Intel greift Nvidia und AMD mit diskreter GPU an

Panagiotis Kolokythas |
Intel hat nun offiziell die Entwicklung einer diskreter GPU bestätigt. Damit bläst Intel zum Angriff auf Nvidia und AMD.
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Intel entwickelt diskrete GPU

Intel

Wenn sich zwei streiten, dann.... ist auch Platz für einen Dritten, der im Konflikt mitmischen kann. Jahrelang konkurrieren hauptsächlich AMD und Nvidia auf dem GPU-Markt. Ab dem Jahr 2020 betritt mit Intel ein dritter GPU-Hersteller den Markt. Das hat Intel nun in einem Tweet offiziell bestätigt. Der Tweet fällt knapp und kurz aus: "Intels erste diskrete GPU kommt in 2020", heißt es dort.

Ist das auch für Gamer interessant. Die Antwort lautet: Ja! Denn Intel will GPUs sowohl für Rechenzentren als auch Gaming-PCs bauen. Unklar ist derzeit nur, welche GPU zuerst auf den Markt kommen wird. Dass Intel stärker auf dem GPU-Markt mitmischen wird, wurde in den vergangenen Monaten klar, nachdem namhafte Entwickler aus der GPU-Szene von Nvidia, AMD und anderen Herstellern bei Intel anheuerten. Im November 2017 gab Intel bekannt, dass der frühere AMD-GPU-Chef-Architekt Raja Koduri bei Intel arbeitet, was auch stolz in einer Pressemitteilung der Welt mitgeteilt wurde. Davor war Koduri bei Apple für die Grafiksubsysteme verantwortlich und leitete in der Position auch den Wechsel zu den Retina-Displays ein.

Stellt sich nun natürlich die Frage, ob Intel innerhalb von nur zwei Jahren zu einem ernsthaften Konkurrenten für Nvidias Geforce- und AMDs Radeon-Familie werden kann. Der Analyst Ryan Shrout hegt in einem Meinungsartikel Zweifel daran. In so einer kurzen Zeit seien die Pläne von Intel zu aggressiv. Intel brauche mehr Zeit, um mit seinen neuen GPU-Produkten eine ähnlich hohe Performance und Effizienz wie AMD und Nvidia zu erreichen, oder zumindest nahe heran zu kommen. Zumal neben der Entwicklung der Chips ja auch noch ein gesamtes Software-Ökosystem auf die Beine gestellt werden müsse, inklusiver neuer Tools und neuer Hardware.

Erfahrungen hatte Intel auf dem Grafikchip-Markt bereits gesammelt. Allerdings eher negative, nämlich mit dem Larrabee im Jahr 2009, über den auch wir im Februar 2009 berichtet hatte. Larrabee sollte 2010 auf den Markt kommen, verschwand dann aber vorher aus dem Intel-Portfolio. Nur die Rechenzentren-Variante "Knights Landing" schaffte es seinerzeit auf den Markt.