Das Foto zeigt den Felsbrocken “Rochette” mit den beiden Löchern, die Perseverance hineingebohrt hat. Das linke Loch taufte die NASA auf den Namen “Montagnac”, es stammt vom 7. September. Das rechte Loch datiert vom 1. September und heißt nun “Montdenier”. Darunter bzw. daneben sieht man die Stelle, an der Perseverance die Festigkeit des Felsens getestet hat und dadurch Abrieb verursacht hat.

Der Mars-Rover Perseverance hat seine beiden ersten Gesteinsproben sicher in seinen Probeentnahmebehältern aus Titan verstaut und versiegelt: Mars-Rover startet spektakuläre Bohrung und Perseverance gelingt zweite erfolgreiche Mars-Bohrung. Eine umfassende Auswertung dieser Proben, die sich nun im Chassis des Rovers befinden, soll in einigen Jahren auf der Erde erfolgen, mehr dazu lesen Sie in der Meldung Hammerplan: So will die NASA Bodenproben vom Mars zur Erde bringen. Doch neue Erkenntnisse über den Mars konnten die NASA bereits jetzt gewinnen .

Gegend war möglicherweise bewohnbar

Demnach war die Gegend, in der Perseverance unterwegs ist, einst vulkanisch aktiv. Zudem gab es dort längere Zeit Wasser. Die NASA hält es für möglich, dass diese Gegend einst potenziell bewohnbar war. Entscheidend für diese Einschätzung ist, dass dort Wasser über längere Zeit verfügbar war.

Der angebohrte Felsbrocken (siehe das Foto zu dieser Meldung) besteht aus Basaltgestein und könnte das Ergebnis von ausgetretener Lava sein. Im Vulkangestein fanden die Wissenschaftler kristalline Mineralien, mit deren Hilfe eine radiometrische Datierung möglich wird. Damit können die Wissenschaftler herausfinden, wie alt das Gestein ist und damit aus vielen Puzzleteilen eine Zeitleiste der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte des Kraters erstellen. Zu diesen Ereignissen gehören die Bildung des Jezero-Kraters, das Auftauchen und Verschwinden des Jezero-Sees und die Veränderungen des Klimas auf Mars in der Vergangenheit.

Woher kommen die Salze?

Darüber hinaus entdeckten die Forscher in diesen Gesteinen Salze. Diese Salze könnten sich entweder gebildet haben, als Grundwasser durch das Gestein floss und die ursprünglichen Mineralien im Gestein veränderte, oder - was die Forscher für wahrscheinlicher halten - als flüssiges Wasser verdampfte und die Salze zurückließ. In diesen Salzmineralien könnten auch kleine Blasen von altem Marswasser eingeschlossen sein. Diese könnten dann als mikroskopische Zeitkapseln dienen, die Aufschluss über das frühere Klima und die Bewohnbarkeit des Mars geben. Denn auch auf der Erde speichern Salzmineralien Zeichen alten Lebens.

Wie lange existierte der See?

Die Forscher wissen bereits, dass einst ein See den Krater ausfüllte. Unklar ist, wie lange der See existierte. Vielleicht wurde der Einschlagskrater zwar schnell gefüllt, ist dann aber innerhalb von 50 Jahren wieder ausgetrocknet. Doch der Grad der Veränderung, den die Wissenschaftler in dem Gestein sehen, das die bisherigen Bohrproben lieferten, scheint darauf hinzuweisen, dass doch lange Zeit Grundwasser vorhanden war.

Unklar ist, ob dieses Grundwasser mit dem See, der einst in Jezero war, in Verbindung steht, oder ob es lange nach dem Austrocknen des Sees durch die Felsen geflossen ist. Die Wissenschaftler wissen zwar nicht, wie lange dieses Wasser vorhanden war, aber sie sind sich sicher, dass es lang genug war, um die Gegend in der Vergangenheit für mikroskopisches Leben attraktiver zu machen.

Wenn die Proben auf der Erde analysiert werden, können die Wissenschaftler hoffentlich die Abfolge und den zeitlichen Ablauf der Umweltbedingungen auf dem Mars rekonstruieren. Und sie wissen dann endlich, wie lange es Wasser auf dem Mars gab.

Bohrungen gehen 200 Meter weiter entfernt weiter

Übrigens wird Perseverance nicht ständig alle Probenentnahmebehäter mit sich herum fahren, sondern diese wahrscheinlich in verschiedenen Depots absetzen, von wo sie dann in einigen Jahren wieder aufgesammelt werden können. Seine nächsten Bohrungen wird Perseverance wahrscheinlich in dem 200 Meter entfernten Gebiet „South Séítah“ machen. Dort gibt es mit Sanddünen und Felsen bedeckt Bergrücken. Das dortige Gestein ist wahrscheinlich älter als das Gestein, das Perseverance bisher entnommen hat.

Die durch Perseverance gemachten Entdeckungen ergänzen die Beobachtungen, die die NASA-Forscher auf den Fotos machen, die ein anderer Mars-Rover, nämlich Curiosity, macht. Mehr dazu lesen Sie hier: Hammer-Video - Marsrover findet Salzreste und Hinweise auf Wasser.

Alles auf Halt!

Anfang Oktober 2021 stoppt die NASA aber erst einmal alle Marsmissionen für einige Wochen. Denn dann befindet sich der Mars in einer Solar-Konjunktion : Die Sonne befindet sich dann für rund 14 Tage zwischen Erde und Mars. Dadurch wird die Verbindung zwischen der Bodenstation auf der Erde und den Rovern auf dem Mars erschwert oder unmöglich gemacht. Perseverance wird seine nächsten Bohrungen also erst starten, wenn die Sonne nicht mehr zwischen Erde und Mars steht.