In der A-Klasse hat Mercedes erstmals das MBUX Mercedes-Benz User Experience vorgestellt.

Das Kürzel MBUX steht für Mercedes-Benz User Experience. Dieses Infotainmentsystem ersetzt Comand Online, das für viele Jahre das leistungsfähigste Infotainmentsystem in allen Mercedes-Benz-Fahrzeugen war. MBUX bringt in seiner höchsten Ausbaustufe in der A-Klasse drei wesentliche Merkmale mit:

  • zwei 10,25-Zoll-Displays (26 cm Bildschirmdiagonale) mit einer Auflösung von bis zu 1920 x 720 Pixeln (200 dpi) samt dafür angepassten Bedienelementen

  • eine leistungsfähige Sprachsteuerung

  • eine fest verbaute SIM-Karte – der Mercedes ist also immer online, sofern eine Mobilfunkverbindung besteht. Als Mobilfunkprovider nutzt Mercedes Vodafone.

Das beeindruckende Doppeldisplay.

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Preis: Die A-Klasse kommt ganz schön teuer

Das Navigation-Premium-Paket für die A-Klasse kostet rund 3.016 Euro. Es bringt das "Erweiterte Funktionen MBUX" samt Festplatten-Navigation, Touchpad, volldigitalem Instrumenten-Display, Verkehrszeichen-Assistent und Media-Display. Dazu kommen  220 Euro für die Vorrüstung für das Konnektivitäts-Paket (Kombination von Mercedes-Me-Connect-Diensten und der Festplatten-Navigation) und 250 Euro für MBUX Augmented Reality für die Navigation. Die Smartphone Integration (Carplay, Android Auto) kostet noch einmal 250 Euro. Für das Head-up-Display verlangt Mercedes weitere 990 Euro.

MBUX Mercedes-Benz User Experience: Unten sieht man das Touchpad, links daneben die Qi-Ladematte, etwas darüber den Touchscreen. Links im Bild die rechten Lenkradtasten.

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Für die Multifunktions-Telefonie (Außenantenne, induktive Ladematte) werden noch einmal 490 Euro fällig. Zusätzliche 238 Euro verlangt Mercedes für Digitalradio DAB+. Das Media-Interface-Kabel-Kit (um Geräte mit USB-Anschluss oder Lightning-Anschluss über eine universelle Schnittstelle mit dem Infotainmentsystem der A-Klasse verbinden) kostet noch einmal 59,50 Euro.

Die komplette A-Klasse mit 116-PS-Dieselmotor kostet laut Liste 51.110,50 Euro. Verdammt viel Geld für einen vergleichsweise schwach motorisierten Kompakten, der letztendlich in der Golf-Klasse antritt.                    

MBUX: Das Lenkrad mit den Lenkradtasten, unten das Touchpad und die beiden Displays.

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Hardware: Doppel-Display als Augenschmeichler

Sofort ins Auge sticht beim Einsteigen in die A-Klasse das durchgehende, optisch ansprechende Doppeldisplay (ein Nvidia-Chip liefert die Rechenleistung), das den Bereich vor dem Fahrer sowie über der Mittelkonsole einnimmt. Der Anblick für die Insassen der A-Klasse ist also ähnlich wie in der Mercedes E-Klasse. Mit einem wesentlichen Unterschied: In der A-Klasse ist der rechte der beiden Bildschirme als kapazitiver Touchscreen umgesetzt, in der E-Klasse gibt es dagegen keinen Touch. Die beiden Bildschirme in der A-Klasse sind jeweils 10,25 Zoll groß, also kleiner als in der E-Klasse, in der zwei 12,3 Zoll/31,2 cm große Bildschirme verbaut sind.

Touchscreen

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Der linke der beiden Bildschirme direkt vor dem Fahrer ist das Cockpit, hier sieht der Fahrer Tachometer, Drehzahlmesser und den Bordcomputer mit der Verbrauchs- und Restreichweiten-Anzeige. Aber auch eine kleine zusätzliche Navigationskarte oder den mit ACC gemessenen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug kann sich der Fahrer hier anzeigen lassen.

Über die Bedienelemente links im Lenkrad kann der Fahrer die Darstellung im Cockpit nach seinen Wünschen anpassen. Der Fahrer kann dabei zwischen einer klassischen und einer sportlichen Ansicht wählen und auch eine große Karte einblenden, die ein wenig an die Darstellung bei Audi und VW erinnert, um die herum dann andere Angaben wie Geschwindigkeit oder Restreichweite angezeigt werden. Eine peppige Google-Earth-Ansicht wie bei Audi steht im Mercedes jedoch nicht zur Verfügung.

Für das Cockpit sind unterschiedliche Ansichten möglich.

Der rechte der beiden 10,25-Zoll-Bildschirme, der als Touchscreen umgesetzt ist, befindet sich oberhalb der Mitte des Armaturenbretts. Er stellt das eigentliche Infotainmentsystem mit Telefonie-Menü, Navigation und Unterhaltungsbereich dar. Die Icons für die Hauptmenü-Punkte sind ausreichend groß und lassen sich mit dem Finger gut treffen. Wischbewegungen führt der Touchscreen flott aus. Der Touchscreen funktioniert so wie er sollte und für Auto-Verhältnisse leidlich schnell beim Ein- und Auszoomen der Navigationskarte. Die Schnelligkeit des Touchscreens eines leistungsstarken Smartphones erreichen Sie damit aber nicht.

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Die großen Icons auf dem Touchscreen kann der Fahrer horizontal per Drag&Drop mit seinem Finger verschieben. Zu jedem Icon gibt es zudem einige Schnellzugriffs-Möglichkeiten innerhalb des jeweiligen Menüs (bei der Telefonie zum Beispiel die Anrufliste und die Kontakte). Unterhalb der großen Menü-Icons gibt es weitere Nutzungsfläche, beispielsweise für die Favoriten, wenn man nach unten wischt.

Touchbedienung

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Die Anzeige-Elemente auf den beiden Displays rundet das gut ablesbare Head-up-Display (HUD) vor dem Fahrer an der Windschutzscheibe ab. Das HUD blendet unter anderem Tempo-Limits ein. Mit deren kamerabasierten Erkennung hapert es allerdings: MBUX zeigt uns öfter falsche Geschwindigkeitsbegrenzungen an, insbesondere das Ende von Tempolimits zeigt MBUX nicht immer richtig an.

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Ein CD-Player fehlt. Die SIM-Karte ist crashsicher in den Tiefen des Fahrzeugs verbaut, weil darüber auch der Notruf geht.

Lenkradtasten

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Sie bedienen MBUX über die Lenkradtasten, über das Touchpad samt Tasten auf der Mittelkonsole und – soweit es den rechten der beiden Bildschirme angeht – per Touch. Vor allem aber empfiehlt sich die leistungsfähige Sprachsteuerung zur Bedienung. Im Test funktionierte sie recht zuverlässig, Missverständnisse kamen nur selten vor – bei einigen Radiosender-Namen und einigen wenigen Navigationszielen. Aber insgesamt ist die Sprachsteuerung von MBUX das Beste, was man derzeit in einem Fahrzeug bekommen kann. Mehr dazu weiter unten.

Qi-Ladeschale

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Die Lenkradtasten sind zweigeteilt: Links im Lenkrad befinden sich der Home-Button, der Touch-Control-Button und der Zurück-Button für das Cockpit, also für den linken Bildschirm. Rechts im Lenkrad sind der Home-Button, der Touch-Control-Button und der Zurück-Button für den Touchscreen angebracht, also für den rechten Bildschirm. Damit lassen sich alle Menüs intuitiv bedienen, eine Anleitung ist überflüssig. Zusätzlich verbaut Mercedes rechts im Lenkrad aber auch noch Tasten zum Start der Sprachsteuerung (als Alternative zum „Hey Mercedes“-Weckruf), zur Rufannahme, zur Lautstärkeregelung inklusive Lautlos-Funktion (Mute) und für Favoriten.

Touchpad auf der Mittelkonsole

Auf der Mittelkonsole befindet sich ein Touchpad, mit dem Sie ebenfalls den Touchscreen bedienen können. Dazu gibt es noch Home- und Zurück-Taste sowie Tasten zum Vor- und Zurückspielen bei Liedern. Und einen weiteren mechanischen Lautstärkeregler mit Mute-Funktion.

Sie können Smartphones kabellos nach dem Qi-Standard aufladen. Die Ladematte befindet sich am vorderen Ende der Mittelkonsole.

Leistungsfähige Sprachsteuerung auf Basis von Linguatronic

Die nach wie vor auf Linguatronic basierende Sprachsteuerung ist neben den beiden Bildschirmen das Glanzstück von MBUX. Der Fahrer kann tatsächlich ohne Problem wesentliche Funktionen per Sprache steuern: Navigationsziele eingeben, Telefonanrufe starten, Heizung und Sitzheizung steuern, Radiosender auswählen, nach einer Tankstelle suchen, die beschlagene Windschutzscheibe freiblasen lassen oder den Wetterbericht abfragen.

Der Start einer Fahrt im Winter kann also folgendermaßen ablaufen: Sie lassen den Motor an, schalten den Automatik-Hebel auf Vorwärts, schauen kurz über die Schulter nach links und in den Außenspiegel, setzen dann den Blinker und fahren los. Während Sie das alles machen, sagen Sie zeitgleich „Hey Mercedes, Heizung auf volle Leistung“. Die Frauenstimme von MBUX bestätigt Ihren Wunsch. Dann sagen Sie sofort „Hey Mercedes, Sitzheizung auf volle Leistung“. MBUX bestätigt. Dann folgt „Hey Mercedes, navigiere nach XY“. MBUX bestätigt erneut. Und dann stellen Sie noch den gewünschten Radiosender ein: „Hey Mercedes, Radio Bayern 1“. Wieder bestätigt MBUX. Für all das müssen Sie keinen einzigen Schalter drücken und Sie müssen auch nie auf irgendeinen Bildschirm schauen. Sicherer geht es nicht. Wobei man fairerweise sagen muss: Schneller geht das Einschalten von Sitzheizung und Innenraumheizung natürlich über die mechanischen Schalter im Fahrzeug.

Für das Cockpit sind unterschiedliche Ansichten möglich.

In die Kategorie „witzig, aber nicht notwendig“ fällt die Möglichkeit, dass man auch „Hey Mercedes, mir ist kalt“ oder „Hey Mercedes, ich habe Hunger“ sagen kann. Daraufhin regelt MBUX die Temperatur etwas hoch oder zeigt auf dem Navigationsgerät nahegelegene Restaurants an. Mit „Hey Mercedes, ich habe Durst“ scheitert man dagegen: Der Mercedes lässt den Fahrer verdursten…

Ganz perfekt ist die Sprachsteuerung allerdings noch nicht. So gelang es uns nicht, die Lautstärke des Radios per Sprachbefehl zu regeln. Die Verkehrslage konnten wir nicht per Sprachbefehl anzeigen lassen. Außerdem scheiterten wir daran, Online-Musik per Sprache zu starten. Und kurioserweise verstand MBUX mehrmals unseren Befehl „Hey Mercedes, Radio Bayern 1“ nicht. Obwohl wir diesen Sender sogar unter den Favoriten abgespeichert hatten. Einige Minuten später verstand MBUX diesen Befehl zur Auswahl eines Radiosenders dann wieder einwandfrei.

Außerdem kann MBUX nicht zwischen Stimmen unterscheiden, MBUX bezieht jeden Befehl zunächst einmal auf den Fahrer. Derzeit muss man also noch „Beifahrer“ dazu sagen, wenn man dessen Heizung oder Sitzheizung steuern will: „Hey Mercedes, stell die Temperatur auf 24 Grad“ setzt nur fahrerseitig die Temperatur auf 24 Grad. „Hey Mercedes, schalte die Sitzheizung ein“ schaltet die Sitzheizung des Fahrers ein. Sind dagegen Heizung oder Sitzheizung des Beifahrers gemeint, so muss man das explizit dazu sagen: „Hey Mercedes, schalte die Sitzheizung des Beifahrers ein“.

Stimmen von Personen auf der Rücksitzbank kann das Mikrofon zunächst einmal nicht erfassen – das erleichtert die Kommunikation zwischen Fahrer und MBUX. Doch wenn sich jemand von hinten weit nach vorne Richtung Mikrofon beugt oder der Beifahrer sich etwas nach links beugt und „Hey Mercedes“ sagt, dann reagiert das Sprachsteuerungssystem auch darauf.

Einige MBUX-Befehle funktionieren auch ohne Mobilfunkverbindung. Nämlich die für die autointernen Funktionen wie für  Heizung/Sitzheizung. Aber für viele andere Funktionen wie Navigationsziele oder Wetterbericht muss eine Mobilfunkverbindung vorhanden sein.

Falls Ihnen der ständige Weckruf „Hey Mercedes“ zu lästig wird, können Sie die Sprachsteuerung auch über eine Lenkradtaste starten.

Navigation: Mit AR-Unterstützung

Die Navigation funktioniert ohne Probleme, die Sprachsteuerung erkennt auch etwas ungenau formulierte Ziele meist korrekt. Per Sprachbefehl lassen Sie sich auch Tankstellen oder Parkmöglichkeiten anzeigen.

MBUX Augmented Reality: Abbiegen nach links auf die A93.

Sie können direkt auf dem Touchscreen mit den Fingern in die Karte ein- und auszoomen. Zusätzlich zu der Hauptkarte auf dem Touchscreen können Sie sich auch im Cockpit eine weitere Kartenansicht einblenden lassen, und zwar in unterschiedlichen Größen.

MBUX Augmented Reality: Abbiegen nach rechts.

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Nähert man sich einer Abbiegung oder Kreuzung, so aktiviert die Navigation MBUX Augmented Reality: MBUX blendet dann Richtungspfeile und Schilder in das Live-Kamerabild ein. Das erleichtert das korrekte Abbiegen an unübersichtlichen Kreuzungen, allerdings blickt der Fahrer dadurch eventuell etwas länger auf den Touchscreen statt nach vorne auf die Straße.

Das Kartenmaterial stammt von Here, die Verkehrslage-Informationen liefert TomTom. Ein coole Google-Earth-Satellitenkarte, wie man sie zum Beispiel von Audi kennt, gibt es im Mercedes nicht.

Radio und Medien, Online-Musik von Tidal

Für die Unterhaltung bietet MBUX standardmäßig FM- und AM-Radio, Webradio, Audio-Streaming vom Smartphone und einen integrierten Musik-Streamingdienst. Ärgerlich: DAB+ ist nicht standardmäßig enthalten, sondern kostet Aufpreis. Ein CD-Player fehlt ebenfalls.

Radio

Bei der Auswahl der Radiosender ist die Sprachsteuerung erste Wahl. Dagegen erfolgt der Zugriff auf Bluetooth-Audiostreaming vom Smartphone oder Online-Musik von Hand, denn die Sprachsteuerung unterstützt diese Funktionen offensichtlich nicht.

Online-Musik von Tidal

Das Angebot Online-Musik wird von dem hierzulande weniger bekannten Musik-Streamingdienst Tidal befüllt. Das Tidal-Angebot integrierte Daimler 2018 in MBUX. Für zwölf Monate ist Tidal im Kaufpreis enthalten und kann auch auf dem Smartphone genutzt werden, danach muss nachbezahlt werden. Für 9,99 Euro gibt es die Musik in sogenannter Premium-Qualität und für 19,99 Euro in Hi-Fi-Qualität.

Idealerweise stellen Sie sich Ihre Playlists in der Smartphone-App von Tidal zusammen, denn die Titelsuche auf dem Fahrzeugdisplay ist umständlich und liefert mitunter nicht die gewünschten Ergebnisse. Die Tidal-Smartphone-App dagegen funktioniert reibungslos; damit können Sie bequem nach Ihrer Lieblingsmusik suchen und Playlists zusammenstellen, die dann auch im Mercedes zur Verfügung stehen.

Andere Musik-Streamingdienste wie Apple Music, Amazon Music, Spotify oder Google Play Music unterstützt MBUX dagegen nicht.

Telefonie-Freisprecheinrichtung und SMS

Wie gehabt telefonieren Sie über das via Bluetooth gekoppelte Smartphone. Anrufe starten Sie entweder per „Hey Mercedes“ oder über die entsprechende Lenkradtaste. Diese Freisprecheinrichtung funktioniert ohne Probleme, Sie können per Sprachbefehl Kontakte aus Ihrem Telefonbuch anrufen oder einzelne Nummern aufsprechen.

SMS

Kurznachrichten (SMS) lassen sich nur bei Android-Smartphones auf dem MBUX-Bildschirm anzeigen, weil das iPhone das dafür nötige Bluetooth-Profil MAP nicht unterstützt. Sie können dann SMS diktieren oder Textbausteine für den Versand verwenden.

SMS

Internet und Apps, Mercedes Me

Zunächst einmal können Sie diverse Informationen und den Fahrzeugstandort über die Mercedes-Me-App abfragen. Darin sind auch Tidal und weitere Funktionen wie On-street-Parken oder die What3Words-Navigation integriert. Bei On-street-Parken zeigt Ihnen die App freie Parkplätze entlang der Straßen an. Das steht aber nur für ausgewählte Straßen in Großstädten zur Verfügung, wo diese Funktion unterstützt wird. Inwieweit es in der Praxis tatsächlich klappt und ein als frei gemeldeter Platz in einer Großstadt auch tatsächlich lange genug frei bleibt, damit ihn der Mercedes-Fahrer erwischen kann - das wissen Sie erst, wenn Sie diese Funktion ausprobieren.

Mercedes-Me-Dienste

Die What3Words-Navigation wiederum ist ein alternatives Navigationssystem, das die ganze Welt in 3x3 Meter große Quadrate einteilt und jedem dieser Quadrate drei Wörter als Bezeichnung zuweist.

Browser mit einer pcwelt.de-Seite.

Neben diesen Mercedes-Me-basierten Internetdiensten stehen im MBUX ein Browser (der eher langsam reagiert, so dass er nur als Notlösung zu gebrauchen ist; jeder Smartphone-Browser ist besser), TomTom-Verkehrslagedaten und Wetterdaten aus dem Internet zur Verfügung. Dazu kommen Webradio und eben Online-Musik von Tidal. Von Yelp stammen die Bewertungen bei Restaurants.

Mercedes Me

© Daimler

Carplay und Android Auto

Daimler integriert Carplay und Android Auto in MBUX. Dabei zeigt sich, dass beide Dienste den großen rechten Bildschirm nicht voll ausnutzen – ein ähnliches Manko hat auch der VW Touareg. Von dieser Platzverschwendung einmal abgesehen funktionieren Carplay und Android Auto im MBUX aber wie gewohnt. Mit „Hey Siri“ startet man die Carplay-Spracherkennung, parallel steht aber auch „Hey Mercedes“ weiter zur Verfügung. Genauso verhält es sich mit „Ok Google“ bei Android Auto.

Carplay

Alternativ zu „Hey Siri“ oder „Ok Google“ kann man die Sprachsteuerung auch mit der Sprachsteuerungstaste rechts im Lenkrad starten.

Sie müssen das iPhone oder das Android-Smartphone an die USB-C-Buchse vorne in der Mittelkonsole anschließen. Nur darüber funktionieren Carplay und Android Auto. Wireless Carplay bietet MBUX dagegen nicht an, hier liegt nach wie vor BMW in Führung. Kurios: Wireless Carplay gibt es zwar auch von Daimler, aber nur im günstigeren Einstiegs-Infotainmentsystem Connect 5.0. Aber eben nicht im teuren MBUX.

Für das Cockpit sind unterschiedliche Ansichten möglich.

Fazit: Sprachsteuerung überzeugt

Auch wenn beim Einsteigen zunächst die beiden Bildschirme ins Auge stechen: Die entscheidende Funktion von MBUX ist die Sprachsteuerung.

Dank der leistungsfähigen Sprachsteuerung kann der Fahrer tatsächlich viele wesentliche Funktionen des Infotainmentsystems nur per Sprachbefehl einstellen. Damit bleibt der Blick des Fahrers immer nach vorn gerichtet und er wird nicht vom Verkehrsgeschehen abgelenkt. Einige wenige Funktionen, die nicht per Sprache steuerbar sind, lassen sich über mechanische Bedienelemente im Lenkrad und auf der Mittelkonsole erreichen, vor allem die Lautstärkeregelung. Auch das ist somit blind bedienbar. Sehr gut.

Weitere Stärken sind die Navigation mit AR-Unterstützung und die vielen Auswahl- und Individualisierungsmöglichkeiten bei der Darstellung auf den beiden Bildschirmen. Alles in allem ist MBUX ein beeindruckendes Infotainmentsystem, das dem Fahrer das Leben leichter macht. Das aber auch richtig viel Geld kostet.

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