Kommt das Ryzen-7000-Topmodell mit bis zu 170 Watt TDP?

Über fünf Jahre ist es her seit AMD mit Ryzen 1000 die ersten Prozessoren für den Sockel AM4 auf den Markt gebracht hat. Voraussichtlich Ende 2022 soll Ryzen 7000 mit dem Sockel AM5 die Nachfolge antreten und nicht länger auf einen PGA (Pin Grid Array), sondern auf einen LGA (Land Grid Array) Sockel setzen. Damit halten viele wichtige Neuerungen ihren Einzug: DDR5, PCIe 5.0, höhere Taktraten und eine integrierte Grafikeinheit. In Puncto maximale Kernanzahl soll laut neuesten Gerüchten alles beim Alten bleiben, dafür dürfte die TDP des Topmodells bei bis zu 170 Watt liegen.

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Nach wie vor bis zu 16 Kerne, aber mit bis zu 170 Watt

Laut dem bekannten Leaker Greymon55 wird es bei Zen4 wie gehabt Modelle mit einer TDP von 65 und 105 Watt geben, neu ist jedoch die 170-Watt-Klasse. Zu CPUs mit spezifizierten 120 Watt, über welche im August noch spekuliert wurde, sind dagegen keine weiteren Infos bekannt. In einem zusätzlichen Post gibt der Leaker an, dass die 170 Watt einer CPU mit 16 Kernen und 32 Threads zur Verfügung stehen sollen, ein nicht näher spezifizierter 12-Kerner muss sich dagegen mit 105 Watt begnügen. Bei diesen beiden Prozessoren dürfte es sich um die Nachfolger des Ryzen 9 5950X und des Ryzen 9 5900X handeln. 

Neu ist außerdem, dass Zen 4 wohl standardmäßig eine  iGPU mit 4 CUs  verbaut haben dürfte, bisher waren integrierte Grafikeinheiten den Ryzen-Prozessoren mit G-Suffix vorbehalten. Da Intel die meisten CPUs wahlweise mit oder ohne iGPU anbietet, wäre dieser Schritt durchaus nachvollziehbar. Auch wenn die integrierte Grafikeinheit natürlich nur ein paar Watt benötigen dürfte, müssen diese dennoch ins Package mit einberechnet werden.

Vieles ist neu mit Ryzen 7000 und Sockel AM5

Bereits Anfang des Jahres hat AMD im Zuge der CES nicht nur erste Details zu Ryzen 7000 alias "Raphael" und dem zugehörigen Sockel AM5 bekannt gegeben, sondern auch ein Sample mit 5 GHz auf allen Rechenkernen in einer Live-Demo präsentiert. Die Fertigung der neuen CPUs übernimmt der Auftragsfertiger TSMC in der N5-Node. Im Gegensatz zu den bisherigen Ryzen-Prozessoren setzt AMD nicht länger auf das Pin-Grid-Array mit Pins, sondern auf einen LGA-Sockel wie auch Konkurrent Intel. Die Anzahl an Kontakten beträgt 1.718 und damit nahezu genauso viele wie bei Intels Sockel 1700. 

Auch wenn sich das Design des Heatspreaders grundlegend geändert hat, gibt AMD an, dass alle für den Sockel AM4 geeigneten Kühler mit dem Sockel AM5 kompatibel sind. In Puncto Konnektivität zieht AMD mit Intel gleich und will mit den neuen Prozessoren ebenfalls DDR5-RAM und PCIe 5.0 unterstützen. Der Leaker Greymon55  will jedoch in Erfahrung gebracht haben, dass Zen 4 genauso wie Alder Lake einen hybriden Speichercontroller verbaut haben soll, welcher sowohl DDR4 als auch DDR5-Arbeitsspeicher unterstützt. Wenn wir einen Blick auf die aktuellen Straßenpreise von DDR5 und DDR4 RAM werfen, dann wäre das ein überaus sinnvoller Schritt. So sind für ein DDR4-Kit mit 16 GB und 3600 MHz mindestens 69 Euro im Preisvergleich fällig, wohingegen DDR5-Arbeitsspeicherriegel mit 4800 MHz mit einem Preis ab 142 Euro das Doppelte kosten. 

Als Release-Termin hat AMD selbst mehrmals die zweite Jahreshälfte 2022 genannt, was allerdings ein recht dehnbarer Zeitraum ist. Zunächst twitterte Greymon55 , dass AMD den Release bereits auf Juli vorgezogen habe, nur um diese Aussage kurz danach wieder zu revidieren. Demnach soll sich Zen4 noch nicht in der Massenproduktion befinden, was jedoch zwingend notwendig wäre, wenn der Launch im Juli erfolgen sollte. Auf Grund der Tatsache, dass AMD erst kürzlich sieben neue Ryzen 4000 und Ryzen 5000 Modelle vorgestellt hat , gehen wir eher von einem Release im vierten Quartal 2022 aus.