Schockanrufer erbeuten Goldbarren – Übergabe auf offener Straße

Die Masche mit den Schockanrufen ist immer ähnlich: Die Betrüger rufen überwiegend ältere Menschen an und geben sich als deren Kindern aus und behaupten, dass sie – also deren Sohn oder Tochter – einen schweren Verkehrsunfall verschuldet habe. Damit das Kind nicht hinter Gitter muss, sollen die angerufene Mutter beziehungsweise der angerufene Vater sofort Geld als Kaution überweisen oder übergeben. Dass der Anruf von einer fremden Telefonnummer und nicht von der bekannten Telefonnummer des Kindes kommt, erklärt die angebliche Tochter/der angebliche Sohn damit, dass sie/er ihr Handy verloren habe.

Aktueller Fall aus Ingolstadt

In einem derartigen aktuellen Fall aus Ingolstadt fiel eine 67 Jahre alte Dame auf so einen Schockanruf herein. Doch in diesem Fall erbeuteten die Betrüger, die sich am Telefon als Staatsanwalt und als Kriminalbeamter ausgegeben hatten, nicht nur Bargeld, sondern auch noch Goldbarren. Die 67-jährige Dame schleppte tatsächlich Bargeld und Goldbarren mit einem mittleren fünfstelligen Wert zum vereinbarten Übergabetreffpunkt auf offener Straße. Dort nahm eine junge Frau am 2.05.2022 um 11.15 Uhr im Bereich Asamstraße / Weisbergerstraße im Ingolstädter Stadtteil Kothau den Goldschaft in Empfang. Die Polizei sucht nun Zeugen für die Übergabe.

Die Betrügerin wird von der Polizei folgendermaßen beschrieben: „Etwa 25 Jahre alt, südländisches Erscheinungsbild, etwa 1,60m groß, schlanke Figur, Brillenträgerin. Aufgefallen sein könnte die schwarze Schutzmaske der Abholerin, die wohl ein Sternchenmuster im oberen Bereich hatte. Das Bargeld und die Goldbarren wurden in einer Einkaufstasche mit dem Aufdruck 'Edeka Fanderl' übergeben.“ 

Hinweise zur oben beschriebenen Abholerin oder einem möglicherweise beteiligten Fahrzeug nimmt die Kriminalpolizei Ingolstadt unter der Rufnummer 0841/9343-0 entgegen.

Bankangestellter verhindert Betrug in einem weiteren Fall

In einem anderen Fall, der nach der gleichen Masche ablief, konnte ein aufmerksamer Bankmitarbeiter der VR-Bank in Ebermannstadt den Betrug gerade noch verhindern.

Das sagt die Polizei

Die Polizei betont, "dass sich Polizeibeamte oder Staatsanwälte niemals telefonisch bei Angehörigen melden, um Kautionszahlungen zu fordern. Falls Sie solche Anrufe erhalten, legen Sie sofort auf und wählen den Notruf oder besprechen dies persönlich mit ihren Angehörigen."

Die Polizei warnt:

  • Seien Sie misstrauisch bei Anrufen, die Ihre finanzielle und/oder persönliche Situation betreffen und geben Sie keine Auskunft.

  • Informieren und warnen Sie ihre Angehörigen zu diesen Betrugsmaschen.

  • Lassen Sie sich nicht von einer vertrauenserweckenden Rufnummer auf dem Display in die Irre führen.

  • Lassen Sie sich zeitlich und emotional nicht unter Druck setzen.

  • Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen mit anderen Familienangehörigen Rücksprache.

  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen – auch nicht, wenn sie angeblich im Auftrag von Verwandten/Bekannten handeln.

  • In dringenden Fällen wählen Sie den Notruf 110.