Diese Skizze von VWN soll den neuen Multivan zeigen,

Am 10. Juni 2021 stellt Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) den neuen Multivan vor. Dieses Datum stellt einen großen Einschnitt in der Geschichte des VW Bus dar. Denn erstmals seit Erscheinen des ersten VW Bus im Jahr 1950 wird es dann nicht mehr nur eine Plattform für den VW Bus geben, sondern mehrere .

Bis heute gilt: Alle Varianten des VW-Bus - Transporter, Kastenwagen, Caravelle, Multivan, Pritsche, Hebebühne, mit und ohne Allrad etc. - teilen sich eine Karosserie, einen Rahmen, ein Fahrgestell und eine Motorenfamilie. Allenfalls in Ausstattungsdetails gibt es zwischen den unterschiedlichen Varianten Unterschiede: Ein Kastenwagen für Handwerker ist nun einmal weniger edel ausgestattet als ein Multivan und hat meist schwächere Motoren. Das gilt für alle Generation des VW Bus von T1 bis zum heutigen T6.1. Doch am 10.6.2021 ändert sich das.

Skizze des neuen Multivan vor seinem aktuellen Vorgänger aus Basis des T6.1.

© VWN

Der neue Multivan: Tisch wird flexibler, Panoramadach, keine Rücksitzbank

Denn der Multivan, den VWN dann vorstellt, basiert nicht mehr auf dem aktuellen T6.1. Sondern ist ein komplett neu entwickeltes Fahrzeug mit dem MQB - dem Modularen Querbaukasten von VW. VWN spricht von einem komplett neuen Multivan mit bis zu sieben Sitzen. Längerer Radstand, etwas breiter - was das Fahren durch lange Autobahn-Baustellen und in engen Parkhäusern nicht leicht machen wird - breiterer Spur und etwas flacher. Das reduziert den Kraftstoffverbrauch und die Windgeräusche. Die Innenhöhe der nächsten Multivan-Generation soll aber auf dem gleichen Niveau wie im jetzigen Multivan 6.1 liegen. Zudem bietet VWN erstmals für diese Baureihe ein Panoramadach an.

Mehr zeigt VWN vom neuen Multivan noch nicht.

© VWN

Es gibt bis zu fünf verschieb- und herausnehmbare Einzelsitze im Fond, die durchgängige Rückbank in der dritten Sitzreihe wird dagegen abgeschafft. Auf Wunsch lassen sich die Sitze in der zweiten Sitzreihe um 180 Grad drehen. Das Multivan-typische Schienensystem ist jetzt vom Fond bis zur zweiten Sitzreihe durchgängig.

VW Bus: Neuer Multivan erstmals mit Hybridantrieb

Bereits der allererste Multivan auf Basis des T3 besaß einen Tisch. Es gibt ihn je nach Ausstattungsversion des Vans als Klapptisch oder als Multifunktionstisch. Diesen Tisch macht VWN mit dem demnächst erscheinenden neuen Multivan noch flexibler. Er ist dann im Schienensystem des Multivans verschiebbar und dient bei Bedarf als Mittelkonsole zwischen Fahrer- und Beifahrersitz, weil die entsprechenden Schienen bis nach vorn zwischen den Fahrer- und Beifahrersitz reichen. Seinen Standardpatz hat der Tisch aber im Fond.

Arretiert wird der neue Tisch auf dem neuen Schienensystem in der Fahrzeugmitte. In der Standardposition sind die zwei herausklappbaren Tischhälften und die Höheneinstellung eingefahren. Der Tisch ist in dieser Position eine Mittelkonsole, in jeder Sitzreihe angeordnet werden kann. Oben in dieser Konsole sind drei Cupholder und eine Ablage integriert. Über eine große Drücktaste kann der Tisch nach oben gefahren werden. Jetzt erschließen sich weitere Staufächer – etwa für Spielzeug und größere Getränkeflaschen. Parallel können nun zudem die zwei Tischhälften links und rechts herausgezogen und aufgeklappt werden. Möchte man den Tisch ausbauen, wird er über zwei Griffe am Sockel ausgeklinkt. Wird nur einer dieser Griffe betätigt, lässt sich der Multifunktionstisch verschieben. Wurde der Tisch zwischen Fahrer- und Beifahrersitz als Mittelkonsole eingesetzt, kann er in die zweite oder dritte Sitzreihe geschoben werden, um den typischen Durchstieg nach hinten freizugeben.

Der Multivan wird serienmäßig mit Doppelkupplungsgetriebe ausgeliefert. Der kleine Schalter dafür befindet sich rechts neben dem Lenkrad in der Instrumententafel. Das Infotainmentsystem hat ein 10-Zoll-Display, das nun auch eine 360-Grad-Darstellung des Fahrzeugs als „Area View“ (optional) angezeigt, um das Parken und Rangieren einfacher zu gestalten. Der Handbremshebel wird durch eine Taste für die elektronische Parkbremse ersetzt.

In diesem Fahrzeug kann VWN Verbrennungsmotoren und Hybridmotoren verbauen. Der neue Mutlivan wird also als erster VW Bus überhaupt auch mit Hybridantrieb angeboten, genauer: Als Plug-In-Hybrid. Dieses Fahrzeug wird also weniger Kraftstoff verbrauchen als ein herkömmlicher T6.1 und sich noch PKW-artiger fahren lassen und soll auch verbesserte Crash-Eigenschaften besitzen (der heutige T6.1 bietet die Crash-Eigenschaften eines Fahrzeugs von 2003 - damals wurde der T5.1 vorgestellt, der immer noch die Basis des T6.1 ist). Dieser neue Multivan - Zielgruppe wie gehabt Familien und gut verdienende Paare beziehungsweise Lifestyle-Enthusiasten - basiert dann auf der gleichen Basis wie der neue Caddy/Sharan. Er wird aber vermutlich weniger Traglast und Anhängelast als ein T6.1 bieten.

Die VW-Bus-Generationen.

© VWN

Der bisherige VW Bus T6.1

Den aktuellen T6.1 baut VWN aber noch einige Zeit weiter für die Varianten Transporter und Caravelle. Mit gewohnt guter Traglast/Anhängelast, aber ohne MQB und ohne Hybridmotoren. Hybridantriebe samt Batterie lassen sich nicht mit vertretbarem Aufwand in dieses fast 20 Jahre alte Fahrzeugkonzept integrieren beziehungsweise würden dessen zulässige Traglast senken. Somit wird der T6.1 bis zu seiner Produktionseinstellung in vermutlich einigen Jahren weiterhin nur von klassischen Verbrennungsmotoren ohne E-Motor-Hilfe angetrieben werden. Der California, also das Wohnmobil auf Basis des VW Bus, wird weiterhin auf dem T6.1 basieren.

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Der I.D. Buzz

Als rein elektrische Bus-Variante bringt VW zudem in naher Zukunft den I.D. Buzz. Mit Retro-Optik à la T1. Aber eben nur mit E-Antrieb.

P.S. Den ersten Multivan stellt VW 1985 vor. Damals auf Basis des T3: VW Bus T1 bis T6.1 - die Geschichte des Kult-Transporters .