Neuer Internet-Übertragungsrekord

Im Festnetz wird in Deutschland laut dem Speedtest Global Index mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 91,2 Mbit/s gesurft, was für Platz 33 im Ranking reicht. Weltweit führend ist Singapur, wo die durchschnittliche Surfgeschwindigkeit im Festnetz bei immerhin 198,46 Mbit/s liegt. Aber auch das wirkt wie Schneckentempo, wenn man berücksichtigt, was australischen Forschern jetzt gelungen ist.

Wie australische Medien berichten , haben Forscher der Universitäten Monash, Swinburne und RMIT erfolgreich einen neuen Weltrekord in der Übertragung von Daten im Internet aufgestellt. Und zwar wurden 44,2 Terabit pro Sekunde innerhalb einer einzelnen Glasfaser übertragen, was einer Geschwindigkeit von etwa 5,52 Terabyte pro Sekunde entspricht. Die Geschwindigkeit reiche aus, um innerhalb einer Sekunde mehr als 1.000 Filme in HD-Qualität herunterzuladen.

Zum Einsatz kam ein neu entwickelter optischer Chip, der nur die Größe eines Fingernagels hat. Der "Micro-Comb-Chip", so heißt es, fungiere als "Splitter", der die Glasfaser in 80 einzelne Kanäle aufteile, wodurch sich die Datenmenge, die über die Glasfaser empfangen und gesendet werden könne, drastisch erhöhe.

Die Technik könnte dafür genutzt werden, um auch die Datenübertragung bei existierenden Glasfasernnetzen massiv zu beschleunigen, wovon alle Nutzer profitieren würden, die sich die Glasfaser-Internetverbindung teilen. Allerdings erklären die beteiligten Forscher auch, dass es wohl noch einige Jahre dauern dürfte, bis Telekommunikationsunternehmen diese Technik auch in ihren Glasfasernetzen einsetzen können. Unterm Strich werde es aber eine günstige Möglichkeit sein, die bestehenden Netzwerke schneller zu machen, ohne neue Kabel verlegen zu müssen.

Der Bedarf an immer schnellerem Internet ist da: Gerade während der aktuellen, weltweiten Coronakrise ist die Internetnutzung stark angestiegen, wodurch auch die bestehenden Netz stärker belastet werden. In Europa hatten daher auf Empfehlung der EU unter anderem Streaming-Anbieter zeitweise die Qualität der übertragenen Streams verringert, um die Internet-Infrastruktur zu schonen und die Übertragung wichtigerer Daten zu sichern.