Die virtuelle Realität bzw. die entsprechenden VR-Brillen existieren nicht erst seit gestern, allerdings werden erst in diesem Jahr gleich mehrere und vor allem so unterschiedliche Modelle auf den Markt kommen. Zudem arbeiten Entwickler, Filmemacher und Hersteller an immer besseren und grafisch stärkeren 360-Grad-Inhalten. Allen voran die Porno- und Spiele-Industrie, die hier eine große Chance sehen.

Ganz neu sind die beiden VR-Headsets Quest und Rift S von Oculus: Die Quest funktioniert ohne Smartphone, ohne PC und ohne Kabel, die Rift S zeigt VR mit PC-Leistung.

Ohne PC, Smartphone und Kabel: All-in-One VR-Headset

Oculus Quest: Die Quest braucht weder Smartphone noch PC, um VR-Inhalte anzuzeigen. Sämtliche Hardware inklusive Tracking-System steckt im VR-Headset selbst. So können Sie im Grunde an jedem Ort in die virtuelle Realität abtauchen. Wir haben die Quest bereits ausprobiert, in diesem Artikel finden Sie alle Infos zur Quest sowie unseren Eindruck .

HTC Vive Cosmos: Während die Quest mit Ende Mai bereits einen festen Starttermin hat, warten wir noch auf den Launch-Termin der Vive Cosmos, die ähnlich funktioniert. So steckt die Hardware im Headset inklusive Kameras für das Tracking Ihrer Bewegungen. Die Cosmos bietet ein Flip-up-Design, wodurch Sie die Brille schnell hochklappen können, um beispielsweise einen Anruf anzunehmen, ohne die Brille komplett abzunehmen.

Diese VR-Brillen gibt es für Smartphones

Wer bereits ein Smartphone besitzt, der kann die virtuelle Realität sehr günstig erleben und braucht kein teures Equipment kaufen. Die VR-Inhalte werden nämlich nur in ein VR-Headset gesteckt und fungiert als Display.

Samsung Gear VR: Samsung bietet dazu beispielsweise die eigene VR-Brille Gear VR an. Die Gear VR kommt mit einem Micro-USB- sowie USB-C-Adapter, wodurch Sie auch mit den neueren Galaxy-Modellen Galaxy S9/S9+ und Galaxy S10e, S10 und S10+ (Test) kompatibel ist. Aber eben auch mit einem Galaxy S6 beispielsweise. Samsung integriert ein Head-Tracking sowie Lage- und Beschleunigungssensoren, um das VR-Erlebnis zu steigern. Außerdem gibt es einen Controller, mit dem Sie in der virtuellen Welt navigieren und Spiele zocken.

Google Cardboard: Wer für seine VR-Brille möglichst wenig ausgeben möchte, fährt mit der Google Cardboard am besten. Sie besteht komplett aus Pappe, besitzt aber zwei Linsen und bietet Platz für Smartphones mit einer Display-Größe von 4 bis 6 Zoll. Sie kostet 20 Euro - zwei Brillen kosten 30 Euro.

Google Daydream View: Neben Cardboard bietet Google auch die Daydream View für 109 Euro UVP an. Daydream View ist eine Kombination aus VR-Headset und Controller. Im Headset setzen Sie ein kompatibles Smartphone wie das eigene Google Pixel 3 ein und können anschließend über die App Daydream auf VR-Inhalte zugreifen. Mit dem Controller navigieren Sie in der virtuellen Welt und können in Games etwa die Spielfigur steuern. Daydream View funktioniert wie die Samsung Gear VR.

Diese VR-Brillen gibt es für PC und Konsolen

HTC Vive Pro: Die Vive Pro löst mit insgesamt 2880 x 1600 Pixeln höher auf als die normale Vive. Die höhere Pixeldichte soll dem Screendoor-Effekt entgegenwirken, der die dargestellten Bilder wie ein Fliegengitter wirken lässt. Auch Text soll sich mit den neuen Bildschirmen besser lesen lassen. Die Vive Pro von HTC verfügt darüber hinaus über integrierte Kopfhörer und doppelt so viele Mikrofone. Durch den Vive Wireless Adapter können Sie sich außerdem kabelfrei in der virtuellen Realität bewegen - sehr cool! Mit vier Basis-Stationen steigt die VR-Spielfläche zudem von 25 Quadratmetern auf 100 Quadratmeter an.

HTC Vive: Während die Pro-Version kabellos arbeitet, ist die Standard-Vive per Kabel an den PC angeschlossen. Das Display ist ebenfalls bereits fest verbaut und bietet eine Auflösung von 2160 x 1200 Pixeln. Mithilfe der mitgelieferten Sensoren (Basisstationen), die diagonal gegenüber in einem möglichst leeren Raum aufgestellt werden, können Sie sich komplett frei im Raum bewegen - über die 32 verbauten Headset-Sensoren wird Ihre Position ständig nachverfolgt. So können Sie auch in der virtuellen Welt tatsächlich herumlaufen. Auch die Trackpads, die Ihre Hände in der virtuellen Welt darstellen, werden erfasst.

PC-Mindestanforderungen für die HTC Vive: Ihr PC sollte mindestens über 4 GB RAM, einen USB-2.0-Anschluss, Intel Core i5-4590 / AMD FX 8350 und Nvidia GeForce GTX1060 oder AMD Radeon RX480 verfügen.

Oculus Rift S: Oculus hat die Rift S Anfang Mai als sein bislang bestes VR-Headset präsentiert. Die Rift S hat jetzt ein verbessertes Display mit 2560 x 1440 Pixel, um den Gittereffekt zu reduzieren. Dank Oculus Insight-Tracking benötigen Sie keine externen Sensoren, um Ihre Kopfposition zu bestimmen. Die Rift S können Sie stationär nutzen, aber auch einen größeren Spielbereich von mindestens 2 x 2 Metern. Das Kabel ist 5 Meter lang. Die Oculus Touch Controller übertragen Ihre Handbewegungen direkt in die virtuelle Realität. Die Rift S kommt am 21. Mai auf den Markt und kann aktuell für 449 Euro vorbestellt werden.

PC-Mindestanforderungen für die Oculus Rift S: Ihr PC muss mit Windows 10 oder höher laufen, 8 GB RAM besitzen und eine Nvidia GeForce GTX 1050 Ti oder AMD Radeon RX470 oder besser verbaut haben. Außerdem ist mindestens ein Intel i3-6100 oder AMD Ryzen 3 1200 nötig.

Playstation VR: Sony hat seiner eigenen VR-Brille letztes Jahr ein Update verpasst und das Design verbessert, HDR-Übertragung implementiert und das Kabelmanagement optimiert. Vom Vorgänger unterscheidet sich das Modell neben genannten Eigenschaften durch die Bezeichnung CUH-ZVR2. Eine coole Erweiterung ist übrigens der Aim Controller von Sony . Der Controller stellt im Spiel Ihre Waffe dar, wodurch Shooter noch realistischer wirken.

VR-Inhalte für VR-Brillen

Mit VR-Brillen und entsprechenden Inhalten können Sie eine virtuelle 360-Grad-Welt erleben, Spiele zocken oder auch 360-Grad-Videos schauen - hierzu zählen auch Pornos.

Auf der Video-Plattform Youtube gibt es mittlerweile viele 360-Grad-Videos. Starten Sie ein solches Video auf Ihrem Smartphone, klicken Sie auf das Cardboard-Symbol im Player und legen Sie es in Ihre VR-Brille. Der Player unterteilt das Video automatisch in 2 Ansichten für jedes Auge. Sobald Sie Ihren Kopf bewegen, erleben Sie die 360-Grad-Ansicht.

Klicken Sie in der Youtube-App auf dem Smartphone auf das Cardboard-Symbol, unterteilt die Anwendung den Bildschirm in 2 Ansichten für jedes Auge zur Nutzung in einer VR-Brille.

Suchen Sie im Google Play Store auf Ihrem Android-Smartphone nach "Cardboard", werden Ihnen zig verschiedene VR-Apps angezeigt. Sie beinhalten teilweise Spiele, 360-Grad-Fotos und -Videos oder Film-Trailer.

Für die Oculus Rift S gibt es eigene VR-Inhalte aus dem Oculus-Store, genauso gibt es für die Playstation VR spezielle Spiele. Nutzer einer HTC Vive können sich aus der Steam-VR-Bibliothek bedienen.

VR-Brille für Brillenträger

Nutzer mit Sehhilfe können aktuelle VR-Brillen meistens auch mit ihrer Brille darunter nutzen. Es kann aber zu Einschränkungen im Tragekomfort kommen. Die Brille darf nur nicht zu groß sein, so kann Ihre Brille bei der Oculus Rift beispielsweise maximal 142 Millimeter breit und 50 Millimeter hoch sein. Bei vielen aktuellen VR-Headsets können Sie den Abstand der Linsen zu den Augen einstellen, was bei geringer Dioptrien schon ausreichen kann. Ansonsten empfehlen wir Ihnen, wenn möglich, Kontaktlinsen zu tragen .

Was ist eigentlich eine VR-Brille?

Die Abkürzung "VR" bedeutet "Virtual Reality - virtuelle Realität". Künstlich erzeugte 3D-Welten versuchen dank aufwändiger Technik und mittlerweile hohen Auflösungen die Realität so realistisch wie möglich darzustellen bzw. nachzubilden. Der Anwender hat das Gefühl, sich inmitten einer virtuellen Realität zu befinden und Teil dieser zu sein. Je höher die Auflösung der simulierten Umgebung, umso realer das Empfinden.

Hierdurch ergeben sich besonders tolle Erlebnisse: Sie können Filme in einem virtuellen Kino ansehen, obwohl Sie in Unterwäsche auf dem Sofa im Wohnzimmer sitzen. Oder Sie schauen sich das WM-Endspiel auf dem besten Sitzplan im brasilianischen Fußballstadion an. Auch erleben Sie Action-Videos, die in 360 Grad aufgenommen wurden, ganz anders, da Sie nicht nur das Geschehen selbst betrachten können, sondern auch die komplette Welt drumherum.

Das Verbraucherportal Gutscheinsammler.de hat in einer Infografik die wichtigsten Ereignisse in der VR-Geschichte zusammengetragen.

Sie zeigt unter anderem, dass seit 2012 weltweit 9 Youtube-Spaces eröffnet haben, in der Youtube-Vlogger mit 360-Grad-Inhalten experimentieren können. 2014 hat Facebook Oculus für 2 Milliarden US-Dollar gekauft und treibt VR weiter an. Im selben Jahr hat Google auch die Cardboard auf den Markt gebracht, ein kostengünstige HMD (Head Mounted Display) aus Pappe für Smartphones. Und im Herbst 2016 startet Google Daydream, eine Plattform für mobilen VR-Content in hoher Qualität.

Infografik zur VR-Geschichte und Ausblick in die Zukunft

Apple hält sich bislang noch raus aus dem VR-Geschäft. In der Infografik sind aber Investitionen ersichtlich, die in die Richtung gehen.

Wie funktioniert eine VR-Brille?

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Methoden: Es gibt VR-Brillen, die mit einer Spielekonsole oder einem Computer verbunden werden, darüber das Bildsignal empfangen und auf dem eingebauten Display die Inhalte anzeigen. Vor jedem Auge befindet sich im Brillen-Gehäuse je eine Linse, vor der wiederrum ein durch Software angepasstes Teilbild gekrümmt angezeigt wird. Dadurch nimmt der Anwender die Inhalte dreidimensional wahr.

Daneben gibt es deutlich günstigere Lösungen. Hierbei dient jeweils ein Smartphone als Display, das in die Brillen-Halterung gesteckt wird. Spezielle Apps oder Videoplayer sind dann in der Lage, das Bild zu teilen und die 3D-Optik darzustellen. Über die eingebaute Sensorik in Smartphones, erkennt das System Kopfbewegungen, wodurch sich der Nutzer in der virtuellen Welt umsehen kann. Teilweise besitzt die Brille selbst auch noch entsprechende Sensoren.

Porno-Industrie produziert VR-Inhalte am laufenden Band

VR-Pornos: Auch die Porno-Industrie hat VR bereits früh entdeckt und produziert nun fleißig 360-Grad-Pornos. So bietet beispielsweise Pornhub derzeit eine eigene VR-Kategorie mit über 100 kostenlosen Kurzfilmen verschiedener Anbieter wie BaDoinkVR, HoliVR oder Real Jam VR an. Sie erleben meistens die Egoperspektive des Mannes mit einem 180-Grad-Sichtfeld oder Sie betrachten das Schauspiel aus einer externen Sicht und können sich bis zu 180 Grad im Raum umsehen .

VR-Pornos ausprobiert: RealityLovers hat uns eine VR-Brille inklusive Smartphone mit eigenen VR-Porno-Inhalten zur Verfügung gestellt, um sie zu testen.

Die Ausgangslage: Wer klassische Erotikfilme konsumiert, der sucht sich passende Models aus, mit denen er gerne den Liebesakt vollziehen wollen würde, oder? Doch irgendwie ist es schwer, sich vorzustellen, der Akteur zu sein. Mit einer VR-Brille ist man dagegen gleich in der Ich-Perspektive und damit mittendrin im Geschehen. Das Gefühl ist intensiver und die Vorstellung "realer", in dem Moment tatsächlich Sex zu haben.

Die VR-Inhalte von RealityLovers sind scharf und die Audioqualität ist gut. Das muss auch sein, denn stark verpixelte Damen und Herren verringern das Mittendrin-Gefühl. Um das Video zu pausieren oder vor- oder zurückzuspulen, müssen Sie das Handy nicht aus der VR-Brille nehmen. Wenn Sie nach unten sehen, können Sie Bedienelemente anvisieren und nutzen.

Unterm Strich: Nach dem Selbsttest können wir nachvollziehen, warum die Porno-Industrie das Thema VR so wichtig findet und mit entsprechenden Inhalten Gas gibt. Den Porno-Konsumenten wird ein neues Erlebnis geboten. Und man kann sich jetzt schon vorstellen, in welche Richtung sich das in den nächsten Jahren noch entwickeln wird. Es wird nicht mehr lange dauern, bis man noch tiefer im Geschehen mit dabei ist und das Erlebnis mittels Sex-Robotern noch zusätzlich intensiviert wird.

VR-Porno-Nutzung in Deutschland: Laut einer Statistik (2018) von RealityLovers sehen vor allem die Sachsen VR-Pornos mit 14,5 Prozent. Dahinter liegen Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mit 11,6 und 9,4 Prozent. Mit 0,8 Prozent greifen die Thüringer am wenigsten auf Erotik in der virtuellen Realität zurück.

VR Porno Nutzung und Deutschland laut RealityLovers

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