Unerlaubte Telefonwerbung: Immer mehr Beschwerden und Bußgelder

Die Bundesnetzagentur hat ihren Lagebericht zu zu unerlaubter Telefonwerbung für das Jahr 2020 vorgelegt. Demnach erreichten die Bundesnetzagentur im Jahr 2020 insgesamt 63.273 schriftliche Beschwerden zu unerlaubten Werbeanrufen. Das bedeutet nicht nur einen deutlichen Anstieg gegenüber 2019 (54.242) und 2018 (62.247), sondern auch eine Trendumkehr.

Die Beschwerden betrafen laut Bundesnetzagentur nach wie vor besonders häufig Werbeanrufe zu Versicherungs- und Finanzprodukten sowie zu Energieversorgungsprodukten. Ein weiteres häufiges Beschwerdethema sind laut der Behörde aggressiv beworbene Zeitschriftenabonnements.

Beschwerden zu Telekommunikationsdienstleistungen sind dagegen derzeit rückläufig. Die Bundesnetzagentur betont, dass sie Beschwerden wegen Anrufen zu Telekommunikationsdienstleistungen im vergangenen Jahr besonders intensiv verfolgt habe.

Die Bundesnetzagentur warnt, dass es vermehrt dazu gekommen sei, dass Verbraucherinnen und Verbrauchern am Telefon oder im Nachgang ungewollt Verträge untergeschoben wurden. In anderen Fällen hätten die Anrufer systematisch die Identität ihrer Auftraggeber verschleiert oder seien sogar als Behördenvertreter aufgetreten, um das Vertrauen der Angerufenen zu erschleichen. Wieder andere Anrufer hätten ihre Gesprächspartner mit aggressiven Beschimpfungen eingeschüchtert und diese mit dutzenden Anrufen überzogen.

Die Bundesnetzagentur habe 2020 gegen zahlreiche Unternehmen Ermittlungsverfahren eingeleitet und insgesamt 17 Fälle mit der Verhängung eines Bußgeldes abgeschlossen. Dabei wurden Bußgelder in einer Gesamthöhe von 1.351.500 Euro verhängt. Damit stieg die Höhe der verhängten Bußgelder gegenüber den Vorjahren an: 2018 betrug die Summe 1.105.000 Euro und 2019 waren es 1.309.500 Euro. Die Liste aller mit der Verhängung einer Geldbuße abgeschlossenen Verfahren finden Sie hier. Erst vor einer Woche hatte die Bundesnetzagentur ein Call-Center wegen unerlaubter Telefonwerbung für Sky und Mobilcom eine Geldstrafe in Höhe von 145.000 Euro angeordnet.

Die Behörde betont, dass sie „weiterhin mit Nachdruck gegen die Verursacher vorgehen” würde. Wer Werbeanrufe erhält, ohne dass eine Einwilligung vorliegt oder obwohl ein Werbewiderruf ausgesprochen wurde, kann sich bei der Bundesnetzagentur unter www.bundesnetzagentur.de/telefonwerbung-beschwerde melden.