Mit Tinte für drei Jahre: Brother MFC-J1300DW im Test

Ines Walke-Chomjakov |
Brother bewirbt den Multifunktionsdrucker MFC-J1300DW als "All in Box" inklusive Tintenvorrat für drei Jahre. Der Test prüft nach, was dahintersteckt.
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Komplettpaket mit XL-Patronen: Brother MFC-J1300DW

Brother

Der Brother MFC-J1300DW ist ein Tinten-Multifunktionsdrucker für den Arbeitsplatz oder das Home-Office. Der Hersteller verspricht, dass der beiliegende Tintenvorrat für bis zu drei Jahre ausreicht - genauso lange, wie die Herstellergarantie läuft. Der Test geht dem Versprechen auf den Grund.

TEST-FAZIT: Brother MFC-J1300DW

Mit dem Brother MFC-J1300DW beschreitet der Hersteller einen ähnlichen Weg wie Epson mit der Ecotank-Serie. Die Hardware ist vergleichsweise hochpreisig, dafür erhalten Sie ein Komplettpaket inklusive Patronen mit hoher Reichweite. Das verspricht eine Weile Ruhe. Ob Sie wirklich die versprochenen drei Jahre damit auskommen, hängt mehr als bei den Tankdruckern des Mitbewerbs von Ihrem Druckverhalten ab. Von Anfang an sagen lässt sich aber, dass die Seitenpreise im Vergleich zu anderen Patronendruckern sehr günstig ausfallen.

Für unsere Begriffe ist die Scaneinheit ausschließlich für einfache Büroarbeiten geeignet. Für speziellere Tätigkeiten wie Fotoscans eignet sie sich wenig, da die Ergebnisse zu dunkel ausfallen und damit zu viele Details verschwinden. Am Drucker und Kopierer gibt es gleichzeitig wenig zu meckern. Sie werden den Erwartungen absolut gerecht. Insgesamt erweist sich der Brother MFC-J1300DW so als verlässlicher Partner am heimischen Arbeitsplatz. Dafür sorgen außerdem die vielen Schnittstellen und die cleveren Online-Zusatzdienste, über die sich auch das Mobilgerät geschickt in den täglichen Workflow einbinden lässt.

Insgesamt erobert sich der Brother MFC-J1300DW die Auszeichnung "Empfehlung der Redaktion". Denn der Multifunktionsdrucker ist eine runde Lösung für den Arbeitsplatz, die zwar im Anschaffungspreis recht hoch ausfällt, sich aber lohnt, weil Sie sich selbst dann nicht über hohe Druckkosten aufregen müssen, wenn die Patronen früher als in drei Jahren leer gedruckt sind.

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Logo: Empfehlung der Redaktion

Pro

+ niedrige Seitenpreise

+ viele Schnittstellen

+ Blauer Engel zertifiziert

+ drei Jahre Herstellergarantie

Contra

- Fax-Kabel nur auf Anfrage

Verbrauch - niedrige Seitenpreise

Brother schnürt um den MFC-J1300DW ein Gesamtpaket, das das Unternehmen als "All in Box" bezeichnet. Der Lieferumfang umfasst neben dem Gerät zum Drucken, Scannen, Kopieren und Faxen auch Patronen mit hohen Reichweiten. Die separaten Kartuschen für die Farben Gelb, Rot, Blau und Schwarz sollen im Idealfall genug Tinteninhalt mitbringen, um drei Jahre sorgenfrei zu arbeiten. In einer Fußnote erklärt Brother, was darunter zu verstehen ist: Demnach basiert das Versprechen auf einem Druckvolumen von 200 Seiten pro Monat sowie einem Druckverhältnis von 60 Prozent Schwarzweiß- und 40 Prozent Farbseiten. Das Angebot ist somit auf Anwender zugeschnitten, die deutlich mehr monochrome als farbige Ausdrucke benötigen.

Doch auch wenn Sie mehr in Farbe drucken oder grundsätzlich höhere Druckvolumina erreichen und deshalb Ihre Tinten früher als im versprochenen Zeitraum austauschen müssen, bleiben die Folgekosten des Brother MFC-J1300DW sehr moderat: Wir errechnen auf Basis von XL-Nachkaufkartuschen und ISO-Angaben 2,4 Cent für das farbige und sogar nur 0,75 Cent für das schwarzweiße Blatt. Gerade die Textseite ist so günstig, dass sie in eine Region vorstößt, die von Multifunktionsdruckern mit fest eingebauten Tintentanks besetzt ist - wie etwa dem Epson Ecotank ET-2750 oder dem Canon Pixma G4500 . Diese erreichen zwar in der Farbseite noch niedrigerer Preise pro Seite, fordern jedoch vom Anwender die Bereitschaft, mit Tintenfläschchen herumzuhantieren.

Im Stromverbrauch erweist sich der Brother MFC-J1300DW als unauffällig. Im Test fällt der Energiebedarf im Ruhemodus deutlich unter ein Watt, wenn das Gerät am USB-Kabel hängt. Mit dem WLAN verbunden, benötigt der Multifunktionsdrucker mit 1.3 Watt mehr Strom. Gut: Ausgeschaltet trennt sich das Brother-Modell komplett vom Stromnetz.

Ausstattung - alle Schnittstellen an Bord

In Sachen Schnittstellen lässt der Brother MFC-J1300DW keine Wünsche offen. Neben USB und WLAN bietet das Gerät LAN, Wi-Fi Direct und NFC. Die letzteren beiden Interfaces sorgen dafür, dass Sie Ihr Mobilgerät direkt mit dem Multifunktionsgeräte drahtlos verbinden können. Gleichzeitig ist es auf Speicherhardware wie USB-Sticks und SD-Karten vorbereitet und bietet entsprechende Einschübe an. Trotz der integrierten Fax-Funktion liegt das passende Kabel nicht im Karton. Brother sendet es jedoch auf Wunsch kostenlos zu. Das Unternehmen geht davon aus, dass in vielen Fällen alte Kabel vorhanden sind und spart sich daher ein automatisch mitgeliefertes Exemplar.

Das Display am Bedienpanel ist touchfähig und reagiert im Test schnell und präzise auf den Fingerdruck. Der Menüaufbau ist logisch, die Icons selbsterklärend. Zusatzdienste übers Internet bietet der Brother MFC-J1300DW über zwei Icons an: Unter "Web" lassen sich Dokumente in Clouddienste wie Dropbox, Google Drive oder Evernote ablegen. Über "Apps" kommen Sie zu weiteren Services wie dem herstellereigenen Creative Center, über das Sie Karten, Spiele oder andere Vorlagen ausdrucken können. Dazu gibt es weitere praktische Funktionen wie beispielsweise Scan to Mobile: Hierüber lässt sich der Scan ans Mobilgerät übermitteln. Nach dem Scannen erhalten Sie einen QR-Code, den Sie mit einer Reader-App am Smartphone einlesen. Darin ist eine URL enthalten, über die Sie sich das eingescannte Dokument nach der Eingabe eines automatisch vergebenen PINs auf Ihr Mobilgerät laden. Im Test funktioniert der Vorgang nicht auf Anhieb mit jedem QR-Reader, da das Display den Code nur klein anzeigt. Sonst läuft die Übermittlung des Scans über den Brother-Dienst ohne Probleme.

Der Brother MFC-J1300DW beherrscht den Duplex-Druck automatisch, kann aber nicht automatisch doppelseitig scannen. In die Papierkassette passen bis zu 150 Blatt. Dazu gibt es eine Einzelblattzufuhr für dicke Medien bis 300 Gramm pro Quadratmeter. In den Vorlageneinzug lassen sich maximal 20 Blatt einlegen.

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Die Scaneinheit des Brother MFC-J1300DW erzeugt dunkle Scans. Die Folge: Mängel in puncto Details und Tiefenschärfe

Qualität - dunkle Scans

Die Druckeinheit des Brother MFC-J1300DW setzt Buchstaben in guter Schwarzdeckung und nur leicht rauen Rändern aufs Papier. Farbdrucke fallen hell und damit detailreich aus. Die roten und blauen Töne sind leicht überzeichnet, treten aber nicht so hervor, dass sie stören. Auf Fotos erkennen wir leicht blasse Hauttöne, die Farbgebung bleibt trotzdem insgesamt natürlich. Auch unsere Testkopien können überzeugen: Selbst schwierig reproduzierbare Pastelltöne finden sich auf den Farbkopien wieder. Weniger begeistert hat uns die Scaneinheit: In den Default-Einstellungen erzeugt sie dunkle Scans. Hier müssen Sie manuell nachjustieren, um Details nicht zu verlieren. Wie gut das gelingt, hängt damit von Ihrer Geduld ab. Die mangelnde Helligkeit hat auch zur Folge, dass die Tiefenschärfe der Scans gering ausfällt.

Geschwindigkeit im Drucken, Scannen und Kopieren

In den Tempoläufen erreicht der Brother MFC-J1300DW gute mittlere Ergebnisse. Für den Duplex-Druck müssen Sie allerdings sichtlich mehr Zeit einrechnen. Das zeigen 50 Sekunden für zehn Textseiten mit nur einer bedruckten Seite und 2:30 Minuten für dieselbe Aufgabe bei bedruckter Vorder- und Rückseite. Auffallend: Die Zeitdauer steigt überproportional, wenn wir die höchste Auflösungsstufe einstellen. Auf ein A4-Foto warten wir hier geschlagene 3:23 Minuten, während es bei mittlerer Auflösung in 1:31 Minuten fertiggestellt ist. Lobenswert: Wir erhalten echte 1:1-Kopien. Ein Abschneiden oder Verkleinern, um die Vorlage auf die Kopie zu bringen, können wir nicht feststellen.

Zum Vergleichtest: Die besten Tinten-Multifunktionsdrucker über 100 Euro.