HP Tango X im Test

Ines Walke-Chomjakov |
Der HP Tango X wird vom Hersteller als „erster Smart Home Drucker der Welt“ beworben. Was das eigentlich heißt, untersucht PC-WELT im Test.
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Nur drahtlos, kein USB: HP Tango X

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Die Tango-Serie von HP gibt es in zwei Ausführungen: Als Tango für rund 150 Euro (UVP) und als Tango X für rund 200 Euro (UVP). Der Unterschied liegt in der Umhüllung, nicht in der Hardware, die darin steckt. Der Tango X hat ein Stoff-Cover, das sich um den eigentlichen Drucker herumklappen lässt, wenn er nicht gebraucht wird. Ist es offen, dient es als Papierablage – das ist clever.

Beide Tango-Modelle haben ein handliches Gehäuseformat und verzichten weitgehend auf Tasten. Es finden sich nur ein Ausschalter und eine WLAN-Taste auf der Rückseite. Stattdessen teilen die Drucker über LEDs aktuelle Tätigkeiten mit und zeigen anhand aufleuchtender Symbole auf der oberen Abdeckung, ob Sie einschreiten müssen.#

TEST-FAZIT: HP Tango X

Der HP Tango X ist genau wie der Tango (ohne X und daher ohne Stoff-Cover) ein Single-Function-Drucker mit Scan- und Kopierfunktionen über die App HP Smart. Damit fehlt die sonst übliche Glasfläche zum Auflegen von Vorlagen. Für hochwertige Scans taugt der Tango deshalb nicht. Gleichzeitig müssen Sie aufs Scannen und Kopieren nicht ganz verzichten.

Wem das ausreicht, erhält einen WLAN-Drucker in frischer Optik: weißes Gehäuse, flache Bauweise, Fokus auf LEDs statt Tasten. Das Stoff-Cover des Tango X ist teuer, aber auch edel und umkleidet den Drucker bei Nichtgebrauch so, dass er nicht mehr als IT-Gerät zu erkennen ist

Die App ist umfangreich aufgebaut und bleibt dabei übersichtlich. So ganz ausgereift ist sie jedoch zum Testzeitpunkt nicht: Denn während des Tests verlieren Smartphone und Drucker immer wieder die Verbindung, ohne dass die App darauf aufmerksam macht. Die Folge: Sie bemerken, dass etwas nicht stimmt, weil das „Drucken“-Feld plötzlich nicht aktiv ist. Dann hilft meist nur ein Neustart der App. Gleichzeitig bekommen Sie recht früh Alerts, wenn Tinte oder Papier zur Neige gehen.

Im Tintenverbrauch ist der Tango teuer, auch wenn Sie XL-Patronen einsetzen. Wer Fotos drucken will, sollte sich das Instant-Ink-Angebot des Herstellers ansehen, das die Tinte bei Fotos außen vor lassen soll. Für Vieldrucker ist das Gerät jedoch trotzdem nicht geeignet. Dazu lässt sich zu wenig Papier bevorraten. Auch wird die Druckeinheit bei höherer Belastung schnell an ihre Grenzen stoßen.

Die Ausgabequalität stimmt jedoch. Insofern kann HP mit dem Tango auch eingefleischten Smartphone-Anwendern das Drucken möglicherweise wieder näherbringen. Das allein macht den Tango jedoch noch nicht zu einem Smart-Home-Drucker. Eher schon, dass er sich grundsätzlich per Sprachassistent Amazon Alexa und Google Assistant ansprechen lassen soll. Zum Testzeitpunkt gibt es jedoch keine deutschen Skills. Sie sollen laut HP erst Mitte 2019 verfügbar sein. Dabei fällt Apples Siri im Moment ganz flach, Microsofts Cortana ist momentan nur in den USA verfügbar.

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HP Tango X dem klassischen Druckerbereich einen neuen Dreh, den PC-WELT mit einer Auszeichnung fürs Design würdigt.

PC-WELT-Auszeichnung Top-Design für HP Tango X

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Pro

+ edles Design

+ App-Steuerung

+ gute Druckqualität

Contra

- kleine Kartuschen

- Kompromisse fürs Scannen und Kopieren nötig

- App mit kleineren Bugs

Installation – per Bluetooth und App ins WLAN

Smartphone oder Tablet: Voraussetzung für die Inbetriebnahme des HP Tango X ist die App „HP Smart“, die es für Android, iOS und Windows 10 kostenlos in den jeweiligen Stores gibt. Über die App stellen Sie die erste Verbindung zum eingeschalteten HP Tango X per Bluetooth her. Dazu muss die Drahtlosverbindung an Ihrem Smartphone aktiviert sein. Erkennen sich Drucker und Mobilgerät, sehen Sie am Smartphone-Display die verfügbaren WLAN-Netzwerke, aus denen Sie das gewünschte Funknetzwerk auswählen und Ihre Zugangsdaten eingeben. Die einzelnen Schritte zur Installation des Tango X im WLAN verfolgen Sie am Display des Mobilgeräts.

Per Animation in der Installationsroutine geht es ans Einsetzen der Druckpatronen. Dazu klappen Sie den Deckel des HP Tango X auf. Das Einklicken der Patronen in die Halter gelingt im Test nicht auf Anhieb, da dazu nur wenig Platz vorhanden ist und die Patronen relativ fest in die Halterungen gedrückt werden müssen. In der Zwischenzeit haben Drucker und Mobilgerät die Verbindung verloren, da das Smartphone in den Energiesparmodus geschaltet hat. Die Folge: Wir sehen eine Fehlermeldung und müssen den Verbindungsvorgang wiederholen. Das gelingt, als wir den Ausschalter des Druckers mehrere Sekunden halten, etwas warten und den Drucker wieder einschalten.

Die Fehlermeldung bezieht sich nicht direkt auf das Installationsszenario. Vielmehr ist von USB-Anschluss und Bedienfeld die Rede. Beides bringt der HP Tango X nicht mit – hier sollte HP etwas nachbessern.

Windows-Rechner: Ist der Tango erst einmal mit dem WLAN verbunden, können Sie ihn auch über Windows-Rechner ansteuern. Für PCs mit Windows 10 greifen Sie dazu auf die App „HP Smart“ zurück. Wollen Sie das nicht oder nutzen Sie noch Windows 7, ergänzen Sie den Drucker, indem Sie ihn als Netzwerkdrucker über „Systemsteuerung -> Geräte und Drucker“ hinzufügen. In diesem Fall installiert das Betriebssystem einen klassischen Druckertreiber mit typischer HP-Optik und PCL-Einstellungen. Im Test gelingt das ohne weitere Zwischenfälle.

Steuerung über HP Smart App

Drucken: Mit dem HP Tango lassen sich Dokumente und Fotos auf unterschiedliche Weise vom Mobilgerät ausdrucken. Tippen Sie auf das Druckersymbol, kommen Sie in die Einstellungen zum HP Tango. Unter „Voreinstellungen -> Fach und Papier“ legen Sie fest, welche Papiersorten Sie üblicherweise verwenden. Dabei unterscheidet der HP Tango zwischen „Groß“, „Mittel“ und „Klein“. Die eingestellten Formate und Medien erkennt der Drucker dann automatisch, wenn Sie Ihre Eingaben mit „Übernehmen“ bestätigt haben.

Im Bereich „Tools“ können Sie sich Berichte zu Druckerstatus, Netzwerkkonfiguration oder Druckqualität ausgeben lassen. Stimmt etwas mit der Ausgabequalität nicht, wählen Sie „Tools zur Druckqualität“. Hier führen Sie etwa eine Druckkopfausrichtung durch.
Unter „Optionen“ finden Sie den Punkt „Print Anywhere“. Er führt Sie zur Registrierung bei HP, um von außerhalb Ihres Heimnetzes oder über eine Mobilfunk-Verbindung zu drucken. Haben Sie beispielsweise bereits ein HP-ePrint-Konto, können Sie Ihren Tango dort registrieren.

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Der HP Tango X ist auf die Steuerung per App ausgelegt. Einmal per Bluetooth verbunden, arbeitet er übers WLAN.

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Auf dem Homescreen der App sehen Sie unterhalb des Druckersymbols einzelne Kacheln, über die Sie bestimmte Funktionen ausführen. Tippen Sie etwa auf „Dokumente drucken“, können Sie auswählen, woher Ihr Dokument stammt – etwa aus dem Dateiordner des Mobilgeräts oder einem Cloudspeicher wie Dropbox, Google Drive oder Box. Über die Kachel „Fotos drucken“ gelangen Sie zu den Fotos auf Ihrem Gerät oder zu den Bildern in Ihren Accounts bei Facebook oder Instagram.

Tipp: Die Kachelfunktionen lassen sich individuell anpassen: Scrollen Sie ans Ende der Kacheldarstellung und tippen Sie auf „Personalisieren“. Wählen Sie aus der Liste, welche Funktionen unterstützt werden sollen, indem Sie die entsprechenden Schieberegler aktiv oder inaktiv setzen.

Scannen und kopieren: An sich bringt der HP Tango X nur eine Druckfunktion mit. Dank der App lässt sich über ihn aber auch scannen und kopieren. Dazu verwenden Sie jeweils die Smartphone- oder Tablet-Kamera zusammen mit der App. Positionieren Sie die Vorlage so, dass Sie in den Rahmen passt, den HP Smart App vorgibt. Für eine Kopie können Sie zwischen Farbe und Graustufen wählen. Den Scan können Sie zuschneiden. Außerdem gleicht die Software etwas schief aufgenommene Vorlagen etwas aus. Im Test funktionieren matte, plane Vorlagen ganz gut. Mit glänzenden oder etwas hochstehenden Vorlagen wie etwa bei Heftseiten stößt die Scanfunktion schnell an qualitative Grenzen. Die Kopier- und Scan-Funktionen per App sind deshalb eher ein Kompromiss, reichen aber an die Qualität eines Flachbettscanners sicher nicht heran.

Die in der HP Smart App eingerichteten Papierformate und Medientypen erkennt der Tango automatisch.

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Verbrauch – kleine Kartuschen

Im HP Tango X befinden sich zwei Kombipatronen mit der Serienkennung 303, bei denen Tinte und Druckkopf eine Einheit bilden. Die mitgelieferten Patronen sind auf das Nachschubprogramm HP Instant Ink vorbereitet. Hier wählen Sie eine bestimmte Anzahl an Drucken pro Monat und erhalten automatisch Tintennachschub. Bei der Tango-Serie gibt es einen zusätzlichen Anreiz von HP, sich für das Programm zu entscheiden: Denn vom Smartphone ausgedruckte Fotos werden nicht ins Monatsbudget eingerechnet. Der Tintenverbrauch ist laut Hersteller in diesem Fall kostenlos. Für das Papier müssen Sie jedoch selbst aufkommen.

Wollen Sie ohne Instant Ink Patronen nachkaufen, haben Sie die Wahl zwischen Standard- und XL-Reichweiten. Selbst auf Basis von hohen Reichweiten errechnen wir hohe Druckkosten mit 6,2 Cent für das schwarzweiße und 9,9 Cent für das farbige A4-Blatt.

Stromverbrauch: Im Test sinkt der Energiebedarf nie unter 2,8 Watt – das ist ein relativ hoher Wert für den Stromsparmodus.Außerdem schaltet sich der Tango nicht automatisch ab, wenn er eine Weile inaktiv ist. Das lässt sich auch über die App-Einstellungen zum Drucker nicht ändern. Wenn Sie vielmehr die erweiterten Einstellungen antippen, finden Sie sich auf der Webserver-Seite zum Tango wieder. Hier sehen Sie unter „Einstellungen -> Energieverwaltung“, dass sich das automatische Abschalten nicht modifizieren lässt. Der voreingestellte Wert von „2 Stunden“ ist ausgegraut. Aus der Erläuterung darunter wird klar, dass die Funktion bei Geräten mit WLAN-Verbindung deaktiviert ist. Immerhin: Drücken Sie den Netzschalter, trennt sich der Tango X komplett vom Stromnetz. Das Messgerät zeigt dann 0,0 Watt an.

Automatisch ausschalten lässt sich der HP Tango X nicht. Das entsprechende Feld ist inaktiv.

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Arbeitstempo des HP Tango X

Lösen wir im Test einen Druckbefehl aus, reagiert der HP Tango X sowohl von der App als auch über den Windows-Rechner schnell. Das ist nicht bei allen WLAN-Drucker selbstverständlich. Bei Drucken auf Normalpapier sind reine Textseiten ordentlich flott fertig, wie etwa unser zehnseitiger Grauert-Brief in 54 Sekunden. Bei farbigen Seiten erreicht der Tango mittlere Zeitwerte: So dauern zehn Seiten aus Acrobat vom Windows-Rechner 3:17 Minuten.

Da der Fotodruck als zentrale Disziplin des Tango vom Hersteller angepriesen wird, haben wir im Test ein besonderes Augenmerk darauf gelegt. Unsere üblichen Testfotos für den Randlosdruck im 10x15-Zentimeter-Format meistert der Drucker im Schnitt in 1:19 Minuten – ein vergleichsweise durchschnittliches Ergebnis. Vom Smartphone aus sind Fotos etwas schneller ausgedruckt, auch wenn wir die Qualitätsstufe „Optimal“ einstellen. Die Werte pendeln sich im Schnitt bei 55 Sekunden ein.

Das maximal mögliche Format bei randlosen Fotos liegt beim Tango bei 13 x 18 Zentimeter. Hier warten wir im Mittel 1:09 Minuten, bis das gedruckte Foto fertig erstellt ist – das ist okay.

Grundsätzlich sind diese Ergebnisse als Richtwerte zu betrachten. Die Druckzeiten hängen nicht zuletzt von Ihrem Ausgangsmaterial ab.

Gute Druckqualität

Der Tango X erzeugt kräftige Farben, die gleichzeitig natürlich bleiben. Der Tintenauftrag ist stark, weshalb Ihnen selbst im Fotodruck die Normalauflösung ausreichen wird. Die Starterpatrone im Test ist allerdings schnell leer gedruckt. Für Nachschub in Form von XL- oder Instant-Ink-Patronen müssen Sie sehr bald sorgen.

Auch die Schwarzdeckung bei Texten fällt stark aus, die Buchstaben bleiben jedoch gut lesbar. Gemischte Dokumente mit Texten, Bildern und Grafiken sind HP-typisch eher hell als dunkel und deshalb detailreich.

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Technische Daten und Testergebnisse:

HP Tango X

Maximale Druckauflösung

Farbe: 4800 x 1200 dpi; Schwarzweiß: 1200 x 1200 dpi

Kapazität Papierfach

50 Blatt Normalpapier, 20 Blatt Fotopapier

Arbeitsspeicher

256 MB (DDR3)

Kompatible Betriebssysteme

Windows 7, 8, 10, Mac OS X, Android, iOS

App

HP Smart (kostenlos)

10 Textseiten (Graustufen)

0:54 Minuten

10 Farbseiten, Acrobat

3:17 Minuten

Randl. Foto 10 x 15 cm

1:19 Minuten (PC), 0:55 Minuten (Smartphone)

Randl. Foto 13 x 18 cm

1:09 Minuten (Smartphone, optimale Auflösung)

Randl. Foto 13x 18 cm

0:52 Minuten (Smartphone, normale Auflösung)

Kartuschen Lieferumfang

HP 303 Schwarz für ca. 125 Seiten, Farbe für ca. 110 Seiten (Instant Ink Ready)

Preise (UVPs des Herstellers)

HP Tango 149 Euro; HP Tango X 199 Euro

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