Ryzen: Neue AMD-APUs inkompatibel zu Windows 7

Hans-Christian Dirscherl |
Die neuen AMD-APUs Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G sind anscheinend inkompatibel zu Windows 7. Das BIOS ist schuld.
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Neue AMD-APUs inkompatibel zu Windows 7

AMD

Wer sich einen Ryzen 5 2400G oder einen Ryzen 3 2200G für seinen Desktop-Rechner zulegt, muss aufpassen: Denn die neuen Ryzen-APUs von AMD mit integriertem Grafikchip sind anscheinend inkompatibel zu Windows 7.

Um diese Prozessoren geht es: Unter dem Codenamen Raven Ridge verkauft AMD Ryzen-Prozessoren für Desktop-PCs mit integrierter Radeon-Vega-Grafik. Wir haben beiden APUs, wie AMD diese Prozessoren bezeichnet, getestet:

AMD Ryzen 5 2400G im Test

AMD Ryzen 3 2200G im Test:

Beide Prozessoren bieten aktuell ein umschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Doch falls Sie damit einen Windows-7-Rechner bestücken wollen: Lassen Sie das besser bleiben. Denn zumindest in Kombination mit bestimmten Hauptplatinen sind die Ryzen-APUs inkompatibel zu Windows 7. Das Windows-Betriebssystem bootet nach dem CPU-Upgrade nicht mehr.

Das schreiben betroffene Nutzer auf Reddit. Als Grund für das Problem scheint man das auf den Hauptplatinen installierte BIOS ausfindig gemacht zu haben. Anscheinend erwartet Windows 7 andere Einstellungen für die Energieverwaltung des Rechners (ACPI, Advanced Configuration and Power Interface), als sie das für die neuen Prozessoren erforderliche BIOS liefert. Insofern sind nicht die Ryzen-Prozessoren und auch nicht deren Grafikkern unmittelbar für die Probleme verantwortlich. Deshalb hilft es auch nichts, wenn betroffene Nutzer eine diskrete Grafikkarte einbauen und diese statt des Grafikkerns der APU verwenden wollen – diese Maßnahme bleibt wirkungslos.

Das Problem tritt zumindest bei einigen Hauptplatinen von Asrock und Gigabyte auf. Der Asrock-Support soll AMD die Verantwortung zugeschoben haben. Denn AMD liefert den Herstellern mit der AMD Generic Encapsulated Software Architecture (AGESA) die Basis für deren BIOS-Versionen, wie Computerbase schreibt.

Microsoft wiederum stellt für Windows 7 keine funktionalen Updates mehr bereit. Bis 2020 gibt es für Windows 7 grundsätzlich nur noch Sicherheits-Updates. Für Windows-7-Rechner mit Ryzen-CPUs stellt Microsoft sogar nicht einmal mehr Sicherheits-Updates bereit. Microsoft hatte bereits 2016 mitgeteilt, dass Windows 7 und Windows 8.1 die neuen Prozessor-Generationen von Intel und AMD nicht mehr unterstützen werden. Betroffenen Anwendern bleibt nur der Wechsel zu Windows 10 oder zu Linux.

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