Der große Felsbrocken in der Mitte dieses Fotos ist "Rochette".

Der Mars-Rover Perseverance startet einen neuen Anlauf um eine Bodenprobe vom Mars aufzunehmen, die dann zur Erde zurückgebracht werden soll. Am 6. August 2021 war ein erster entsprechender Versuch gescheitert.

Zuerst wird geprüft...

Die neue Probenaufnahme läuft in zwei Stufen ab: Zunächst wird der Rover an einem als Probenspender ins Auge gefassten Felsen - die Forscher tauften den Brocken auf den Namen „Rochette“ - etwas herumschleifen. Damit die Forscher etwas in den Felsen "hineinschauen" können. Der Rover verwendet hierfür seinen zwei Meter langen Roboteram. Dieses abgeschliffene Material verstaut Perseverance in einer seiner 42 Titanium-Röhren.

Auf diese Weise wollen die NASA-Wissenschaftler herausfinden, ob sich der Felsen für die Probenentnahme überhaupt eignet und ausreichend fest für den Bohrer des Rovers ist. Denn der erste Versuch war daran gescheitert, dass das Material der entnommenen Probe zu porös war und deshalb bei dem Versuch, es in den Aufnahmebehälter zu befördern, zerfallen ist: Bodenprobe vom Mars verschwunden - NASA löst das Rätsel.

...und dann wird gebohrt

Erweist sich der anvisierte Felsen als geeignet, dann folgt die eigentliche Probenentnahme mithilfe des Bohrers von Perseverance. Das passiert dann nächste Woche. In dem Bohrmaterial wollen die Forscher Jahre später auf der Erde nach Resten beziehungsweise Hinweisen für ehemals auf dem Mars vorhandenes mikrobielles Leben suchen. Wie die Probenentnahme genau abläuft, beschreiben wir hier: Mars Rover schickt Bodenprobe zur Erde . In diesem Beitrag wiederum lesen Sie, wie die eingesammelten Proben dann tatsächlich zur Erde gebracht werden sollen: Hammerplan - so will die NASA Bodenproben vom Mars zur Erde bringen .

Mit Kamera-Überwachung

Perseverance hat sich seit seinem ersten, gescheiterten Probenaufnahmeversuch 455 Meter weiter in Richtung auf einen Felsgrat namens „Citadelle“ zubewegt. Dessen Gestein sieht so aus, als ob es Wind-Erosion widerstanden habe und es könnte somit robust genug sein, um auch das Ansetzen des Bohrers auszuhalten. Während der Probenaufnahme wollen die Wissenschaftler eine Pause einlegen und sich anhand von Fotos, die die Mastcam-Z-Kamera von dem entnommenen Material erstellt, vergewissern, dass Perseverance auch tatsächlich etwas Felsmaterial erwischt hat. Erst wenn das sicher ist, soll Perseverance die Röhre mit dem entnommenen Gesteinsmaterial versiegeln. Das alles dauert seine Zeit, weil ja erst das Foto zur Erde und anschließend die Befehle der Wissenschaftler zurück an Perseverance geschickt werden müssen.

Auch eine leere Röhre ist wertvoll

Übrigens ist die erste, leere Röhre vom 6. August keineswegs wertlos. Denn wenn sich darin auch kein Gestein befindet, so konnte Perseverance in der versiegelten Röhre doch zumindest Atmosphäre vom Mars einschließen. Diese kann später auf der Erde ebenfalls analysiert werden.

Von dem Felsgrat aus wird die Kamera von Perseverance sicherlich spannende Rundumaufnahmen machen können. Den Felsboden unter sich wird Perseverance zudem mit einem Radar untersuchen.

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