Portal: Facebook verkauft ab sofort smarte Lautsprecher

Hans-Christian Dirscherl |
Facebook verkauft ab sofort seine beiden smarten Lautsprecher Portal und Portal Plus. Aber zunächst nur in den USA.
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Portal Plus

Facebook

Update 8.11.: Portal ab sofort in den USA verfügbar

Facebook verkauft ab sofort seine beiden smarten Lautsprecher Portal und Portal Plus. Allerdings nur in den USA. Der kleinere Portal kostet 199 Dollar, der größere Portal Plus 349 Dollar. Wer zwei Geräte auf einmal kauft, bekommt 100 Dollar Rabatt. Update Ende

Facebook hat nach monatelanger Vorbereitungszeit seine beiden smarten Lautsprecher vorgestellt. Sie heißen Portal und Portal Plus und fokussieren sich auf die Video-Telefonie.

Portal und Portal Plus besitzen beide einen druckempfindlichen Bildschirm, eine Kamera (Smart Camera) und ein Mikrofon (Smart Sound), die dank KI besonders leicht Videochats ermöglichen sollen. Die beiden Portal-Geräte konkurrieren bei ihrer Hauptfunktion und dem Bildschirm also mit Echo Show und Echo Spot von Amazon. Insgesamt ist der Funktionsumfang von Portal und Portal Plus aber weniger groß als der von Echo Show/Spot.

Funktionen von Portal und Portal Plus

Mit den beiden Portal-Geräten können Sie andere Portal-Nutzer anrufen. Außerdem sind Anrufe an den und vom Facebook Messenger möglich. Portal und Portal Plus können außerdem Musik von Spotify Premium und Pandora abspielen und Videos von Facebook Watch streamen. Auch iHeart Radio und ein Nachrichtendienst namens Newsy sowie Food Network werden unterstützt.

Youtube unterstützt Portal dagegen nicht und einen Webbrowser gibt es auf den Portal-Geräten auch nicht. Whatsapp und Instagram – diese beiden beliebten Plattformen gehören Facebook – lassen sich auf den Portal-Geräten ebenfalls nicht nutzen. Ebenso wenig kann man Facebook-Nachrichten verschicken oder empfangen. Somit dienen Portal und Portal Plus vor allem einen Zweck: dem Videochat.

Die Smart Speaker verfügen über eine intelligente Kamera

Die Weitwinkel-Kamera von Portal und Portal Plus erkennt, wenn jemand vor der Kamera steht. Sobald man einen Videochat über Portal startet, sucht die Kamera automatisch nach Personen im Raum und versucht, diese im Blick zu behalten. Die Kamera verfolgt zudem den Sprecher, so dass Sie während des Video-Chats im Zimmer umhergehen können und beide Hände frei haben. Das soll auch klappen, wenn sich mehrere Personen im Raum befinden und an dem Gespräch teilnehmen. Die Kamera versucht in diesem Fall, alle Personen zu erfassen, wozu sie in den Weitwinkel-Modus schaltet – spricht dagegen nur eine Person, so zoomt sie auf deren Gesicht ein. Letztendlich soll man mit Portal und Portal Plus telefonieren können, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, ob man im Bild ist oder nicht – das übernimmt automatisch die Kamera, indem sie mitschwenkt. Störende Hintergrundgeräusche sollen die Portal-Geräte ebenfalls reduzieren.

Maßnahmen zum Datenschutz

Facebook liefert beide Smart Speaker mit einer Abdeckung für die Kamera aus. Zudem können die Nutzer Mikrofon und Kamera auch ausschalten. Dabei sollen Mikro und Kamera aber nicht einfach nur abgeschaltet werden, sondern die Stromverbindung soll physisch unterbrochen werden. Das soll verhindern, dass Hacker unauthorisiert auf Mikrofon und Kamera zugreifen können. Der Touchscreen lässt sich zudem mit einem Zahlencode sperren.

Portal-Nutzer können sich anzeigen lassen, wenn ihre Facebook-Freunde gerade Portal nutzen. Diese Funktion kann man aber abschalten. Eine Video-Aufzeichnungsfunktion fehlt. Die von Amazon Echo und Google Home sowie Apple Homepod bekannte „immer auf das Signalwort lauschen“-Funktion ist dagegen auch bei Portal/Portal Plus vorhanden. Und genauso wie Echo, Google Home oder Homepod müssen sich die beiden Portale natürlich mit den Facebook-Servern verbinden, um ihrer Arbeit nachgehen zu können. Wobei Facebook betont, dass Kamera und Mikrofon nur lokal Daten nutzen und nichts auf den Server speichern. Die Kamera nutzt zudem keine Gesichtserkennung. Alle Verbindungen werden in Log-Dateien erfasst, die der Nutzer einsehen und löschen kann. Die Video-Telefonate werden zudem verschlüsselt übertragen.

Gespräche starten Sie per Druck auf den Touchscreen oder mit dem Startbefehl „Hey Portal“. Amazons Sprachassistentin Alexa unterstützen die beiden Portal-Geräte bereits, Google Assistant soll folgen. Zur Unterhaltung während des Videochats gibt es Overlay-Masken und Effekte. Sie können zudem für jeden Chat-Teilnehmer die gleiche Musik abspielen lassen (sofern alle Teilnehmer beim gleichen Musik-Streamingdienst einen Account haben).

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Links Portal und rechts Portal Plus

© Facebook

Die Hardware der Smart Speaker

Portal ist der kleinere der beiden Smart Speaker, der größenmäßig dem Echo Show ähnelt. Er hat einen 10-Zoll-Touchscreen mit 1280x720p-Auflösung, also nicht Full-HD, und zwei Lautsprecher.

Portal Plus dagegen ist noch einmal deutlich größer und sticht sofort ins Auge, wenn man den Raum betritt. Portal Plus bietet einen 15,6-Zoll-Touchscreen mit Full HD (1920x1080 Pixel). Auch hier sind zwei Lautsprecher verbaut, dazu kommt ein Subwoofer. Bei Portal Plus kann man zudem den Bildschirm auch hochkant drehen. Bei beiden Portal-Modellen ist eine 12-Megapixel-Kamera verbaut.

Werden die Portal-Geräte gerade nicht genutzt, können Sie diese als digitalen Bilderrahmen verwenden. Portal und Portal Plus zeigen dann Fotos aus Ihrer Facebook-Fotosammlung und der Ihrer Facebook-Freunde an. Die dafür genutzten Foto-Alben beziehungsweise Fotos müssen Sie vorher freigeben.

Preis und Verfügbarkeit

Facebook will Portal ab November verkaufen, Vorbestellungen sind für US-Kunden hier möglich. Das kleinere Modell wird für 199 Dollar und Portal Plus für 349 Dollar angeboten. Beim Kauf von zwei Geräten gibt Facebook 100 Dollar Preisnachlass. Zum Deutschland-Start gibt es keine Angaben.