Illegales Straßenrennen: Polizei jagt Ferrari, Lamborghini, McLaren und Porsche im Netz

Update 13.5.2022: Die österreichische Polizei hilft ihren bayerischen Kollegen bei der Fahndung nach den Rasern, wie österreichische Medien schreiben . Demnach bat die Polizei von Niederbayern ihre Kollegen in Kärnten um Unterstützung. Denn die Polizei vermutet, dass die teuren Supersportwagen (siehe unten) auch auf der Tauern- und Südautobahn in Kärnten gefahren sind.
Die Polizei Kärnten hat auf ihrer Facebookseite den entsprechenden Zeugenaufruf der Polizei von Niederbayern geteilt.

Update Ende, Beginn der ursprünglichen Meldung über das illegale Rennen am 6.5.2022 in Niederbayern:

Die Polizei sucht im Internet nach den Teilnehmern eines illegalen Straßenrennens. Die Fahndung läuft nach den Besitzern mehrerer Ferrari, Lamborghini, McLaren und Porsche – alle mit tschechischen Zulassungen. Die vermutlich zehn Fahrzeuge lieferten sich am Freitag, den 6. Mai 2022, ab zirka 15 Uhr in Südostbayern ein verbotenes Rennen auf öffentlichen Straßen.

4000 Porsche, Lamborghinis, Bentleys, Audis und VW versinken im Meer - Akkus brannten

Die Route der Raser

Das gefährliche Wettrennen ging am Freitagnachmittag durch die Landkreise Freyung-Grafenau, Passau und Rottal-Inn in Richtung Süden. Bislang konnte als bekannte Fahrtstrecke die Route von Philippsreut über Waldkirchen nach Passau und weiter über B12 und B20 bis Burghausen rekonstruiert werden. Auch auf der Autobahn A3 waren die Raser unterwegs. Die Kolonne fuhr dann weiter nach Österreich und Italien und von dort zurück nach Tschechien.

417 km/h: Youtube-Video zeigt Raserei auf deutscher Autobahn - Polizei ermittelt

Dank der Zeugenhinweise ist ein Großteil der Kennzeichen bekannt. Teilweise sind auch Videoaufnahmen vorhanden, wie das Nachrichtenportal Idowa schreibt.

Während der Fahrt kam es zu waghalsigen Überholmanövern mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit. In mindestens einem Fall konnte ein Frontalzusammenstoß mit einem unbeteiligten BMW nur durch das geistesgegenwärtige Reagieren des BMW-Fahrers verhindert werden.

Ein Teilnehmer wurde erwischt

Zumindest ein verantwortlicher Teilnehmer der gefährlichen Raserei konnte anscheinend am Samstagabend gestellt werden - am Grenzübergang Waidhaus/Rozvadov, als er auf der Rückfahrt war. Dem 27 Jahre alten Fahrer wurde der Führerschein entzogen. Unter anderem wegen Gefährdung des Straßenverkehrs.

Die Polizei bittet um Mithilfe

Die Ermittlungsgruppe „EG RACE“ der Polizei sucht nun im Internet nach Zeugen und Beweis-Fotos und -videos. Folgende Fragen hat die Polizei an Zeugen:

  • Wer wurde wo und wann von den Fahrern der Sportwagen gefährdet?

  • Wer hat wo die Sportwagen und deren Fahrer gesehen? Hierbei sind auch Tankstellen, Rastplätze, Gaststätten usw., auch in Österreich und Italien von Interesse.

  • Wer hat die Fahrzeuge fotografiert oder gefilmt und kann der Polizei die Bilder oder Videos zur Verfügung stellen?

  • Wer kann die Fahrer der Sportwagen bzw. die weiteren Insassen in den Fahrzeugen beschreiben?

Telefonische Hinweise nimmt die Polizei unter der Nummer 0851/9511-5021. Foto- oder Videoaufnahmen, aber auch Audio-Dateien von den Fahrzeugen können Sie über diesen Link zur Polizei hochladen.

Parallele zu ähnlicher Raserei im Jahr 2019

Im Mai 2019 fand in Niederbayern ein ähnliches illegales Rennen statt, wie der Münchner Merkur berichtet . Damals rasten sogar 80 Autos der besagten Marke durch Straubing, Landshut und Eggenfelden. Acht Fahrer von in Tschechien zugelassenden Sportwagen sagten damals gegenüber der Polizei aus, dass sie an einer Rallye eines tschechischen Veranstalters teilgenommen hätten. Dabei mussten die Fahrer vorgegebene GPS-Koordinaten anfahren.

Bei dem damaligen Vorfall zeigte sich aber ein juristisches Problem: Die Fahrer waren in der Regel nicht die Eigentümer der Fahrzeuge, denn die Fahrzeuge wurden für die illegale Rallye eigens angemietet. Die Fahrer lassen sich meist nicht identifizieren und die Fahrzeuge können in diesem Fall auch nicht sichergestellt werden.