Streik bei Amazon: Ver.di zieht Bilanz

Update 18.12.2019: Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di hat ein vorläufiges Fazit zu den Streiks bei Amazon in der Vorweihnachtszeit gezogen: "In der vergangenen Woche haben sich allein in Rheinberg und Werne täglich rund 900 Beschäftigte an den mehrtägigen Streiks beteiligt. In dieser Woche zählen wir rund 1.200 Streikende an den Standorten Bad Hersfeld, Leipzig und Koblenz. Das zeigt, wie entschlossen die Beschäftigten bei Amazon sind, für ihr Recht auf einen Tarifvertrag und damit existenzsichernde Löhne und gute Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Gerade zur Weihnachtszeit ist die Arbeit bei Amazon ein Knochenjob und der Druck extrem hoch. Das schnelle Lieferversprechen von Amazon gegenüber den Kunden geht zulasten der Beschäftigten. Sie fordern deswegen aus gutem Grund auch einen Tarifvertrag zum Thema gute und gesunde Arbeit", sagte Orhan Akman, Bundesfachgruppenleiter Einzelhandel.

In der vergangenen Woche hatten Ver.di zufolge die Standorte Rheinberg und Werne von Dienstag bis Samstag (10. Dezember bis 14. Dezember 2019) gestreikt. In Bad Hersfeld, Koblenz und Leipzig wird laut Ver.di seit der Nacht von Sonntag auf Montag (16. Dezember 2019) gestreikt. Die Arbeitsniederlegungen dauern bis vorläufig Samstag (21. Dezember 2019) an. Akman kündigte an: "Es kann jederzeit zu weiteren Streiks im Weihnachtsgeschäft kommen."

Stellungnahme von Amazon: "Die Pakete kommen pünktlich an, denn der Großteil der Mitarbeiter kümmert sich ganz normal um Kundenbestellungen. K unden können noch bis 20. Dezember mit Standardversand und bis 23. Dezember mit Premiumversand bestellen und die Bestellungen sind rechtzeitig vor Weihnachten da. Für diejenigen, die in der Logistikbranche arbeiten, ist Amazon sicherlich einer der besten Arbeitgeber. Fragen Sie einfach die über 8.000 Kollegen, die seit mehr als fünf Jahren bei uns sind und jeden Tag hervorragende Leistungen für die Kunden erbringen. Wir zahlen am oberen Ende vergleichbarer Jobs, bieten Zusatzleistungen und hervorragende Möglichkeiten zur Weiterentwicklung." Ende des Zitats von Amazon.

Ver.di ruft seit Jahren zu Streiks bei Amazon auf. Die letzte große Streikaktion vor den jetzt laufenden Streiks war während der Cyberweek (siehe nächster Absatz). Bisher konnte sich Ver.di im Arbeitskampf mit Amazon aber nicht durchsetzen. Update Ende

Amazon: Streik an Black Friday bis Cyber Monday

Ausgerechnet heute am Black Friday hat die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di zu Streiks an allen Amazon-Standorten aufgerufen. Die Streiks sind auf mehrere Tage angelegt und umfassen auch noch den kommenden Cyber Monday (2.12.). Laut Ver.di wird an allen Amazon-Standorten diesen Freitag (29. November), Samstag (30. November) und Montag (2. Dezember) gestreikt. Die Arbeitsniederlegungen haben laut Ver.di in der Nacht von Donnerstag auf Freitag begonnen und betreffen die Standorte Rheinberg, Werne (beide NRW), Bad Hersfeld (Hessen), Koblenz (Rheinland-Pfalz), Leipzig (Sachsen) und Graben (Bayern). In Koblenz, Leipzig und Bad Hersfeld soll der Streik bis in den frühen Dienstagmorgen (3. Dezember) andauern.
 
Die Auseinandersetzung zwischen Ver.di und Amazon dauert schon mehr als fünf Jahre an. Ver.di fordert, dass für die Amazon-Mitarbeiter die Tarifbedingungen des Einzel- und Versandhandels gelten sollen – das hätte höhere Löhne zur Folge. Amazon lehnt dies jedoch ab und legt die schlechteren Vorgaben des Tarifvertrags für die Logistikbranche zu Grunde.

"Amazon bewirbt den Black Friday und den Cyber Monday mit extremen Preisnachlässen. Die Beschäftigten bei Amazon sagen dagegen: Ihre harte Arbeit ist nicht zu Schleuderpreisen zu haben. Sie fordern einen Tarifvertrag für existenzsichernde Löhne und gute und gesunde Arbeit. Amazon muss endlich seine unsägliche Blockadepolitik aufgeben. Das Unternehmen behauptet fortwährend, was für ein toller, transparenter Arbeitgeber man sei. Aber grundlegende Rechte werden den Beschäftigten vorenthalten und der Alltag bei Amazon besteht aus Arbeitshetze und extremem Druck. Das führt dazu, dass viele Beschäftigte krank werden", betonte Orhan Akman, ver.di-Bundesfachgruppenleiter Einzelhandel.
 
Amazon hat die Vorwürfe von Ver.di immer zurückgewiesen. Im April 2019 sagte ein Amazonsprecher gegenüber PC-WELT: „Die von der Gewerkschaft erhobenen Vorwürfe weisen wir zurück. Amazon beweist jeden Tag, dass man auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein kann. Wir achten sehr auf die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Belegschaft und bezahlen in unseren Logistikzentren am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich ist….“.
 
Die Auswirkungen für die Amazon-Kunden dürften überschaubar bleiben. Ver.di hatte in der Vergangenheit die Amazon-Standorte schon öfter bestreikt, doch Amazon schaffte es in der Regel trotzdem problemlos die Lieferungen pünktlich zuzustellen. Amazon sagte dazu im April 2019: "Die von der Gewerkschaft organisierten Streikaktivitäten haben keinen Einfluss auf die Einhaltung unseres Lieferversprechens, denn die überwältigende Mehrheit unserer Mitarbeiter arbeitet normal.“

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