Momo Challenge: Selbstmordversuch wegen Whatsapp-Kettenbrief

Hans-Christian Dirscherl |
Eine Schülerin aus München versuchte sich umzubringen. Sie wurde durch Whatsapp-Nachrichten mit der Horror-Figur Momo in Angst und Schrecken versetzt. Die Münchner Polizei warnt vor einer Zunahme dieses Momo-Challenge-Nachrichten-Terrors.
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So sieht/sah die Momo-Puppe aus.

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Die Münchner Polizei warnt mit Nachdruck vor der „Momo Challenge“. Dieses Phänomen, das nach der aus Japan stammenden Horror-Puppe Momo benannt ist, ist zwar schon etwas älter, doch jetzt hat der Momo Challenge laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung eine 13-Jährige dazu gebracht, einen Selbstmordversuch zu unternehmen. Demnach tauchten auf dem Smartphone der Schülerin aus dem Münchner Norden vor einigen Tagen Whatsapp-Nachrichten auf, die die Schülerin derart verstörten, dass sie sich charakterlich veränderte und schließlich Tabletten schluckte, um sich umzubringen. Die Eltern fand ihr Kind gerade noch rechtzeitig und brachten es in eine Klinik, wo Ärzte die Schülerin retteten.

Der Münchner Polizei zufolge kursieren derzeit verstärkt Kettenbriefe, die zur Teilnahme am sogenannten Momo Challenge auffordern. Dabei werden Kinder und Jugendliche über Messenger-Dienste wie Whatsapp dazu gedrängt, mit einer animierten Gruselfigur Kontakt aufzunehmen und deren Forderungen zu erfüllen. Diese Aufgaben bestehen unter anderem darin, den Kettenbrief mit der Teilnahmeaufforderung an nahestehende Personen weiterzuleiten.

Wer die gestellten Aufgaben nicht erfüllt und/oder die Nachricht nicht weiterleitet, dem werden im Kettenbrief schlimme Folgen angedroht. Diese Droh-Kulisse wird meist über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten und setzt die Kinder unter psychischen Druck. Das führte in dem Fall der Schülerin aus dem Münchner Norden offensichtlich zu dem Selbstmordversuch.

Die Polizei München betont, „dass die Verbreitung von Teilnahmeaufforderungen mit vorsätzlichen Drohungen regelmäßig eine Straftat darstellt und dementsprechend als Nötigung verfolgt wird.“ Die Polizei rät den betroffenen Kindern und Jugendlichen:

  • Ungewöhnliche Nachrichten mit nahestehenden Personen besprechen

  • Kettenbrief keinesfalls weiterschicken, sondern löschen

  • Keine persönlichen Daten preisgeben

  • Keine Anhänge oder Verknüpfungen (Links) öffnen

  • Unbekannte Rufnummern blockieren oder sperren 

  • Anzeige bei der Polizei erstatten, wenn es für den Empfänger zu bedrohlichen Zwangssituationen kam

Youtube wurde wegen der Momo-Problematik ebenfalls aktiv. Die Video-Plattform betont, dass es von keinen Momo-Challenge-Videos auf seiner Plattform weiß. Solche Videos würden gegen die Vorgaben von Youtube verstoßen. Wer Youtube-Videos entdecke, die zur Teilnahme am Momo Challenge aufrufen, solle diese sofort an Youtube melden.

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Hinweis: Die für die Whatsapp-Kettenbriefe verwendete Horror-Puppe Momo hat nichts mit Momo aus der Geschichte von Michael Ende zu tun.