Huawei-CFO verhaftet - USA fordert Auslieferung

Panagiotis Kolokythas |
Die Finanzchefin von Huawei wurde in Kanada verhaftet. Die USA fordert ihre Auslieferung und China ist äußerst empört.
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Huawei-Financhefin Meng Wanzhou (Sabrina Meng)

Huawei

Der Streit zwischen den USA und dem chinesischen Unternehmen Huawei eskaliert. Dabei geht um den Vorwurf, dass Huawei gegen die US-Handelssanktionen gegen den Iran verstoßen habe. Kanadische Behörden haben nun bestätigt, dass die Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou (auch bekannt unter dem westlichen Namen Sabrina Meng) bereits am 1. Dezember 2018 in Vancouver verhaftet worden sei. Meng Wanzhou ist auch die Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei.

Wie die kanadische Nachrichtenseite The Globe and Mail meldet , droht Meng Wanzhou nun eine Auslieferung an die USA. Die Verhaftung, so heißt es, sei auf Wunsch von US-Strafverfolgungsbehörden erfolgt. Ein kanadisches Gericht wird am Freitag über das weitere Schicksal von Meng Wanzhou entscheiden.

Huawei erklärte gegenüber der kanadischen Zeitung, dass Meng Wanzhou wegen "nicht genauer spezifizierten Vorwürfen des Eastern District of New York" auf einem Transferflug in Kanada verhaftet worden sei. Die Staatsanwälte des Eastern District of New York hatten im April 2018 eine Untersuchung gegen Huawei wegen eines Verstoßes gegen das US-Embargo gegen den Iran eingeleitet.

In der Stellungnahme gibt sich Huawei derzeit noch zuversichtlich, dass das Ganze sich positiv auflösen werde. Man rechne jedenfalls mit einem gerechten Abschluss und sei sich keines Fehlverhaltens von Meng Wanzhou bewusst. Hinzugefügt wird dem Statement noch, dass sich Huawei generell an alle Gesetze und Auflagen halte.

Die chinesische Regierung reagiert dagegen etwas stärker: Die zuständige chinesische Botschaft in Ottawa legte einen Protest gegen die Verhaftung von Meng Wanzhou und fordert in der am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung ihre umgehende Freilassung mit dem Hinweis darauf, dass die Frau gegen keine Gesetze in den USA oder Kanada verstoßen habe.

"Die chinesische Seite lehnt solche Aktionen, die die Menschenrechte des Opfers ernsthaft verletzt haben, entschieden ab und protestiert entschieden dagegen", heißt es in der Mitteilung der Botschaft. Die "persönliche Freiheit" von Meg Wanzhou sei umgehend wiederherzustellen. Und weiter: "Wir werden die Entwicklung des Themas aufmerksam verfolgen und alle Maßnahmen ergreifen, um die legitimen Rechte und Interessen der chinesischen Bürger entschlossen zu schützen."

Für Kanada könnte der Fall zu einer Verschlechterung der Beziehungen mit China für. Ein für diesen Donnerstag geplantes Treffen hochrangiger chinesischer Vertreter mit kanadischen Politikern wurde bereits ohne Angaben von Gründen von den Chinesen kurzfristig abgesagt.