Experten gehen davon aus, dass besonders Kinder und Jugendliche durch die Bedienung per Wischgesten an Smartphones und anderen flachen zweidimensionalen Displays, die keinerlei physisches Feedback für die Finger vermitteln, wichtige Fähigkeiten der Feinmotorik und Fingerfertigkeit nicht erlernen.

Das macht wohl auch angehenden Chirurgen zu schaffen. Technology Review zitierte dazu Roger Kneebone, Professor of Surgical Education am Imperial College in London, der sagt, dass Nachwuchsärzte heutzutage „Probleme mit allem Praktischen“ haben. Zwar haben seine Studenten sehr gute akademische Noten, das Schneiden mit einem Skalpell oder die Verwendung einer Knochensäge beherrschen sie jedoch nicht.

Früher konnte man davon ausgehen, dass Studenten bestimmte Dinge wie Schneiden von sich aus können. „Das ist nicht länger der Fall“, so Kneebone. Er vermutet, dass die Bedienung von Displays über Wischgesten ein Hauptfaktor für diese Defizite sei. Vieles im Leben junger Leute beschränke sich auf Wischgesten auf Displays. Wunden zu verarzten, vernähen oder Schnitte in den Körper werden daher offenbar immer schwieriger.

Medizin hofft auf professionelle Roboter

Experten befürchten, dass die Defizite der jungen Menschen zu einem ernsten Problem in der gesundheitlichen Versorgung werden könnten. So hoffe man, dass man bald auf professionelle Roboter für komplexe Eingriffe in der Chirurgie zurückgreifen kann.

Kindern können Fähigkeiten dennoch vermittelt werden

Um dem Verlust bestimmter Fähigkeiten entgegenzuwirken, sollten Pädagogen und Eltern die Kinder möglichst oft mit physischen Tätigkeiten beschäftigen. Helfen kann beispielsweise, ein Instrument wie Klavier oder Geige zu lernen. Aber auch einfache Tätigkeiten wie das Mithelfen in der Küche können Fertigkeiten vermitteln.

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