPhone sehen wir zwar den HomePod „Wohnzimmer“, doch eine Verbindung kommt nicht zustande. Die Geräte versuchen über eine IP-Verbindung zu kommunizieren, das hat ihnen der Router aber untersagt. In üblichen Privatnetzen sollte dergleichen nicht passieren, falls doch, einfach mal den Router nach entsprechenden Einstellungen checken.

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Das passiert uns nur im Firmennetz mit Client Isolation: Airplay funktioniert dann nicht.

Wir haben in unserem Testcenter aber auch einen DSL-Anschluss nach draußen, an den wir eine Fritzbox hängen. Nun richten wir den HomePod über diese Verbindung ein - und wir können Personal Requests erstellen. Aber recht seltsame, hier schlägt wieder die Sprachbarriere zu. Eine Notiz "Einkaufszettel für Samstag" versteht die KI als "I think often of food and some stock". Der an die Kollegin geschickte iMessage mit dem Text "How long have you known this is a message from HomePod" schicken wir eine getippte Erklärung hinterher, was wir eigentlich sagen wollten. Die Personal Requests werden wir alsbald wieder abstellen, derzeit bringen sie uns nichts. Wir sehen aber: Das hat Potential. Sofern Mitbewohner und Gäste keinen Schindluder damit treiben.

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Personal Requests sind mit Vorsicht zu genießen und werden erst nach der Lokalisierung wirklich nützlich sein.

Unter Umständen auch recht nützlich und schon jetzt beeindruckend: Die Übersetzung aus dem Englischen. Fragen wir auf englisch nach, was den etwa "Good morning" auf deutsch heiße, gibt der HomePod die korrekte Antwort. Und das vor allem mit der deutschen Siri-Stimme! Schön gelöst, wir freuen uns dann auch auf Rückübersetzungen, wenn die Lokalisierung endlich fertig ist.

Die Kopplung an ein Gerät kann man über die Home App auf diesem lösen, vom HomePod verschwinden dann auch alle Einstellungen und er kann sich mit anderen Nutzern und deren iPhones verbinden. Dazu einfach länger auf das Bild den HomePod in der App drücken und anschließend auf die Detaileinstellungen. Hier findet man etwa auch die Möglichkeit, Siri einen Ton ausgeben zu lassen, wenn sie bereit ist für Spracheingabe und weitere Optionen.

Ein dritter subjektiver Einschub, was die Vernetzung des HomePod betrifft, denn hier bin ich einem Problem auf der Spur – das wir bisher nicht lösen konnten. Denn auch zu Hause versagt die Funktion der Personal Requests, HomePod beharrt darauf, das mit ihm verknüpfte iPhone sei nicht im gleichen WLAN. Ist es aber doch. Auf allen von uns bisher gefunden Hilfeseiten meint die Telekom, im von mir genutzten Router Speedport Smart keine Client Isolation zu nutzen, eine entsprechende Anfrage bei @Telekom_hilft harrt noch der Beantwortung . Wäre schade, könnte man den HomePod mit dem Speedport nicht nutzen, aber ich wollte mir ja ohnehin eine Fritzbox zulegen. Die Thematik scheint auch nicht so eindeutig zu sein, denn mit dem Riva Arena habe ich ein ähnliches Problem: Mal geht die Ansteuerung via Airplay, mal nicht. Meistens nicht, während meines Tests war es mir aber zeitweise möglich, zwischen HomePod und Riva Arena einen Airplay-Stream vom iPad hin- und herzuschalten. Dieses Gelegenheitsfenster schloss sich alsbald wieder. Ich bleibe dran und finde den Grund dafür. Prinzipiell funktioniert es ja, wie wir im Büro (siehe Video) gezeigt haben: Personal Requests und Airplay.

Update: Bei einem Nachtest versuche ich die Idee umzusetzen, die mir der Kollege Stephan Wiesend gegeben hat – einfach mal das 5-GHz-Netz am Speedport ausschalten, das sei auch in diversen Telekom-Foren Lösungsansatz für Probleme dieser Art. Ob es aber die Ursache für mein spezielles Problem ist, lässt sich nicht endgültig klären, denn: Schon beim ersten Versuch, Siri auf dem Homepod daheim zu einem Personal Request zu überreden, erledigt sie das Verlangte. Schalte ich aber das 5-GHz-Netz am Router aus, wieder das selbe Spiel: "Das iPhone ist nicht im gleichen Netz!" – verrückt. Am iPhone nochmals in ein anderes Netz gewechselt und wieder zurück in das des Speedport und sieh da – Siri kann auf einmal Personal Requests. Und das dauerhaft – zumindest jetzt schon über den halben Vormittag. Es ist aber ein Show Stopper – und diese Kritik geht nicht an die Telekom und deren Router-Hersteller, sondern an Apple –, dass der HomePod nicht sagen kann, in welchem Netz er gerade funkt oder über den Router das gleichnamige, wenn auch physikalisch unterschiedliche WLAN einer anderen Frequenz findet. Der Homepod kann auf beiden Bändern – 2,4 GHz und 5 GHz –  funken, im Gegensatz zu meinem Referenzgerät, dem Riva Arena. Der zickt nach Abschalten des 5-GHz-Netzes leider immer noch herum, aber das ist ein anderes Thema.

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Könnte nachhaltig helfen: 5-GHz-Band ausschalten. Ist aber keine Garantie.

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Falls Siri mich nicht versteht, liegt es an meinem Genuschel. Ich sprach aber langsam, habe Pausen nach den Sätzen gemacht und das "do" betont. Satzzeichen und Betonungen werden ja allgemein gerne überschätzt...

(Vorläufiges) Fazit

Der Klang des Homepod beeindruckt sofort, wir werden in den nächsten Tagen aber nochmals genauer hinhören. Von der Intelligenz Siris hatten wir auch anhand der Vorberichte nicht allzuviel erwartet, die Sprachbarriere und die fehlende Lokalisierung macht selbst ein vorläufiges Urteil schwer bis unmöglich. Gewiss hat die Sprachsteuerung noch Luft nach oben. Der Homepod hat aber Potential, das wir noch tiefer auszuloten gedenken.