AMD gegen Intel: Vergleich der mobilen Gaming-CPUs

Beim Notebook will die Auswahl des Prozessors sehr gut überlegt sein: Denn anders als bei einem PC lässt er sich im Laptop nicht austauschen. Und wenn Sie bis zu 3000 Euro für ein High-End-Gaming-Notebook ausgeben, soll die CPU natürlich Top-Leistung bringen, zukunftssicher sein und vor allem beim Spielen optimal mit einer High-End-GPU wie der Geforce RTX 3080 harmonieren.

Die 8-Kerner treten zum Duell an

Zum Duell um den mobilen Tempo-Thron treten der AMD Ryzen 9 5900HX mit Cezanne-Architektur und der Intel Core i7-11800H aus der Tiger-Lake-Generation an. Ein CPU-Vergleich gelingt naturgemäß immer dann am besten, wenn die übrigen Komponenten weitestgehend identisch sind. Daher haben wir uns für Laptops aus der NEO-15-Serie von XMG entschieden. Bei diesen High-End-Notebooks haben Sie nämlich die Wahl zwischen Intel-CPU ( NEO 15 M21 ) und AMD-Prozessor ( NEO 15 E21 ). Eins davon können Sie übrigens gewinnen, das Gewinnspiel-Formular finden Sie unter diesem Artikel.

Abgesehen von Prozessor, Mainboard und SSD sind beide Notebooks gleich ausgestattet – unter anderem mit einer Geforce RTX 3080 mit 16 GB, 32 GB DDR4-3200-RAM und einem 15,6-Zoll-Display mit WQHD-Auflösung und 165 Hz Wiederholrate. Der Preis für die hier genutzten Konfigurationen liegt jeweils bei rund 2900 Euro. Im hauseigenen Online-Shop des Herstellers lässt sich die Konfiguration vielfältig anpassen.

Tabelle zur Seite scrollen für mehr Informationen.

Ausstattung

XMG NEO 15 (E21)

XMG NEO 15 (M21)

Prozessor

AMD Ryzen 9 5900HX

Intel Core i7-11800H

Arbeitsspeicher

32 GB DDR4-3200 (Samsung)

32 GB DDR4-3200 (Samsung)

Grafikkarte

Nvidia Geforce RTX 3080 (16 GB Speicher)

Nvidia Geforce RTX 3080 (16 GB Speicher)

Treiberversion im Test

471.96

471.96

SSD

Samsung Evo 970 Plus (1 TB; PCIe 3.0 x4)

Samsung 980 PRO (1 TB; PCIe 4.0 x4)

Display

15,6 Zoll, 2560x1440, 165 Hz Wiederholrate

15,6 Zoll, 2560x1440, 165 Hz Wiederholrate

Anschlüsse

1x Typ-C, 3x USB Typ-A (2x USB 3.2 Gen 1, 1x USB 3.2 Gen 2), 1x HDMI, 1x Audio-Out, 1x Audio-In, 1x LAN (2,5Gbit), 1x SD-Kartenleser, 1x Strom

1x Typ-C (Thunderbolt 4), 3x USB Typ-A (2x USB 3.2 Gen 1, 1x USB 3.2 Gen 2), 1x HDMI, 1x Audio-Out, 1x Audio-In, 1x LAN (2,5Gbit), 1x SD-Kartenleser, 1x Strom

Betriebssystem

Windows 10 Home

Windows 10 Home

Preis

2965 Euro

2885 Euro

Auf den ersten Blick gleichen sich die beiden CPUs sehr: Beide arbeiten mit 8 Kernen und 16 Threads, beide haben eine TDP von 45 Watt. Mit Turbo-Boost liefern beide maximal 4,6 GHz. Der Standardtakt liegt beim Intel-Prozessor bei 2,3 GHz. Der Ryzen hat als Standard-Taktrate 3,3 GHz. Das sind aber nur Werte aus dem Datenblatt. Wie hoch die Prozessoren takten dürfen und wie lange sie den Takt aufrechterhalten können, legt vor allem der Notebook-Hersteller in Abhängigkeit von der Kühlleistung eines Modells fest. Denn die muss bei Erreichen der festgelegten Maximal-TDP dafür sorgen, dass die CPUs möglichst lange mit möglichst großer Power laufen können, ohne dass das Notebook zu heiß wird. Ansonsten bremst die CPU und Sie können die Top-Leistung zum Beispiel beim Spielen oder der Videobearbeitung gar nicht ausnutzen.

Das rund 2,2 Kilo leichte NEO 15 lässt sich mit AMD- oder Intel-CPU ausstatten.

© XMG

RTX 3080 kann mit maximaler Leistung laufen

Wichtig für die GPU-Leistung ist die sogenannte TGP, die Total Graphics Power. Wie bei der CPU entscheidet der Hersteller je nach verbauter Kühlung, wie viel Watt die Grafikeinheit ziehen kann.
Bei beiden XMG-Notebooks sind die maximalen 165 Watt möglich, die NVIDIA für die mobile RTX 3080 zulässt. Im Control Center kann man einstellen, ob dabei Dynamic Boost 2.0 genutzt werden soll. Wenn ja, dann liegt die TGP bei 150 Watt und wird um 15 Watt erhöht, solange der CPU-Verbrauch unterhalb eines bestimmten Schwellenwertes liegt.

Die GPU ist beim Intel-Gerät mit 16 PCIe-4.0-Express-Lanes angebunden, beim Ryzen-Laptop mit 8 PCIe-3.0-Lanes. In aktuellen Spielen macht das quasi keinen Unterschied, eine Differenz sieht man höchstens in speziellen Benchmarks.

Die PCI-Express-4.0-Unterstützung der Intel-CPU macht sich an anderer Stelle viel deutlicher bemerkbar – und zwar bei Anbindung der System-SSD. XMG setzt bei dem Intel-Modell auf die Samsung 980 PRO mit 1 Terabyte, die PCIe 4.0 unterstützt. Im Benchmark sieht man, dass das einen deutlichen Unterschied macht: Beim sequenziellen Lesen mit Crystaldiskmark kommt die 980 Pro mit PCI-Express 4 auf eine Transferrate von knapp 7 GByte/s. Die ebenfalls ein Terabyte große Samsung 970 Evo Plus im Ryzen-Notebook ist mit knapp 3,6 GByte/s für eine PCI-Express-3-SSD zwar sehr schnell, aber eben auch deutlich langsamer als die 980 PRO mit PCI-Express 4.

Auch im Praxis-Benchmark liegt die PRO deutlich vorne: Beim Full System Drive Benchmark im PC Mark 10, der unter anderem die Startzeiten verschiedener Programme prüft und das Kopieren unterschiedlich großer Dateien, kommt die PCI-Express-4-SSD auf eine mittlere Datenrate von rund 360 Mbyte/s. Die 970 Evo Plus im Ryzen-Notebook ist über 100 Mbyte/s langsamer.

Die NVMe-SSD Samsung 980 PRO passt perfekt zum Intel Core i7-11800H, denn beide unterstützen PCI-Express 4.0

© Samsung

Außerdem hat nur das Intel-Notebook einen Thunderbolt-Anschluss – und zwar auch gleich in der neuesten Version 4.

Benchmark-Test Cinebench R23

Im NEO 15 lassen sich die Prozessor in drei Leistungsprofilen betreiben, in denen sich Taktrate, Leistungsaufnahme und in der Folge Temperaturentwicklung stark unterscheiden. Wir haben den CPU-Test Cinebench R23, der die CPU 10 Minuten lang stresst, auf jedem Notebook in allen Leistungsprofilen durchlaufen lassen.

Testergebnis Cinebench R23

Beim Leistungsprofil "Ausbalanciert" laufen beide CPUs gebremst. Der Ryzen erreicht im Schnitt rund 2,2 GHz, der Core i7 1,3 GHz, bei beiden geht die Temperatur kaum über 50 Grad, entsprechend leise sind die Lüfter. Das ist der passende Leistungsmodus fürs Office oder die Uni. Der Ryzen 9 erreicht hier über 7000 Punkte und ist damit knapp doppelt so schnell wie der Core i7, was sich in der Praxis beim Tippen von Texten, simplen Tabellenberechnungen oder Surfen im Internet aber nicht bemerkbar macht.

Im "Enthusiast"-Modus darf sich der Ryzen 9 im Durchschnitt 50 Watt gönnen, der Core i7 genehmigt sich 60 Watt. Trotzdem schafft der AMD-Prozessor eine höhere Taktrate mit 3,7 GHz, während der Intel-Prozessor nur auf 3,5 GHz kommt. Mit 11.861 gegen 8786 Punkte ist das AMD-Notebook mehr als 30 Prozent schneller. Aber der Ryzen erwärmt sich auf bis zu 80 Grad, während der Core i7 bei rund 70 Grad bleibt.

Auch den Cinebench-Durchlauf im "Overboost"-Profil gewinnt AMD. Der Vorsprung liegt jetzt aber nur noch bei knapp über 10 Prozent. Der Ryzen 9 kommt hier nämlich an seine Temperaturgrenzen und läuft mit über 90 Grad bei 60 Watt Leistungsaufnahme mit einem Takt von durchschnittlich 3,85 GHz. Der Core i7 holt sich sogar 75 Watt, ist aber mit durchschnittlich 3,6 GHz trotzdem langsamer. Durch XMGs Einsatz von Flüssigmetall statt konventioneller Wärmeleitpaste bei der Intel-CPU bleibt ihre Temperatur bei rund 80 Grad.

Ist die CPU wie im Cinebench voll ausgelastet, kommt der Ryzen immer vor dem Core i7 ins Ziel – teilweise mit deutlichem Vorsprung. Wegen der effektiven Kühlung erwärmt sich der Intel-Prozessor aber nicht so stark, deshalb arbeiten die Lüfter etwas leiser.

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3D Mark

CPU Profile Test

Enthusiast

Ryzen 9 5900HX

Intel Core i7-11800H

1 Thread

895

939

2 Threads

1762

1849

4 Threads

3441

3487

8 Threads

5995

4760

16 Threads

6620

4484

Overboost

Ryzen 9 5900HX

Intel Core i7-11800H

1 Thread

897

939

2 Threads

1762

1847

4 Threads

3442

3598

8 Threads

6051

5694

16 Threads

6819

6233

Allerdings ist es in der Praxis recht selten, dass Programme alle Kerne komplett ausnutzen – selbst bei Spielen kommt das nicht sehr häufig vor. Aus diesem Grund ist der neue CPU Profile Test im 3D Mark aufschlussreich: Er zeigt die CPU-Leistung abhängig von den genutzten Kernen beziehungsweise Threads: Hier hat der Core i7 einen kleinen Vorsprung, wenn ein, zwei oder vier Threads aktiv sind. Erst ab der Messung mit acht Threads zieht der Ryzen 9 vorbei.

Benchmark-Test 3D Mark

Testergebnis: 3D Mark Time Spy

Beim Test Time Spy und beim Time Spy Extreme liegen die beiden Laptops fast gleichauf. Die Ergebnisse der GPU- und CPU-Tests sind in allen Durchläufen und bei jedem Leistungsprofil fast identisch. Auffällig: Je GPU-limitierter der Test wird, desto besser schneidet die Kombination aus Ryzen 9 und RTX 3080 ab.

Testergebnis: 3D Mark Time Spy Extreme

Im Time Spy Extreme ist der CPU-Score des AMD-Prozessors zwischen fünf bis 31 Prozent höher als das Ergebnis des Core i7. Geht es also nahe ans Verbrauchslimit, hat die AMD-CPU noch mehr Reserven als der Intel-Prozessor.

Testergebnis: 3D Mark Port Royal

Allerdings liegen alle Werte im Rahmen der Messungenauigkeit: Einen klaren Sieger gibt es im 3D Mark nicht. Das belegt auch der Raytracing-Test Port Royal – je nach Leistungsprofil liegt mal Intel mit ein bis zwei Prozent vorne, mal AMD.

Spiele-Tests

Die Spiele-Tests verfestigen die Ergebnisse des 3D Mark. Im eher CPU-limitieren GTA 5 liegt der Core i7 ganz knapp vorne. Er profitiert davon, dass das ältere Spiel nicht für viele Kerne optimiert ist und die GPU trotz hoher Qualitätseinstellungen nicht ans Verbrauchslimit gehen muss.

Testergebnis: Rise of the Tomb Raider

Ein ähnliches Bild zeigt Rise of the Tomb Raider: Der Core i7 schneidet minimal besser ab, sein Vorsprung beträgt zwischen vier und zehn Prozent. Je höher aber die Grafikqualität – zum Beispiel in der Einstellung „Sehr hoch“ – und je höher die erlaubte Leistungsaufnahme der GPU, desto besser wird das Duo Ryzen-Geforce. In Kombination mit dem Ryzen 9 kann die RTX 3080 bei der Einstellung TGP 165 Watt die zusätzliche Leistung fast immer in Anspruch nehmen, während im Intel-Notebook der stromhungrigere Core i7 selbst bei einem extrem GPU-lastigen Game noch so viel Leistung für sich abzwackt, dass sich die GPU bei 150 Watt einpendelt.

Testergebnis: Shadow of the Tomb Raider

Je näher es an die Leistungsgrenze geht, desto besser schlägt sich der Ryzen 9 – das beweist vor allem der Test mit Shadow of the Tomb Raider. Hier kommt es in den Ultra-Einstellungen und vor allem mit aktiviertem Raytracing fast ausschließlich auf die GPU-Leistung an: Während mit eingeschaltetem Dynamic Boost die Intel-Plattform die Nase vorne hat, zieht das Ryzen-Notebook mit 165 Watt TGP vorbei. Denn auf der AMD-Plattform kann die RTX 3080 die zusätzliche Leistung fast immer in Anspruch nehmen, während im Intel-Notebook der stromhungrigere Core i7 selbst bei einem extrem GPU-lastigen Game noch so viel Leistung für sich abzwackt, dass sich die GPU bei 150 Watt einpendelt.

Das macht auch die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems während der Benchmarks erkennbar: Sie verändert sich im Intel-System auch bei der Einstellung mit 165 Watt TGP kaum gegenüber Dynamic Boost, während sich das AMD-Notebook dann rund 20 Watt mehr holt als im Overboost-Modus.

Verlosung des XMG NEO 15: Sie haben die Wahl zwischen AMD und Intel

Über das folgende Teilnahme-Formular können Sie das XMG NEO 15 ganz nach Wunsch in der Intel- oder in der AMD-Variante gewinnen.

Falls das Gewinnspiel-Formular nicht angezeigt werden sollte, klicken Sie bitte hier.