Leistungsmindernde Sicherheitsfunktion in Windows 11 ist jetzt standardmäßig aktiviert

Microsoft hat in seinem neuesten Update für Windows 11 (22H2) standardmäßig leistungsmindernde Schutzmechanismen aktiviert. Der Redmonder Konzern sagt allerdings, dass man Fortschritte bei der Verringerung der Leistungseinbußen gemacht habe, wie auch unser Schwesterportal PC-World berichtet.

Im Detail geht es dabei um die Funktion der Kernisolierung unter dem Punkt "Speicher-Integrität". Diese soll verhindern, dass Angreifer bösartigen Schadcode in sichere Prozesse einschleusen. Diese Änderung der Sicherheitsrichtlinien von Windows 11 führte bereits in früheren Tests von PC-World und Tom's Hardware zu einem kleinen, jedoch signifikanten Leistungsverlust.

Was ist die Kernisolierung?

In Windows 10 und 11 verwendet unterstützte Hardware eine Form der Virtualisierung, um das Betriebssystem und den PC vor bösartigem Code zu schützen, indem bestimmte Prozesse im Speicher des PCs isoliert werden. Zur Aktivierung dieser Funktion sind bestimmte Hardwaremerkmale erforderlich, darunter Mainboards und CPUs, die TPM 2.0 unterstützten. Die erhöhte Priorität der Sicherheit hat Microsoft teilweise dazu veranlasst, PCs mit Prozessoren, die diese Funktionen unterstützen, als Voraussetzung für Windows 11 zu verlangen. Die Kernisolierung wird jedoch schon seit mehreren Prozessorgenerationen unterstützt, auch wenn PCs diese nicht unbedingt genutzt haben.

Weiterführend: Windows 10/11 – was ist TPM und was brauche ich dafür?

Wie PC-World berichtet, wird die Funktion allerdings nur aktiviert, falls Sie diese nicht zuvor selbst deaktiviert haben. Eine Ausnahme ist das Microsoft Surface Laptop Studio, hier lässt sich diese Funktion nicht deaktivieren.

Welche Auswirkungen hat dies auf Ihren PC?

Microsoft hat sich so entschieden, PCs und Nutzer besser zu schützen, auf Kosten einer Leistungsminderung. Die Tests von PC-World konzentrierten sich damals auf die Auswirkungen auf die allgemeine Produktivität - das Einschalten der Funktion führte etwa bei Intel-Prozessoren der 6. Generation zu Leistungseinbußen um die 5 Prozent. Schlimmer fielen die PCMark-Tests aus, die die allgemeine Produktivität messen. Hier hatte man bei alten Intel Core-CPUs der 6. Generation einen Leistungsabfall von mehr als 10 Prozent gemessen.

Bei Spielen stellte Tom's Hardware jedoch fest, dass selbst neuere Prozessoren wie der Core i7-11700K in beliebten Games wie Red Dead Redemption 2 einen Leistungsabfall von 7 Prozent aufweisen - das entspricht etwa der Leistung einer ganzen Prozessorgeneration. Das ist ziemlich signifikant, vor allem für Systeme, die sich bereits am Rande der spielbaren Frame-Raten bewegen.

Beide Tests wurden jedoch im Oktober 2021, also vor etwa einem Jahr, durchgeführt. Microsoft geht davon aus, dass zumindest ein Teil dieser Leistungseinbußen durch die seitherige Entwicklungsarbeit ausgeglichen werden konnte. Um wie viel? Das wissen wir noch nicht.

Sollte ich die Funktion aktiviert lassen?

Wenn Sie ein durchschnittlicher PC-Nutzer sind, kommt Ihnen Microsofts Entscheidung wahrscheinlich zugute. Gamer sollten jedoch in Betracht ziehen, diese Funktion während des Spielens zu deaktivieren oder stattdessen Windows 10 zu verwenden. Denn Microsoft unterstützt Windows 10 noch einige Jahre lang.