Szene aus dem rassistischen VW-Werbeclip auf Instagram, der mittlerweile von Volkswagen gelöscht wurde

Auf Instagram hatte Volkswagen einen Werbeclip zum neuen Golf veröffentlicht, der bei genauerer Betrachtung aber schnell die Gemüter der Webgemeinde erhitzte. Nach Rassismusvorwürfen löschte Volkswagen den Clip. Ein Nutzer hat ihn aber hier auf Youtube hochgeladen. 

In dem Werbeclip ist ein dunkelhäutiger Mann zu sehen, der von einer Hand bewegt und schließlich durch eine Tür in ein Gebäude weggeschnipst wird. Am Ende erscheint noch der Text „Der neue Golf“.  Bei genauerer Betrachtung fallen aber ein paar Elemente in dem Werbeclip auf, aufgrund derer die Rassismusvorwürfe durchaus berechtigt sind.

Das Gebäude, in das die dunkelhäutige Person hineingeschnipst wird, trägt den Schriftzug „Petit Colon“. Den Begriff „Colon“ kann man mit „Darm“ oder aber auch mit „Kolonisierung“ übersetzen. 

Die „weiße Hand“ formt vor dem Wegschnipsen der dunkelhäutigen Person ein Symbol, welches Ähnlichkeiten zum „White Power“-Handzeichen aus der Neo-Nazi-Szene aufweist.

Und dann ist auch noch die Art und Weise, wie die Buchstaben eingeblendet werden, die dann schließlich die Wörter „Der neue Golf“ bilden. Die zuerst angezeigten Buchstaben bilden das Wort „Neger“, eher dann die restlichen Buchstaben zu sehen sind.

Volkswagen und Agentur entschuldigen sich

Volkswagen hat den Werbeclip schnell von Instagram gelöscht, nachdem die ersten Proteste laut wurden. Auf Twitter entschuldigt sich Jürgen Stackmann, VW-Vorstand, mit den Worten: 

"Ich entschuldige mich aufrichtig als Einzelperson in meiner Funktion als Vorstandsmitglied bei Volkswagen Sales & Marketing. Hass, Rassismus und Diskriminierung haben bei Volkswagen keinen Platz! Ich werde in diesem Fall persönlich für volle Transparenz und Konsequenzen sorgen!"

In einer Pressemitteilung bezeichnet Volkswagen selbst das Werbevideo als „rassistisch“. Man habe Verständnis für das „öffentliche Entsetzen“ und sei auch selbst entsetzt. Der Werbeclip beleidige alle Errungenschaften der Bürgerrechtsbewegung und beleidige auch „jeden anständigen Menschen“. Volkswagen schäme sich für dieses Video und könne sich selbst dessen Veröffentlichung nicht erklären. Man setze nun alles daran, den Vorfall aufzuklären.

Auch die zuständige Agentur, DDB Germany, bittet mittlerweile hier auf Facebook um Verzeihung für den Werbeclip. Der Chef der Agentur, Toby Pschorr, erklärt:

"Auf Instagram wurde ein Post für den Kunden Volkswagen veröffentlicht, der in unserem Voltage/DDB Berliner Büro konzipiert und umgesetzt wurde. Das Instagram Post entspricht in keiner Weise dem ethischen und moralischen Anspruch unserer Agentur und hat bei vielen Menschen zurecht Empörung und Unverständnis ausgelöst." 

Der Agentur-Chef Toby Pschorr zeigt sich „entsetzt und zutiefst betroffen“, dass so ein Werbeclip veröffentlicht werden konnte und verweist darauf, dass in der Agentur Menschen aus über 28 verschiedenen Nationen arbeiten und deren gemeinsamen Grundwerte seien die Kreativität und Menschlichkeit.

„Wir haben bereits begonnen, den gesamten Entstehungsprozess dieses Posts zu eruieren. Sollte sich herausstellen, dass einer unserer Mitarbeiter oder ein Zulieferer vorsätzlich fremdenfeindliche oder rassistische Inhalte erstellt hat, wird dies zu einer sofortigen Kündigung und rechtlichen Maßnahmen führen“, kündigt Pschorr an.

Und Pschorr fügt hinzu: „Das gesamte Management Team und alle Mitarbeiter werden zum Thema Inklusion und Diversität zusätzlich geschult. Alle Freigabeprozesse werden geprüft und überarbeitet, damit so etwas nie wieder passieren kann. Wir entschuldigen uns uneingeschränkt für die Betroffenheit und Bestürzung, die dieses Post ausgelöst hat.“

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