HTC U12+ Test: 4 Kameras und ohne Display-Notch

Dennis Steimels, Panagiotis Kolokythas, Christian Seliger |
Das HTC U12+ kommt mit vier Kameras, viel Speicher und ohne Display-Notch. Wir haben das neue HTC-Flaggschiff im ausführlichen Test.
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Das HTC U12+ im ausführlichen Test

HTC

Mit dem U12+ hat HTC sein neuestes Top-Smartphone vorgestellt, das komplett ohne Tasten auskommt - na ja, zumindest ohne physische Tasten. Ansonsten ist alles an Bord, was zu einem richtigen Flaggschiff gehört.

TEST-FAZIT: HTC U12+

Das Design und die Farben sind cool, die Hardware ist aktueller Highend-Standard - da kann man einfach nicht mehr erwarten - und mit Edge Sense bietet das Handy eine sehr praktische Funktion, die sonst kein Handy hat. Außerdem macht die Kamera in vielen Situation sehr gute Fotos und die Klangqualität ist auf einem sehen hohen Niveau. Hinzu kommt, dass der Akku überdurchschnittlich lange hält.

Pro

+ Edge-Sense

+ Lange Akkulaufzeit

+ Cooles Design, coole Farben

Contra

- Keine Klinkenbuchse

Handhabung und Display: Transparentes Gehäuse ohne Tasten

Auf der Vorderseite befindet sich ein 6 Zoll großes LC-Display im 18:9-Format mit einer Auflösung von QHD+ (2880 x 1440 Pixel, 537 dpi). Und nein, es gibt tatsächlich keine Notch wie beim iPhone X , P20 Pro und anderen aktuellen Handys. Bei HTC hat das aber auch ganz pragmatische Gründe – denn wie immer sitzen ober- und unterhalb des Displays die Boomsound-Lautsprecher. 

Das HTC U12+ hat keine klassischen Hardware-Tasten mehr am Gehäuse. Die Power-Taste sowie die Lautstärke-Buttons sind rechts am Gehäuse nur angedeutet und reagieren auf Druck. Ähnlich wie der Rahmen, in dem wieder "Edge Sense" integriert ist. Drücken Sie den Rahmen zusammen, dann lösen Sie damit eine vordefinierte Aktion aus. Insgesamt fühlt sich das Gehäuse aus Glas und Aluminium sehr wertig an und liegt auch angenehm in der Hand. Allerdings ist die Glas-Oberfläche sehr glatt.

3 Farben: Die schwarze Variante ist die aus unserer Sicht langweiligste, weil sie einfach schwarz mit einem spiegelnden Chrom-Effekt ist. Interessanter sind die beiden anderen Farben. Zuerst die Flame-Red-Version. Die nennt HTC so, weil das Rot je nach Spiegelung ins Gelbe übergeht – ähnlich wie eine Flamme. Je nach Lichteinfall verändert sich die Farbe von Rot hin zu einem leichten Gelb, und das sieht wirklich cool aus.

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HTC U12+ in der Farbvariante Translucent Blue

© HTC

Die andere Version ist das Translucent Blue – und ja: Das Teil ist wie das U11+ letztes Jahr wieder transparent. Schon damals fanden wir diese Idee cool, hatten aber vermutet, dass HTC sich nicht wirklich getraut hat, das richtig durchzuziehen, denn wirklich viel vom Innenleben hatte man da nicht gesehen. Beim U12+ geht HTC einen Schritt weiter: Bei richtigem Lichteinfall kann man jede Menge von der Hardware sehen, den Akku, das Kameramodul, Leitungen, Schrauben und so weiter – und das ist doch mal wirklich eine Abwechslung zu den sonst immer gleichen Handy-Rückseiten. Außerdem sieht das Blau auch sonst ziemlich schick aus.

Leistung: Ordentlich Power

Das HTC U12+ kommt mit Qualcomms neuem Chipsatz Snapdragon 845 mit bis zu 2,8 GHz Taktung, der durch 6 GB Arbeitsspeicher unterstützt wird. Entsprechend hoch ist die Leistung des Smartphones in unserem Benchmark-Test. Im Antutu-Benchmark erreicht das U12+ über 256.000 Punkte und ist damit stärker als das Galaxy S9 , das "nur auf etwa 245.000 Punkte kam. Auch der 3DMark bestätigt die hohe Leistung mit über 62.000 Punkten. In der Praxis merken Sie die Performance vor allem bei allen leistungshungrigen Anwendungen wie aufwändigen Spielen und durch eine allgemein schnelle Bearbeitungen von Aufgaben.

Ausstattung und Software

Der interne Speicher ist 64 Gigabyte groß. Der Speicher kann über eine Micro-SDXC-Karte um bis zu 2 Terabyte erweitert werden. Als Betriebssystem setzt HTC auf Android 8.0 mit Project Treble.  Hinzu kommen die beiden Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa. Zu den besonderen Funktionen gehört wie schon im U11 "Edge Sense". Sie können jetzt unter anderem durch doppeltes Antippen des Rahmens an beiden Seiten den Einhandmodus starten oder schließen. Oder Sie öffnen eine App durch kurzes drücken oder drücken und halten.

Das HTC U12+ ist 156,6 x 73,9 x 8,7 bis 9,7 Millimeter groß, IP68-zertifiziert und bringt 188 Gramm auf die Waage. Das HTC U12+ verfügt über einen USB.Anschluss 3.1 Typ C und unterstützt Bluetooth 5.0, Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac (2,4 & 5 GHz), NFC und Cat 18 LTE für Downloads bis zu 1,2 GBit pro Sekunde und Uploads bis zu 150 MBit pro Sekunde.

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HTC U12+ in der Farbvariante Ceramic Black

© HTC

Multimedia: Gute Bildqualität

Auf der Rückseite des transparenten Glasgehäuses befindet sich eine Dual-Kamera mit einem 16- und einem 12-Megapixel-Sensor. Die Kameras sind horizontal angeordnet. Damit verzichtet HTC auf den Trend, die Kamera vertikal zu positionieren, den Apple mit der Dual-Cam beim iPhone X gestartet hat. Beim Vorgänger U11+ gab es nur eine Single-Cam. Die Bildqualität ist in Summe gut, hat aber Schwächen im Detail hier und da. Passend dazu kommt demnächst ein Kamera-Vergleich zwischen dem P20 Pro, dem U12+ und dem Xperia XZ2, den wir an dieser Stelle einfügen werden. Auch werden Sie das Video auf unserem Youtube-Kanal sehen können.

Positiv ist, dass beide Objektive im Gehäuse versenkt sind. Das sieht noch ein Stück sauberer aus. Dabei fällt kaum auf, dass dafür das Gehäuse nach oben hin um einen Millimeter immer dicker wird. Ansonsten bietet die Kamera Flaggschiff-Standardware, heißt: Mit den zwei Linsen gibt’s zweifach optischen Zoom, außerdem zehnfach Digital-Zoom, der ähnlich wie beim P20 Pro dank Software-Optimierungen deutlich besser sein soll als ein einfacher digitaler Crop.

Der Sensor soll 15 Prozent mehr Licht einfangen als beim Vorgänger, Sie können 4K-Videos mit 60 fps und optischem Bildstabilisator erstellen und Zeitlupen-Videos in Full-HD mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde.

Neu ist außerdem die Bokeh-Vorschau. Das heißt, das U12+ zeigt auf Wunsch den Unschärfe-Effekt beim Porträt-Modus schon vor dem Auslösen an – und das dank Doppel-Kamera in der Front auch bei Selfies. Apropos Selfies: Die kann man wie beim Vorgänger dank Edge Sense auch einhändig auslösen. Einfach den Rahmen zusammendrücken und losknipsen. Der drucksensitive Rahmen beherrscht jetzt drei Kommandos: Ein einfacher Druck zum Beispiel, um ein Foto zu machen. Drücken und halten, um etwa die Kamera zu wechseln, und ein Doppel-Tipp mit einem Finger. Damit können Sie zum Beispiel den Edge Launcher aufrufen, um schnell Lieblings-Apps zu starten. Sie können aber auch andere Funktionen darauf legen – etwa den Zurück-Button oder den Bildschirm für die Einhand-Bedienung verkleinern.

Den wirklich guten Sound liefert das HTC U12+ über Boomsound-Lautsprecher und es wird ein Usonic-Headset inklusive aktiver Geräuschunterdrückung mitgeliefert.

Mobilität: Länger als der Durchschnitt

Der Akku hat eine Kapazität von 3500 mAh und hält das Handy damit in unserem Akkutest 10 Stunden am Leben. In diesem Test ruft der Browser alle paar Sekunde eine neue Webseite bei 75-prozentiger Display-Helligkeit auf. Das U12+ bleibt damit länger als der Durchschnitt aktiv und auch länger als viele seiner direkten Konkurrenten. In der Praxis muss das Handy spätestens am nächsten Vormittag wieder aufgeladen werden.