Derzeit gibt es große Bestände an RTX 3000 Grafikkarten.

Der YouTuber Moore's Law Is Dead macht in seinem jüngsten Video auf die prekäre Lage von Nvidias Boardpartnern und den Händlern aufmerksam, in der sie sich gerade befinden. Demnach sollen die Warenlager bis oben hin gefüllt sein, was unter Anbetracht der sinkenden Nachfrage und dem anstehenden Release von neuen Produkten zum großen Problem werden könnte. Für die Endkunden dürfte das erfreuliche Folgen haben, nämlich weiter sinkende GPU-Preise. 

Grafikkarten-Vergleich 2022: GeForce RTX und Radeon RX GPUs im Test - mit Rangliste

Großes Angebot trifft sinkende Nachfrage

Die Tatsache, dass die UVP eines Produkt nur ein Platzhalter ist und sich der tatsächliche Wert nach dem Verhältnis aus Angebot und Nachfrage richtet, mussten viele potenzielle Grafikkartenkäufer in den letzten zwei Jahren schmerzlich erfahren. Schlechte Verfügbarkeit und vollkommen überzogene Preise waren an der Tagesordnung. Aufgrund einer starken Inflation, dem Einbruch der Kryptowährungen und einer Übersättigung des Markts ist die Nachfrage nach PC-Hardware jedoch stark zurückgegangen, wie wir in diesem Beitrag berichten. Wie YouTuber "Moore's Law Is Dead" erfahren hat, hat das zur Folge, dass viele Boardpartner und Händler befürchten, auf ihrer Ware sitzenzubleiben.

Die Wortwahl, welche die Boardpartner angeschlagen haben, verdeutlicht, in welcher prekären Situation sie sich befinden:

"Diesen Monat haben wir Nvidia gesagt, dass sie da hingehen können, wo der Pfeffer wächst. Wir wollen keine weiteren Ampere oder Turing Bestände mehr kaufen, bis wir unsere bestehenden Lagerbestände abverkauft haben. An diesem Punkt sind wir sogar bereit, die Zuteilung von Lovelace zu riskieren, sollten sie uns drohen."

Der Hauptgrund für die drastische Wortwahl liegt aber nicht nur an den vollen Lagerhäusern, sondern vor allem daran, dass die Händler im ungünstigsten Fall auf ihrer Ware sitzen bleiben. Aufgrund des starken Einbruchs der Kryptowährungen gelangen insbesondere in Asien immer mehr Mining-Grafikkarten auf den Gebrauchtmarkt, was in Kombination mit der sinkenden Nachfrage für stark fallende Preis sorgt.

"Nvidia hat unterschätzt, wie verzweifelt wir geworden sind. Bis jetzt. Endlich arbeiten sie zusammen mit uns an einer Lösung, um so viel Warenbestand wie möglich abzuverkaufen, bevor Lovelace im Oktober launcht. Übrigens – die überwältigende Mehrheit an gebrauchten Mining-Grafikkarten hat den Westen noch nicht einmal erreicht. Wir müssen die neuen Grafikkarten JETZT loswerden!"

Die Hersteller wissen also ganz genau, dass in Kürze eine Überflutung des Markts mit gebrauchten Mining-Grafikkarten bevorsteht, welche es unmöglich machen könnten, die noch lagernden Ampere und Turing GPUs abzuverkaufen. 

"Nun, hier drüben (ASIEN) verkaufen Miner definitiv den größten Teil ihrer Bestände ab. Ich erwarte, dass diese Karten den Westen in wenigen Wochen überfluten werden."

Sinkende Preise für Endkunden und mögliche Verzögerung von Ada Lovelace

Eine Möglichkeit, um den Händlern und Boardpartnern beim Abverkauf unter die Arme zu greifen, ist, dass Nvidia den Launch von Ada Lovelace nach hinten verschiebt. Ebendies deutet der gewöhnlich gut informierte Greymon55 in seinem Tweet vom 15. Juli an. Demnach ist 2022 nur mit dem AD102-Grafikchip zu rechnen, welcher in der RTX 4090 Ti und der RTX 4090 zum Einsatz kommen soll. AD103, AD104 und AD106 in Form der RTX 4080, RTX 4070 und RTX 4060 sollen dagegen erst 2023 nachfolgen. 

Spiele-Bundle und sinkende Preisempfehlungen soll Verkäufe ankurbeln

Ein weiterer Schritt ist, das aktuelle Angebot attraktiver zu gestalten. So erhalten ab sofort alle Käufer einer RTX 3080 (Ti) oder RTX 3090 (Ti) GPU ein Spiele-Bundle aus Ghostwire: Tokyo und DOOM Eternal inklusive beider Erweiterungen. Des Weiteren soll Nvidia zumindest bei den Topmodellen die Preise gegenüber den Boardpartnern stark reduziert haben, was sich auch hierzulande durch gefallene Preise bei den Onlinehändlern bemerkbar gemacht hat. Die UVP für die Topmodelle beträgt jetzt wie folgt:

  • RTX 3090 Ti: 1.499 US-Dollar statt 1.999 US-Dollar

  • RTX 3090: 1.299 US-Dollar statt 1.499 US-Dollar

  • RTX 3080 Ti: 1.099 US-Dollar statt 1.199 US-Dollar

  • RTX 3080 12 GB: 799 US-Dollar