Die Hitze der Komponenten bringt die geheime Flüssigkeit zum Kochen.

Die enorme Abwärme großer Serverfarmen stellt Hersteller und Betreiber vor große Herausforderungen. Microsoft hatte 2015 in einem Versuch klären wollen, ob ein auf dem Grund des Atlantik versenktes Rechenzentrum das Meerwasser zur Kühlung nutzen könnte – mit Erfolg. Nun haben die Redmonder eine neue Idee: Künftig sollen ganze Serverracks in einer geheimen Flüssigkeit versenkt werden . Dabei handelt es sich um eine nicht leitende Flüssigkeit, die auf den Pressefotos des Unternehmens durch die Hitze der Komponenten sogar zum Kochen gebracht wird. Schäden seien dadurch nicht zu erwarten, denn im Gegensatz zu Wasser kocht Microsofts geheime Flüssigkeit bereits bei 50 Grad Celsius. Die Komponenten des Servers schwimmen in dieser Flüssigkeit und sind hermetisch abgeschlossen, um ein Verdampfen und Kondensieren der Flüssigkeit zu ermöglichen.

Microsoft begründet dieses martialisch erscheinende Verfahren damit, dass aktuelle Prozessoren immer mehr Strom benötigen und entsprechend auch mehr Abwärme erzeugen, die aus dem System geleitet werden muss. In den letzten Jahren sei die Stromaufnahme einer CPU von 150 auf über 300 Watt gestiegen. Kommen darüber hinaus auch Grafikprozessoren für KI-Berechnungen zum Einsatz, so steigt die Stromaufnahme schnell auf 700 Watt an. Mit einer herkömmlichen Luftkühlung sei dieser Abwärme kaum noch beizukommen. Die gerade getestete Kühlung durch ein Flüssigkeitsbad könne hingegen die Hitze direkt von den Oberflächen der Chips ableiten. Wann dieses Kühlverfahren produktiv eingesetzt werden kann, ließ Microsoft aber noch offen.

Passiv gekühlter Ryzen 5 5600X mit RTX 3080