Ein Marinesoldat erstellt ein Lagebild im Gemeinsamen Lagezentrum See im Maritimen Sicherheitszentrum Cuxhaven.

Datenanalysen ermöglichen nicht nur effizientere Entscheidungen, sie helfen auch dabei, bestehende Prozesse zu optimieren. Die Verfügbarkeit, Sammlung und Auswertung von Daten wirken sich auch vermehrt auf den Erfolg militärischer Operationen aus: Umso präziser die Datenanalyse, desto fundierter die Entscheidungen, die für einen erfolgreichen Einsatzverlauf bei der Bundeswehr getroffen werden (müssen). Aber welche Daten sind relevant und wie können sie für Analysen und Prozesse am besten verfügbar gemacht werden?

Data Governance: Daten richtig managen

Wenn aufgrund des Ukrainekriegs Waffen, Munition und Ausrüstung ins Krisengebiet geliefert werden, helfen Daten bei der Organisation: Aus Informationen zu Bestand, Verfügbarkeit, Maßen, Zustand und Lagerort des Materials lässt sich zum Beispiel ableiten, ob Wartungsarbeiten notwendig sind, wie das Material verpackt wird und wie der sichere Transport erfolgt.

Um das Datenmanagement der Bundeswehr zu optimieren und eine hohe Datenqualität zu gewährleisten, untersucht die BWI beispielsweise, wie Datenfelder beschaffen sein müssen, welche Datensätze als Basis verwendet werden und wie diese erfasst und gespeichert werden sollten. Nach Beratungen mit dem Kunden ergänzt die BWI diese Datensätze im Produktivsystem der Bundeswehr.

Krisenfrüherkennung mit künstlicher Intelligenz

Valide Daten und eine zuverlässige IT-Infrastruktur sind Voraussetzungen für die Datennutzung. Fundierte Entscheidungen erfordern aber auch eine gezielte Verarbeitung komplexer Datenbestände. Die BWI entwickelt deshalb für die Bundeswehr innovative Anwendungen zur Datenanalyse – unterstützt durch KI-Technologie, die die Auswertung der Daten mitunter automatisiert und beschleunigt.

Eingesetzt wird diese Technologie beispielsweise in der Krisenfrüherkennung von Naturkatastrophen, Pandemien oder Konflikten. Nur mithilfe belastbarer Informationen und Daten kann eine zuverlässige Auswertung erfolgen, etwa um Evakuierungsmaßnahmen einzuleiten. Ein Lagebild in Echtzeit liefert die Grundlage für solche Entscheidungen. Die BWI entwickelt derzeit ein KrisenvorsorgeinformationssystemBund (KVInfoSysBund), das Beteiligten verschiedener Bundesressorts Informationen aus öffentlichen Quellen zugänglich macht – präzise und vollautomatisiert. So können deutsche Staatsangehörige und Schutzbefohlene zum Beispiel bei Krisen im Ausland geschützt und – falls nötig – evakuiert werden.

Von Big Data über KI zum umfassenden Lagebild

Auch Prometheus , eine von der BWI Innovationseinheit Cyber Hub der Bundeswehr (CIHBw) entwickelte Software, nutzt KI zur Darstellung eines umfassenden Lagebildes. Damit kann die Bundeswehr auf nahende militärische und nicht-militärische Krisen schneller reagieren. Der CIHBw verwendet in seinem Innovationsvorhaben große Datenmengen aus frei verfügbaren und öffentlichen Quellen, etwa Twitter, Google oder internationale Medienberichte, um sie mithilfe künstlicher Intelligenz in Echtzeit autonom zu sammeln, zu analysieren, zu verdichten und auszuwerten. In der Operationszentrale des Kommandos Territoriale Aufgaben fließen diese Informationen zu einem territorialen Lagebild zusammen und helfen bei der Entscheidungsfindung.

Datengetriebene Entscheidungsfindung wird immer wichtiger – nicht nur für die Bundeswehr

Entscheidungen in der Zukunft sind auf das Management und die Interpretation von Daten angewiesen. KI-Anwendungen beispielsweise helfen der Bundeswehr dabei, auch große Datenmengen zur Entscheidungsfindung wirksam zu nutzen – insbesondere im Krisenfall. Die BWI und ihre Innovationseinheiten – der CIHBw, BWI innoX und die Schmiede – entwickeln praxisorientierte digitale Lösungen für die Herausforderungen von morgen.

Diese Lösungen haben das Potenzial, die Datenkompetenz der deutschen Streitkräfte und somit ihre Verteidigungsfähigkeiten zu steigern. Parallel können sie aber auch als Blaupause für andere staatliche Organisationen in Deutschland dienen. Insbesondere dann, wenn sie vor ähnlichen Herausforderungen wie die Bundeswehr stehen.

Für diese und weitere Herausforderungen im Umfeld von Big Data, künstlicher Intelligenz, IT-Sicherheit oder Softwareentwicklung sucht die BWI erfahrene IT-Expert*innen und solche, die es werden wollen. Weitere Informationen gibt es auf der Karriereseite der BWI.