Lenin Moreno, seit 2017 Präsident von Ecuador, hat in dieser Woche gegenüber der britischen Zeitung Guardian den Asyl-Entzug für den Wikileaks-Gründer Julian Assange erklärt . Laut Moreno habe Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London ein „Zentrum für Spionage“ eingerichtet. Assange habe weiterhin die Botschafts-Mitarbeiter schlecht behandelt und Ecuador rechtliche Schritte angedroht. Aus diesem Grund sei dem 47-Jährigen in der vergangenen Woche der Asylstatus entzogen worden.

Moreno kritisierte im Interview weiterhin seinen Vorgänger. Die Regierung habe zugelassen, dass Assange von der ecuadorianischen Botschaft in London aus in die „Prozesse anderer Staaten“ eingreife. Assange hatte sich im Jahr 2012 in die Botschaft geflüchtet und lebte danach rund sieben Jahre dort. Am vergangenen Donnerstag folgte schließlich der Rauswurf. Woraufhin Assange auf dem Gelände der Botschaft von den britischen Behörden verhaftet wurde . Assanges Anwälte wollen nun seine Auslieferung an die USA verhindern. Dort wird gegen den Wikileaks-Gründer wegen der Enthüllung von geheimen US-Militärunterlagen zu den Einsätzen der Streitkräfte im Irak und Afghanistan ermittelt.