Hammer-Video: Marsrover findet Salzreste und Hinweise auf Wasser

Der Marsrover Curiosity hat bisher unerforschtes Gelände erreicht, wie die NASA mitteilt . Gestochen scharfe Fotos geben Hinweise auf einst vorhandenes Wasser auf dem mittlerweile staubtrockenen Roten Planeten.

Derzeit sind zwar der Mitte Februar 2021 auf dem Mars gelandete Marsrover Perseverance und dessen Mini-Hubschrauber Ingenuity in aller Munde. Doch seit neun Jahren erkundet bereits der Marsrover Curiosity die Marsoberfläche an einer anderen Stelle. Aus dessen Bildmaterial – 129 Einzelaufnahmen - hat die NASA nun ein faszinierendes Panorama-Video zusammengestellt. Mit Bildern in atemberaubender Schärfe.

Die Bilder für das Mars-Panorama stammen von der Mastkamera (Mastcam) des Rovers und wurden am 3. Juli 2021 aufgenommen.

26 Kilometer hat Curiosity seit seiner Landung im August 2012 im Gale Krater (154 Kilometer Durchmesser) zurückgelegt. Jetzt geht es den acht Kilometer hohen Mount Sharp im Zentrum des Kraters hoch. Derzeit ist am Ort des Rovers Winter und die Luft deshalb sehr klar, weil sich kaum Staub in der Atmosphäre befindet. Auf dem Video kann man deshalb bis zum Gale-Kraterrand blicken – dieser Rand ist rund 32 Kilometer entfernt.

Salzreste/Sulfate, Hinweise auf verschwundenes Wasser

Bisher hatte der Rover vor allem Lehmgestein erkundet, doch nun befindet sich Curiosity in einer Gegend mit Gestein, das salzhaltige Mineralien beziehungsweise Sulfate enthält. Auch die Hügel sehen nun anders aus, sie sind jetzt abschliffen beziehungsweise rund geformt. Die NASA-Forscher hoffen von der neuen Region erfahren zu können, wie der Mars das einst auf ihm befindliche Wasser verloren hat.

Denn die auf dem Video erkennbaren Felsstrukturen könnten einst durch Grundwasser und Seen entstanden sein, wie die Wissenschaftler vermuten. Der Marsrover erkundet nun also ein Terrain, das in der Vergangenheit ausgetrocknet ist. In diesem Zusammenhang geht es natürlich auch um die Suche nach Hinweisen auf mikrobielles Leben, das es einst auf dem Mars gegeben haben könnte.

Curiosity liefert nicht nur Fotos, sondern bohrt auch Löcher in den Boden, zerkleinert die Proben und untersucht sie dann auf die darin vorhandenen Chemikalien und Mineralien. Damit wollen die Forscher Veränderungen in der Bodenbeschaffenheit in der Vergangenheit erkennen. Bis jetzt hat Curiosity 32 solcher Löcher zur Gesteinsprobenentnahme gebohrt.

Da geht's lang.

© NASA/JPL-Caltech/MSSS

Curiosity wird als Nächstes in ein kleines Tal einfahren. Mit dem Berg Rafael Navarro zur Linken, der nach einem im Januar 2021 verstorbenen Missionsmitglied benannt wurde.