VW Chef Herbert Diess vor dem ID.3 in Halle 3 der IAA.

VW hat am 9. September 2019 abends auf der IAA in Halle 3 wie angekündigt sein erstes Fahrzeug der ID-Familie vorgestellt. Zusammen mit dem neuen zweidimensionalen VW-Logo soll der ID.3 für den Neuaufbruch von Volkwagen stehen. VW-Chef Herbert Diess sprach in diesem Zusammenhang von einem "Systemwechsel".

Nach Käfer und Golf sieht VW den ID.3 als die nächste wichtige Stufe in der Entwicklung des VW-Konzerns an. Das E-Auto in der Größe eines Golf soll zu Preisen ab rund 30.000 Euro die E-Mobilität massentauglich machen. VW betont, dass der Wegfall der Verbrennungsmotoren und der Einsatz des "Modularen E-Antriebs-Baukasten" (MEB) neue Gestaltungsmöglichkeiten bieten würde. Beispielsweise geringere Überhänge vorne – wobei das BMW bei seinen Fahrzeugen mit Längsmotor und Hinterradantrieb auch schafft. Der ID.3 soll zudem relativ viel Platz im Innenraum bieten.

Das digitale Bedienkonzept des ID.3.

Innen ist natürlich alles digital gestaltet, neben einem digitalen Cockpit gibt es auch einen großen 10-Zoll-Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts (also deutlich kleiner als beim Tesla Model 3 mit dessen 15-Zoll-Touchscreen. Allerdings kostet das Model 3 auch mehr als der ID.3). Das neue ID. Light unterstützt mit einem LED-Band bei der Navigation und soll den Fahrer bei Gefahr beispielsweise auffordern zu bremsen. Neben dem sehr auf Touch konzentrierten Bedienkonzept spielt vor allem die Sprachsteuerung eine wichtige Rolle. Beim Weckruf für die Sprachsteuerung ist VW wenig einfallsreich: „Hallo ID“ startet die Sprachsteuerung.

Das neue VW-Logo ist nur noch in 2D.

VW startet die Serienproduktion des ID.3 im November 2019 und ab Frühjahr 2020 soll die Auslieferung beginnen. VW will den ID.3 zu 100 Prozent klimaneutral produzieren. Wer auch noch den Strom zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen zum Aufladen des ID.3 verwendet, sollte bei der gesamten Nutzung des ID.3 klimaneutral dastehen.

VW ID.3 von der Seite.

Preise: Den ID.3 gibt es mit drei unterschiedlichen Batteriekapazitäten. Mit 45 kWh und einer theoretischen Reichweite (nach WLTP) von bis zu 330 Kilometer für knapp unter 30.000 Euro. Und mit 58 kWh und theoretisch bis zu 420 Kilometer Reichweite. Sowie mit 77 kWh und einer theoretischen Reichweite von bis zu 550 km. Zu den beiden größeren Versionen nennt VW aber noch keine Preise. Zum Vergleich: Den Golf gibt es ab 21.415 Euro. Beim ID.3 muss man aber noch die Umweltprämie von 4000 Euro vom Listenpreis abziehen.

Dank seiner Schnellladefähigkeit sollen sich beim ID.3 mit 100 kW Ladeleistung innerhalb von 30 Minuten rund 290 Kilometer Reichweite (WLTP) nachladen lassen. Auf die Batterie gibt VW acht Jahre oder 160.000 Kilometer Garantie. Der ID.3 muss alle zwei Jahre zur Inspektion. Deren Kosten sollten zumindest in der Theorie deutlich geringer als bei einem Verbrennerfahrzeug ausfallen. Da der Ölwechsel mit den künstlich überteuerten Preisen für das Motoröl wegfällt. Ebenso sollten die langfristigen Reparaturkosten beim ID.3 geringer sein als bei einem Golf. Da typische Schwachstellen wie Turbolader, Kraftstoffschlauch und -Pumpe, Kupplung, Anlasser oder die Zündanlage sowie vor allem die gesamte Abgasreinigung fehlen.

Der Innenraum des ID.3

© VW

Die Batterien selbst sind in den Fahrzeugboden integriert - hier orientiert sich VW am Vorbild Tesla. Der tiefe Schwerpunkt des ID.3 sorgt ähnlich wie bei einem Tesla oder dem BMW i3 für eine gute Straßenlage. Zudem soll beim ID.3 das Gewicht zwischen Vorder- und Hinterachse optimal verteilt sein. Der Antrieb ist übrigens hinten - wie beim Käfer.

Kleiner Clou: Die Scheinwerfer reagieren, wenn sich der Fahrer dem E-Auto nähert.Sie schwenken in seine Richtung und begrüßen den Fahrer sozusagen.

Tesla Model 3 im Test + Video: Irrer Sprint, rasanter 15-Zöller und always online

eKäfer: VW zeigt originalen VW Käfer mit Elektro-Motor