Der brennende LKW auf diesem Foto ist vergleichsweise leicht zu löschen. Doch bei einem brennenden Elektro-Auto wird ein riesiger Container mit Wasser benötigt.

Zwei Meldungen machen derzeit die Runde, die Elektro-Auto-Fahrer und -Fans beunruhigen könnten: Ein nagelneuer VW Golf Hybrid explodiert und brennt aus. Und eine Stadt in Franken sperrt eine eben erst sanierte Tiefgarage für Elektro-Autos und Hybridfahrzeuge.

Neuer VW Golf 8 Hybrid explodiert

Die Freiwillige Feuerwehr Felsberg (Nordhessen) meldet, dass sie einen brennenden Hybrid-PKW gelöscht habe. Das Fahrzeug sei nur zwei Tage alt gewesen und habe nur 300 Kilometer Gesamtlaufleistung gehabt. Es wurde bei dem Brand völlig zerstört. Die Feuerwehr schreibt weiter: „Nach Angaben des Fahrers gab es während der Fahrt einen hellen blauen Blitz und einen lauten Knall. Der Knall und die Druckwelle waren so heftig, dass die Scheiben des Fahrzeugs aus der Karosserie gedrückt wurden. Der Knall war auch in weiteren Stadtteilen hörbar.“

Der Fahrer und seine Begleitung konnten das Fahrzeug mit leichten Verletzungen verlassen. Der Wagen stand binnen weniger Sekunden in Flammen, wie das Nachrichtenportal HNA ergänzt . Beim Löschen erwies sich der Akku des Fahrzeugs laut dem Bericht als Problem. Denn der im Heck des Fahrzeugs verbaute Akku entfachte den Brand immer wieder aufs Neue. Schließlich griff die Feuerwehr zu der aufwendigen Maßnahme, zu der Brandbekämpfungsexperten bei Elektroautos generell raten: Das Fahrzeug wurde in einen Container mit Wasser getaucht. Hierzu holte ein Abschleppunternehmen den abgebrannten Pkw ab und setzte ihn in einem Spezialcontainer komplett unter Wasser. Wie das Nachrichtenportal n24 ergänzt , handelte es sich bei dem brennenden Neuwagen um einen VW Golf 8 Hybrid .

Der Gesamtschaden soll 45.000 Euro betragen, wie HNA berichtet . Durch die hohe Temperatur wurde die Teerdecke der Straße beschädigt. Gegenüber der Automobilwoche bestätigte ein VW-Sprecher den Vorfall. Die Ursache ist bisher unbekannt.

Erste Stellungnahme von Volkswagen

PC-WELT fragte bei Volkswagen um eine Stellungnahme an. VW antwortete prompt, ist aber derzeit überfragt:

" Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass die Analyse und Bewertung des von Ihnen angesprochenen Falles noch nicht abgeschlossen ist. Die Sicherheit unserer Kunden hat für uns höchste Priorität. Um den selbst gesetzten hohen Standard bei unseren Fahrzeugen gewährleisten zu können, analysieren wir die näheren Umstände und die technischen Hintergründe eines Falles, bei dem es laut Medienbericht zum Brand/Explosion eines Golf 8 gekommen sein soll. Auf Basis der Untersuchungsergebnisse werden wir im Bedarfsfall entsprechende Maßnahmen in die Wege leiten.

Grundsätzlich gilt: Beim Betrieb von allen Kraftfahrzeugen kann es in sehr seltenen Ausnahmefällen sogar zu Fahrzeugbränden kommen. Diese können diverse Ursachen haben, die dann zudem teilweise auch in kausalem Zusammenhang miteinander stehen - insbesondere technische Störungen, Austritt brennbarer Betriebsflüssigkeiten (Stichwort: Marderbiss), unsachgemäße Verwendung, ein nicht fachgerecht ausgeführter Einbau von Zusatzbauteilen, ungewollte Temperaturerhöhungen im Abgassystem beziehungsweise Abgasaustritt, eine nicht bestimmungsgemäße Verwendung des Fahrzeugs, Manipulationen, Wartungsfehler oder auch Fehlbetankungen ." Zitat Ende

VW bestätigt: 56.000 neue VW Golf müssen in die Werkstatt

Die Geschichte des VW Golf in Wort und Bild

Stadt Kulmbach sperrt Tiefgarage für Elektro-Autos und sogar für Hybrid-Fahrzeuge

Die Stadt Kulmbach (Bayern) hat eine Tiefgarage nach einem Fahrzeugbrand sanieren lassen müssen. Jetzt ist die Sanierung abgeschlossen und die Tiefgarage wurde für die Benutzung wieder freigegeben. Doch sie ist nun für Elektro-Autos und sogar für Hybridfahrzeuge gesperrt. Das berichtet das lokale Nachrichtenportal Infranken.

Bei dem brennenden Auto, das vor einigen Monaten die Tiefgarage EKU-Platz beschädigte , handelte es sich weder um ein Elektro-Auto noch um ein Hybridfahrzeug, sondern um einen „alten Golf“. Trotzdem sperrt die Stadt Kulmbach nun die sanierte Tiefgarage für Elektro- und Hybrid-Autos. Infranken zitiert einen Mitarbeiter des Kulmbacher Tiefbauamts mit folgenden Worten: "Die Feuerwehr kann solche Fahrzeuge nicht löschen, sondern muss sie ausbrennen lassen. Auch ist die Tiefgarage nicht ausreichend hoch genug, um brennende Autos mit schwerem Gerät herauszuziehen. Die Krux sei, dass Lithium-Akkus nur mit Löschwasser gekühlt werden können und mehrere Tage weiter brennen. "Dieses Problem war uns vorher nicht bewusst".

Die Entscheidung der Stadt Kulmbach lässt viele Fragen unbeantwortet: Darf selbst ein vergleichsweise einfach gebauter Toyota Yaris Hybrid nicht mehr in besagter Tiefgarage parken? Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Hybridfahrzeugen ist dann ja absehbar, dass diese TG bald leer stehen wird oder nur noch Oldtimer darin parken dürfen! Was ist mit anderen Tiefgaragen in Kulmbach: Für die gilt dieses Problem doch genauso! Werden die auch alle für E- und Hybrid-Fahrzeuge gesperrt? Oder sind die anderen TGs alle höher gebaut, sodass man brennende E-Autos und Hybride herausziehen kann? PC-WELT fragte beim Tiefbauamt der Stadt Kulmbach nach. Sobald uns deren Antwort vorliegt, tragen wir diese hier nach.

Wie löscht man brennende Akkus und Elektro-Autos? Das sagt die Feuerwehr!

Brennendes Elektro-Auto: So löscht die Feuerwehr