Thunderbolt 3: Eine Schnittstelle für alles

Thunderbolt 3 ist die eierlegende Wollmilchsau unter den Schnittstellen: Sie ermöglicht die gleichzeitige Übertragung von Daten und Bild- sowie Tonsignalen mit bis zu 40 Gigabit pro Sekunde und liefert auch noch (Lade-)strom mit einer Leistung von bis zu 100 Watt. Ein weiterer Vorteil von Thunderbolt 3 ist die parallele Unterstützung mehrerer Protokolle. Zudem lassen sich bis zu sechs Peripheriegeräte in einer sogenannten "Daisy Chain" ohne Leistungsverlust durchschleifen, also in Reihe schalten. Sprich: An einen Thunderbolt-Anschluss am PC und Notebook lassen sich theoretisch bis zu sechs Geräte anschließen. Außerdem nutzt Thunderbolt 3  als Steckverbindung USB-C , so ist auch eine hohe mechanische Kompatibilität sichergestellt. 

Damit Thunderbolt 3 endlich durchstarten kann - die Vorteile der Schnittstelle liegen ja auf der Hand - hat sich Intel entschlossen, das Protokoll lizenzfrei zu machen. Das senkt die Kosten für Peripheriehersteller. Gleichzeitig will Intel mit der nächsten Prozessor-Generation "Ice Lake" Thunderbolt 3 über vier dedizierte PCI-Express-Kanäle direkt in die CPU integrieren. Das ermöglicht es Mainboard-Herstellern, die Super-Schnittstelle einfach und kostengünstig ab Werk einzubauen.

Ein Kabel für alles: Thunderbolt 3 machts möglich

© Intel

Zudem steht Thunderbolt 3 bald schon nicht mehr in Konkurrenz zu USB: Heute hat die USB Promoter Group verkündet, dass die USB-4-Spezifikation auf dem Protokoll von Thunderbolt 3 basieren wird. Dabei geht die Rückwärtskompatibilität zu USB 2.0 bis USB 3.2 nicht verloren. Mit ersten USB-4-Geräten dürfte allerdings erst 2020 zu rechnen sein, da erst kürzlich der Startschuss für USB 3.2 erfolgt ist.

Fazit: Durch die Lizenzfreigabe hat Thunderbolt 3 jetzt beste Voraussetzungen, zum Standardanschluss für Peripheriegeräte zu werden. Wir bekommen eine einheitliche Schnittstelle für Daten, Bild, Ton und Strom - brauchen also nicht mehr zig verschiedene Kabel, Hubs und Ladegeräte kaufen und durch die Welt tragen. Eine clevere und gute Entscheidung von Intel, die unser Leben vereinfachen und mittelfristig auch der Umwelt zugutekommen wird.