Hammer-Video: So kommen Gesteinsproben vom Mars zur Erde. Plus: Schutz vor gefährlichen Mars-Keimen.

Die NASA hat weitere Details zu dem atemberaubenden Vorhaben veröffentlicht , wie Proben vom Mars zur Erde zurückgebracht werden sollen. Zur Erinnerung: Die NASA will in einem Gemeinschaftsprojekt mit der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA zahlreiche Gesteins-, Boden- und Luftproben, die der Mars-Rover Perseverance auf der Marsoberfläche einsammelt oder mit seinem Bohrer aus Gesteinsbrocken herausbohrt und in kleinen zylinderförmigen Gefäßen aus Titan luftdicht verschließt, zur Erde zurückbringen lassen. Den Ablauf, der als Mars Sample Return bezeichnet wird, stellen wir in dieser Meldung ausführlich vor: Hammerplan - so will die NASA Bodenproben vom Mars zur Erde bringen.

So soll das Manöver ablaufen

Die ersten erfolgreichen Bohrungen hat Perseverance bereits hinter sich ( nachdem der erste Bohrversuch erfolglos verlaufen war ). Der Mars-Rover fährt also bereits die ersten versiegelten Proben mit sich herum. Dieses Proben-Einsammeln wird noch lange dauern, denn erst 2028 soll die Überführung der eingesammelten Proben in seine entscheidende Phase eintreten, wenn neben Perseverance ein weiteres NASA-Raumschiff landet und seinerseits einen Rover auf dem Mars absetzt.

Dieser zweite Rover soll dann zu Perseverance fahren und diesem die Proben abnehmen beziehungsweise die Proben, die Perseverance auf dem Marsboden abgelegt hat, einsammeln und diese in einer kleinen Rakete, die zusammen mit dem zweiten Rover (den die ESA baut) gekommen ist, verstauen. Diese Rakete soll dann autonom mit den Proben starten und zu einem um den Mars kreisenden Raumschiff/Orbiter (den ebenfalls die ESA baut) fliegen. Die kleine Rakete schickt die eingesammelten Proben dann in einem Transportbehälter zu der Rakete, die diesen sicher verstaut und den gesamten Transportbehälter seinerseits versiegelt. Zusammen mit den Proben fliegt das Raumschiff dann zurück zur Erde, die sie 2031 erreichen soll. Diese Video zeigt eine Simulation dieses atemberaubenden Manövers:

Während des gesamten Transports ist es wichtig, dass die Marsproben nicht kontaminiert werden.

Warum sollen die Proben überhaupt zur Erde?

Zwar kann Perseverance bereits vor Ort die Proben etwas analysieren. Doch auf der Erde stehen für die Untersuchung der Staub-, Gesteins- und Luftproben viel mehr Möglichkeiten und leistungsfähigere Geräte zur Verfügung. Zudem lassen sich hier auf der Erde in modernen Labors die Proben viel schneller untersuchen.

Das Hauptziel der Untersuchungen ist die Beantwortung der Frage: Gab es einmal Leben auf dem Mars? Falls ja: in welcher Form? Denn Hinweise auf Wasser haben die Forscher bereits reichlich gefunden. Wo Wasser ist, da ist auch Leben.

Erde vor Keimen vom Mars schützen

Zwar ist es sehr unwahrscheinlich, dass mit den Proben auch noch lebende Keime zur Erde gelangen. Doch ausschließen kann man das nicht. Deshalb müssen die Wissenschaftler Vorsorge treffen, damit die Erde nicht mit Keimen vom Mars verseucht wird. So versiegelt Perseverance alle Proben luftdicht, damit nichts austreten kann. Der Transportbehälter innerhalb des Orbiters wird ebenfalls versiegelt und die Versiegelung wird sterilisiert. Bei der Versiegelung des Transportbehälters experimentiert die NASA derzeit mit einem Hartlötverfahren. Dabei dürfen die Proben aber nicht zu sehr erhitzt werden, damit deren Inhalt nicht beschädigt oder verfälscht wird.

Übrigens musste auch die Besatz von Apollo 11 seinerzeit in Quarantäne, weil man ausschließen wollte, dass die Astronauten Keime vom Mond zur Erde bringen: Apollo 11 Mondlandung - Fakten, Filme, Fotos .

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