Gamer müssen sich derzeit mit langsameren Spiele-Downloads abfinden

Während der aktuell herrschenden weltweiten Corona-Krise drosseln bereits alle großen Video-Streaming-Anbieter die Qualität der Videos, um die übertragene Datenmenge zu reduzieren und damit die Internet-Infrastruktur zu schonen. Auch wenn unter Fachleuten umstritten ist, ob diese Maßnahmen überhaupt erforderlich sind.

Der Drosselung schließen sich nun auch Anbieter von Spiele-Downloads an. Sony hat am Dienstagnachmittag einen kurzen Blog-Beitrag im offiziellen Playstation-Blog veröffentlicht , der den Titel "Aufrechterhaltung des Internets für die gesamte Community" trägt. In diesem Beitrag erklärt Jim Ryan, Präsident und CEO von Sony Interactive Entertainment:

"Videospiele ermöglichen es Spielern auf der ganzen Welt, sich mit Freunden und Familie zu verbinden, um während dieser schweren Zeit die so dringend benötigte Unterhaltung und Ablenkung zu genießen. Sony Interactive Entertainment arbeitet mit Internetanbietern aus ganz Europa zusammen, um das erhöhte Download-Aufkommen zu managen und den Zugang für die ganze Internet-Community zu sichern."

Jim Ryan fügt hinzu, dass Sony einen Beitrag zur Internet-Stabilität leisten wolle, weil eine "beispiellose Anzahl" an Menschen sich an das Social Distancing halte und daher auf einen stabilen Internetzugang angewiesen sei. Und er fügt hinzu: "Spieler bemerken eventuell einen etwas langsameren oder verspäteten Download, aber das Gameplay bleibt stark" und bittet abschließend die Gamer um Verständnis.

Der weltgrößte Content-Delivery-Anbieter Akamai, der von vielen Download- und Streaming-Anbietern genutzt wird, erläutert in diesem Blog-Beitrag, wie auf die erhöhte Internet-Nutzung reagiert wird. In dem Beitrag heißt es auch, dass Akamai mit führenden Software-Anbietern und vor allem der Gaming-Industrie zusammenarbeite, darunter auch mit Sony und Microsoft. Dazu erklärt Akamai: "Das ist sehr wichtig für Spiele-Software-Downloads, die für einen großen Teil des Internet-Traffics verantwortlich sind" und weist darauf hin: "Ein Software-Update für ein modernes Spiel verursacht die Menge des Traffics, die dem von 30.000 Websites entspricht."

Dave McCarthy, Corporate Vice President für Xbox Product Services, erklärt in dem Akamai-Blogbeitrag: "Während die Menschen Spiele zum Spielen und für soziale Kontakte nutzen, sehen wir eine Rekordnutzung über Xbox Game Pass, Xbox Live und Mixer. Wir beobachten dies aktiv und nehmen bei Bedarf vorübergehende Anpassungen vor, um unseren Spielern ein möglichst reibungsloses Erlebnis zu bieten."

Im Bereich Gaming wird der hohe Internet-Traffic letztendlich nur durch die immer größeren Spiele-Downloads und -Updates verursacht. Wie etwa bei der Veröffentlichung des Gratis-Battle-Royale-Spiels Call of Duty: Warzone. Erst Anfang dieser Woche hatte Steam auch einen neuen Nutzerrekord gemeldet.

Zusammenfassend: Derzeit kann es bei Spiele-Downloads auf allen Plattformen zu etwas niedrigeren Übertragungsraten kommen, weshalb man sich vielleicht mal etwas länger gedulden muss, bevor ein Spiel komplett heruntergeladen oder aktualisiert wurde. Keinerlei Auswirkungen haben aber alle Maßnahmen auf das Online-Gaming an sich, denn das verursacht ohnehin nur vergleichsweise geringen Traffic.

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