Roomba i7+: Die neue Clean Base bietet mehr Komfort, benötigt aber viel Platz

Für gängige Saugroboter gilt, dass Sie deren Staubbehälter selber leeren müssen. Und im Gegensatz zu herkömmlichen Staubsaugern müssen Sie das in der Regel nach jeder Reinigung und manchmal sogar schon vor Abschluss der Arbeit machen.  Das ist mehr als nur unangenehm, wenn Sie beispielsweise Allergien oder Asthma haben, denn das Entleeren kann eine Wolke aus Staub und Schmutz freisetzen, die Atemwegsprobleme verursachen kann.

Mit dem Roomba i7+ ist man bei I-Robot auf die optimale Lösung gekommen: ein Saugroboter, der sich automatisch selber leert. Das geschieht an der neu konzipierten Ladestation mit der Clean Base, die gleichzeitig als Müllbehälter dient. Jedes Mal, wenn der Roomba i7+ an die Ladestation fährt, dockt er auch an der Clean Base an und der von ihm aufgenommene Dreck wird automatisch in den Müllbehälter abgesaugt. Diese Funktion ist nicht billig, aber jeden Cent wert.

Design: Nicht anders als andere Roomba-Modelle

Der Roomba i7+ sieht nicht viel anders aus als andere Roomba-Modelle. Er hat die gleichen Abmessungen - etwas über 33 Zentimeter breit und 9 Zentimeter hoch - und seine Tasten für Reinigen und Laden sind genau dort, wo man sie auf der Oberseite erwartet.

Um zu sehen, wie sich der Roomba i7+ von anderen Modellen unterscheidet, müssen Sie ihn umdrehen. Sie werden sehen, dass jede der beiden Gummiwalzen spezielle Gewinde und Rillen hat, um unterschiedlichsten Dreck von unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten besser aufzunehmen. Und es gibt den Sauganschluss, über den die Clean Base den Inhalt des Müllbehälters absaugen kann, wenn der Roomba i7+ zu seiner Ladestation zurückkehrt.

Der Roomba i7+ von unten mit seinen speziellen Walzen und dem Anschluss für das Absaugen des aufgenommenen Drecks

© I-Robot

I-Robot hat auch die Navigation des Roboters verbessert. Der Roomba i7+ kann bis zu 10 Grundrisse erfassen, die Sie benennen und speichern können. So können Sie die Reinigung von Raum zu Raum anpassen und planen.

Die Clean Base selber sieht aus, als hätten die Designer einen kleinen Mülleimer auf eine herkömmliche Ladestation aufgesetzt. Im oberen Teil des Behälters hängt ein Einweg-Müllbeutel, der bis zu 30 Ladungen Dreck aus dem Saugroboter aufnehmen kann. Ist dieser Beutel voll, heben Sie einfach den Deckel des Fachs an, entfernen ihn und setzen einen neuen Beutel ein. Ein zusätzlicher Beutel ist beim Roomba i7+ bereits dabei. Ein weiterer Dreier-Pack soll 15 US-Dollar kosten.

Roomba i7+: Leistungsstark, aber teuer

© I-Robot

Einfache Einrichtung und Nutzung

Der Roomba i7+ lässt sich einfach einrichten: Schließen Sie die Ladestation an und folgen Sie den Anweisungen der iRobot Home-App, um den Roomba i7+ mit Ihrem Wifi-Netzwerk zu verbinden.

Wenn es doch eine Herausforderung für den Einrichtungsprozess gibt, dann ist es die, einen  geeigneten Platz für die Clean Base zu finden. Sie ist mit 31 x 38 x 48 Zentimetern ziemlich sperrig, und I-Robot empfiehlt, dass Sie etwa 1,20 Meter Abstand davor und 50 Zentimeter  freien Platz auf der rechten und linken Seite lassen.

Möchten Sie die im Lieferumfang enthaltene Virtual Wall Barrier verwenden, mit der Sie bestimmte Bereiche für den Saugroboter sperren können, muss die Ladestation mindestens einen Meter davon entfernt stehen und die Virtual Wall muss so ausgerichtet werden, dass sie den Saugroboter nicht daran hindert, an die Ladestation zu fahren. Keine leichte Aufgabe, denn die Clean Base soll bündig an einer Wand und in der Nähe einer Steckdose stehen.

Sie können einen Reinigungsdurchlauf starten, indem Sie die Clean-Taste am Roomba i7+ oder in der App drücken oder Sprachbefehle von Google Assistant oder Amazon Alexa verwenden. Beim ersten Durchlauf durch einen Raum navigiert der Roomba i7+ mit seinen verschiedenen Sensoren, während er sich mit den räumlichen Gegebenheiten vertraut macht. Das ergibt nicht sofort den effizientesten Weg, und er wird auch gelegentlich gegen Wände und Tischbeine stoßen. Das ist jedoch normal. Hat er erst einmal einen Grundriss aufgenommen, wird die künftige Reinigung systematischer ablaufen.

Der Roomba i7+ zeigt seine Aufzeichnungen nicht während des Reinigungslaufs an, sondern Sie müssen warten, bis er fertig ist und können die Aufzeichnungen dann in der App sehen.

Laut iRobot braucht der Roomba i7+ zwei bis fünf Durchgänge, um einen Grundriss fertigzustellen, und er wird versuchen, die zu reinigenden Flächen in verschiedene Bereiche aufzuteilen. Sie können den Roomba aber auch anpassen, indem Sie die Räume mit geraden Linien auf der Karte abgrenzen und jeden Raum beschriften. So können Sie die Reinigung planen. Sie können den Saugroboter aber auch in einen Raum stellen und mit der Auswahl des jeweiligen Grundrisses eine spontane Reinigung starten.

Die Reinigungsleistung ist oberstes Gebot. Bei einem Test, den unsere Kollegen von Techhive durchgeführt haben , hat sich der Roomba i7+ auf Teppich, Hartholz- und Linoleumböden mit Dreck unterschiedlichster Art – von Lebensmittelbröseln, über Straßenschmutz bis hin zu Tierhaaren – hervorragend bewährt. Er stolperte nie beim Übergang von einer dieser Oberflächen zur anderen, und er war erstaunlich gut darin, um Hindernisse und Schlingen von Stromkabeln herumzuarbeiten.

Der Roomba i7+ informiert Sie mit Sprachalarmen über seinen Reinigungsstatus, so dass Sie Ihr Handy während der Reinigung nicht unbedingt in der Hand halten müssen. Außerdem lädt er seine Batterie automatisch selber auf: Während eines Reinigungsvorgangs im Test wurde der Akku des Roomba i7+ schwach, so dass er selbstständig zum Aufladen zum Dock zurückkehrte und etwa 80 Minuten später wieder mit der Reinigung begann.

Die I-Robot Home-App macht es einfach, die Aktivitäten des Roomba i7+ zu verwalten

Der Roomba i7+ fährt – wie schon erwähnt – auch dann zur Ladestation zurück, wenn sein Müllbehälter voll ist. Hat er dort angedockt, wird ein lautes und kraftvolles Absaugen hörbar, wie man es von einem herkömmlichen Staubsauger kennt, und der Dreck wandert vom Roomba in den Müllbehälter der Clean Base.

Die iRobot Home-App macht es einfach, die Aktivitäten des Roomba i7+ zu verwalten. Der Startbildschirm zeigt den Status des Saugroboters übersichtlich an und bietet einfachen Zugriff auf Dispositionswerkzeuge und alle Grundrisse. Eine Reinigungshistorie informiert über die gereinigte Gesamtfläche, der Anzahl der Reinigungsarbeiten und liefert detaillierte Berichte über jede Reinigung.

Die Leistung des Roomba i7+ ist beeindruckend. Sein Preis allerdings auch: 1099,99 US-Dollar , also rund 960 Euro.

Der Test des Roomba i7+ erschien zuerst bei unseren Kollegen von Techhive .

Laut Aussage von I-Robot in Deutschland sei die Nachfrage nach dem neuen Modell groß, aber wann der Roomba i7+ auf dem deutschen Markt verfügbar sein wird, ist noch unklar.