Zum Nachfolger der RTX-3000-GPUs alias Ampere gibt es schon etliche Gerüchte.

Nicht einmal ein Jahr ist es her, seit Nvidia mit der GeForce RTX 3080 (zu unserem Testbericht)  die erste Grafikkarte auf Basis der aktuellen Ampere-Architektur veröffentlicht hat und dennoch gibt es schon etliche Gerüchte zu deren Nachfolger, namentlich Ada Lovelace. Das derzeitige Topmodell, die BFGPU GeForce RTX 3090 (zu unserem Testbericht)  bietet gegenüber ihrem direkten Vorgänger ein Leistungsplus von rund 50 Prozent beim Gaming in UHD-Auflösung und bis zu einer Verdopplung der Anwendungs-Performance. Die kommenden RTX 4000 Grafikkarten sollen laut den Gerüchten durch das erwartete 5-nm-Fertigungsverfahren eine vergleichbar große Leistungssteigerung mit sich bringen. Auch wenn bis zum Start der nächsten GPU-Generation noch viel Zeit ins Land gehen dürfte, haben wir schon einmal alle Gerüchte und Leaks für Sie zusammengefasst und aktualisieren diese laufend.

Hinweis: Bei den folgenden Leaks und Gerüchten handelt es sich um keine gesicherten Informationen. Nvidia selbst hat zu einem Nachfolger für Ampere noch nichts bekannt gegeben. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei den Leakern um recht verlässliche Quellen, die bereits in der Vergangenheit viele Spezifikationen richtig vorausgesagt haben. 

Wann sollen die RTX 4000 Grafikkarten auf den Markt kommen?

Die Ampere-Grafikkarten sind noch nicht einmal ein Jahr auf dem Markt und wir warten nach wie vor auf ein Einsteigermodell, welches unterhalb der GeForce RTX 3060 (zu unserem Testbericht)  angesiedelt ist, und doch geistern immer mehr Gerüchte zu RTX 4000 durch das Netz. Allzu bald dürfte Nvidia allerdings keine neue Architektur aus dem Hut zaubern, zumindest wenn es nach dem Leaker Greymon55 geht, der in der Vergangenheit viele Releases und Spezifikationen richtig vorausgesagt hat. Ihm zufolge ist mit einem Release von Ada Lovelace nicht vor Ende 2022 zu rechnen. In Anbetracht der Tatsache, dass vom Release der RTX-2000-Generation bis zu den RTX-3000-GPUs exakt zwei Jahre vergangen sind, wäre ein Release im September 2022 vor dem Weihnachtsgeschäft nicht unwahrscheinlich.

Allerdings gibt ein anderer User unter dem Tweet ebenfalls an, dass sich der Release ins erste Quartal 2023 verschieben könnte. Das wäre aus dem Grund plausibel, dass Nvidia für 2023 den Release des Grace-Server-Chips angekündigt hat, der Gerüchten zu Folge im gleichen 5-nm-Verfahren produziert werden soll wie die RTX-4000-Grafikkarten. Mit recht hoher Wahrscheinlichkeit lässt sich jedoch sagen, dass bis zum Release noch mindestens ein Jahr vergehen wird. Wir stehen einem späteren Release in keinster Weise kritisch gegenüber, ganz im Gegenteil. Lieber sollen die Hersteller die Veröffentlichung von neuen Produkten nach hinten schieben und dafür sicherstellen, dass zum Marktstart auch genügend Produkte verfügbar sind, sodass die Preise nicht wieder durch die Decke gehen - wir berichteten über die Gründe (zum Artikel)

Nichtsdestotrotz dürfte bis dahin noch der ein oder andere GPU-Release anstehen. Bereits im Mai stellte Nvidia die RTX 3050 und die RTX 3050 Ti für den Mobilbereich (zum Artikel) vor. Auf eine entsprechende Desktop-Variante warten wir bis heute, allerdings ist dem Nutzer Smackaroy des LTT-Forums  auf der offiziellen Seite von Nvidia aufgefallen, dass der Hersteller selbst eine RTX 3050 Ti getaufte Grafikkarte kurzzeitig gelistet hatte. Das Warten dürfte dementsprechend bald ein Ende haben. Im Mobilsegment dürften uns laut VideoCardz  außerdem neue SUPER-Varianten erwarten, ob diese jedoch auch für den Desktopbereich erscheinen, muss sich noch zeigen. Zu diesem Thema gibt es neue Gerüchte bezüglich einer RTX 3090 Super, über die wir in diesem Beitrag berichten. Erst kürzlich hat Nvidia jedoch mit der GeForce RTX 3080 Ti (zu unserem Testbericht) und der GeForce RTX 3070 Ti (zu unserem Testbericht)  sein Portfolio erweitert, die aus unserer Sicht praktisch keine Lücken für füllende Super-Varianten mehr lassen.

Fast doppelt so viele Rechenkerne und Rechenleistung bei enormer Leistungsaufnahme?

Ada Lovelace Architektur: Nvidia benennt seine Architekturen seit jeher nach bekannten Mathematikern und Physikern. Auf Turing und Ampere soll den Gerüchten zufolge Ada Lovelace folgen. Ada Lovelace arbeitete zusammen mit Charles Babbage an der Analytical Engine und formulierte in ihrer Arbeit, die weit über den ursprünglichen Ansatz von Babbage hinausging, die Grundidee der Informatik: das systematische Verarbeiten von Informationen. Laut einem Tweet von Greymon55 soll die neue Architektur auf TSMCs 5nm-Verfahren setzen, allerdings ist noch nicht bekannt, ob die N5 oder N5P Node zum Einsatz kommen soll. Nvidia setzt dabei wohl noch auf einen monolithischen Grafikchip und nicht auf ein Chiplet-Design, das dürfte vorerst noch den professionellen "Hopper" Grafikkarten vorbehalten bleiben, aber das ist eine ganz andere Baustelle.

Doppelte Rechenleistung: Bereits Ende letzten Jahres sind durch kopite7kimi Gerüchte aufgekommen, wonach der AD102-Grafikchip auf eine 12*6-Struktur setzen könnte. Übersetzt steht das für 12 Graphics Processing Cluster (GPC) in denen jeweils sechs Texture Processing Cluster (TPC) stecken. Wenn Sie immer noch nur Bahnhof verstehen, empfehlen wir Ihnen unseren "Deep Dive" zur aktuellen Ampere-Architektur, der Teil des Testberichts zur GeForce RTX 3080 (zu unserem Artikel) ist. 3DCenter.org folgert, dass daraus 144 Streaming Multiprozessoren (SM) und 18.432 Cuda-Kerne resultieren könnten, was bei einem Takt von 1,8 GHz zu einer Rechenleistung von ungefähr 66 TFLOPs führen würde. Zum direkten Vergleich: Der GA102-Grafikchip bietet bis zu 10.752 Cuda-Kerne und 38,7 TFLOPs FP32. Das entspräche beides nahezu einer Verdopplung gegenüber dem direkten Vorgänger.

Das deckt sich auch mit den neueren Gerüchten von TtLexington , laut denen sich die FP32-Rechenleistung um Faktor 2,x bis 2,3x erhöhen soll. Möglich machen sollen es Boosttaktraten von 2,2 bis 2,5 GHz laut diesem Tweet , wodurch die FP32-Rechenleistung auf enorme 81 TFLOPs  ansteigen soll.

An der Speicheraustattung einer möglichen RTX 4090 soll sich dagegen laut Ulysses nicht wirklich viel ändern. Es bleibt bei 24 GB GDDR6X VRAM, der jedoch mit 21 Gbps takten soll. Bei der RTX 3090 rechnet der Videospeicher nur mit 19,5 Gbps, was vor allem den bereits sehr hohen Temperaturen geschuldet ist, die einen höheren Takt verhindern. Wollen wir hoffen, dass Nvidia dieses Problem mit der nächsten Generation beseitigen kann.

Hinweis: An dieser Stelle müssen wir hinzufügen, dass sich die FP32-Rechenleistung nicht 1:1 in der Gaming-Performance widerspiegelt. So kommt die RTX 2080 Ti FE nur auf eine FP32-Rechenleistung von 14,23 TFLOPs, die RTX 3080 Ti dagegen auf 34,2 TFLOPs und damit auf mehr als das doppelte. Trotzdem trennen die beiden GPUs beim Gaming in 2160p nur etwa 50 Prozent. Der Leistungssprung auf eine mögliche RTX 4080 Ti dürfte ähnlich ausfallen.

Enorme Leistungsaufnahme:  Bereits die aktuellen Grafikkartengenerationen von AMD und Nvidia haben sich das Performanceplus gegenüber ihren Vorgängern zum Teil mit einer erhöhten TDP der GPU erkauft. So liegt zum Beispiel die TGP der RTX 3090 bei satten 350 Watt, wohingegen sich die RTX 2080 Ti noch mit 260 Watt begnügte. Laut den Gerüchten dürfte hier leider noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein, was auch plausibel ist. Zwar wird das 5-nm-Fertigungsverfahren für eine verbesserte Energieeffizienz sorgen, aber eine Erhöhung der Shader-Einheiten um 71 Prozent bei einer gleichzeitigen Taktsteigerung von über 25 Prozent dürfte ohne einen Anstieg der Leistungsaufnahme nicht realisierbar sein. So sagt der bekannte Hardware-Leaker kopite7kimi in einem Tweet, dass die TDP jenseits der 400 Watt liegen dürfte. Greymon55 wiederum geht in seiner Antwort sogar von 450 bis 500 Watt aus.

Wie viel werden die RTX-4000-GPUs kosten?

Da der Release der RTX-4000-Grafikkarten aktuell noch in ferner Zukunft liegt, können selbst die am besten informierten Quellen noch keinerlei Aussagen zu möglichen Preisen treffen, aber wir können die Preise der letzten drei Generationen analysieren:

  • GTX 1060 6 GB FE (ab 320 Euro) --> RTX 2060 FE (ab 369 Euro) --> RTX 3060 (ab 329 Euro)

  • GTX 1070 FE (ab 499 Euro) --> RTX 2070 FE (ab 639 Euro) --> RTX 3070 FE (ab 519 Euro)

  • GTX 1080 FE (ab 789 Euro) --> RTX 2080 FE (ab 849 Euro) --> RTX 3080 FE (ab 719 Euro)

  • GTX 1080 Ti FE (ab 819 Euro)  --> RTX 2080 Ti FE (ab 1249 Euro) --> RTX 3080 Ti FE (ab 1199 Euro)

Wir haben uns bei den Preisen nur an den Founders Editions respektive der offiziellen UVP von Nvidia orientiert. Custom Modelle mögen je nach Ausführung zu einem niedrigeren oder höheren Preis erhältlich gewesen sein. Letztendlich bestimmt vor allem die Nachfrage den Preis, wie sich auch aktuell wieder sehr schön zeigt. Mit der Einführung der ersten Grafikkarten mit hardwareseitigem Raytracing-Support und DLSS hat Nvidia einen ordentlichen Preisaufschlag vorgenommen. Mit den RTX-3000-GPUs sind die Preise zumindest auf dem Papier wieder etwas gesunken, was auch an der Rückkehr von AMD in den High-End-Bereich liegen mag. Unser Grafikkarten-Vergleich (zum Artikel) zeigt, dass AMD aktuell nämlich konkurrenzfähige Modelle im Portfolio hat. 

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Im Vergleich zu früheren Generationen sind die Ampere-GPUs allerdings definitiv nicht als günstig zu bezeichnen, zumal die Straßenpreise nochmal ein gutes Stück über der UVP liegen. An dieser Stelle können wir uns nur wiederholen: Die Nachfrage bestimmt den Preis. Und die schlechte Verfügbarkeit zeigt, dass Gamer bereit dazu sind, für eine RTX 3060 auch mal 500 Euro respektive für eine RTX 3090 über 2000 Euro auszugeben. Diese Tatsache wird auch Nvidia nicht entgangen sein, sodass kein wirklicher Zwang besteht, die Preise für die kommenden RTX-4000-Grafikkarten niedriger anzusetzen. Es sei denn AMD gelingt mit den RX-7000-GPUs der große Wurf und Nvidia muss über günstigere Preise konkurrieren.