Aufziehende Tropenstürme, Windböen, Explosionen und zig Helis in der Luft: Selten war ein Battlefield so episch inszeniert wie Battlefield 2042.

Minute 10 auf Kourou, Französisch-Guayana. Es muss 11 Uhr nachts sein, draußen gehen die Lichter aus, langsam wird’s kalt in Deutschland, aber wir sind gar nicht hier, sondern in einem streng geheimen Raketensilo an der Grenze zu Brasilien. In Battlefield 2042. Die Sonne brennt, Kugeln pfeifen uns um die Ohren. Genauer gesagt 30 Millimeter-Geschosse der Bordkanone eines wirklich guten Osprey-Piloten. Piloten waren ja schon immer die Könige von Battlefield und der hier ist verflucht gut. Generell ist der Osprey, der hier MV38 Condor heißt, die ultimative Waffe: drei Gunner-Sitze engen unseren Bewegungsspielraum mit ihrer brachialen Feuerkraft ein, zudem kann der Senkrechtstarter auf der Stelle “hovern“, aber auch via Boost die Turbinen zünden und blitzschnell unter einer Rakete hinweg tauchen. Bislang war alles gut gelaufen, im Sturmangriff hatten wir die Bunkeranlage genommen, die Infanterie zurückgedrängt, waren auf einer Wendeltreppe nach oben vorgestoßen, aber der Kerl erwischt einen nach dem anderen aus dem B-Squad, unserer Unterstützungseinheit, die eigentlich mit uns über die Treppe in den Control Tower vorstoßen sollten. Die Jungs wären wichtig, werden aber zerrieben wie eine Tomate im Mixer.

Da besinnen wir uns auf die gute, alte C4-Buggy-Taktik: C4 an den Buggy, über eine Schanze schnellen lassen, auf den Heli halten und Boom. Nur dummerweise steht eine massive Wand vor uns und dem Zielobjekt – halten wir hier mit dem Granatwerfer drauf, schwenkt der Heli-Pilot auf uns um und wir sind plötzlich in der Killzone. All right, dann wird eben improvisiert. Auf die schräge Art, auf die Battlefield-Art. Wir starten eine C4-Drohne, wissen natürlich, dass der Condor-Pilot die aus dem Himmel pflücken wird. Der schwenkt nach Osten, ist abgelenkt, kümmert sich um die Drohne. Wir zücken den Raketenwerfer, schießen die Wand zu Klump, der Kollege rast mit dem Buggy los, hält auf den Senkrechtstarter drauf und während der in einem Feuerball explodiert, saust er mit seinem Gleitschirm nach unten. Mission erfolgreich, Feind eliminiert, weiter geht’s. „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“, würde jetzt Hannibal sagen und sich eine Gewinner-Zigarre anzünden. Das war in den 1990ern als Chef des A-Team. Seiner Crew gelang es mit Taktik, ein bisschen Genialität und, sagen wir mal, einer Eigeninterpretation von Physik auch, gegen ganze Armeen zu gewinnen.

Battlefield 2042 lässt es sehr saftig scheppern: Explosionen haben Kraft und sind voluminös, sorgen aber zumindest in der Beta immer wieder für Framerate-Einbrüche.

Das sollten wir 2011 endlich nachmachen dürfen, in Battlefield 3. Und Battlefield 2042 fühlt sich jetzt wieder so an. Strategie, Teamgefühl, diese Sekunde der Genialität sind die Essenz von Battlefield. Das ist ein anderes Spiel, als das, was wir heute meistens serviert bekommen. Anders als in einem Destiny geht es nicht darum, Wochen zu grinden, um vernünftige Ausrüstung zu erhalten – wer Talent hat, der hat Talent und kann Helis fliegen. Alle anderen können es lernen. Natürlich gibt’s Stufenaufstiege, natürlich lassen sich gefühlt hunderte Rotpunktvisiere und Zoom-Optiken freischalten. Um genau zu sein, lassen sich Fahr- und Flugzeuge komplett eigenständig ausstatten: leichtes oder schweres Maschinengewehr für den M1A5 Abrams Kampfpanzer, Mörser, Nebelmaschine, was das Anvisieren feindlicher Panzer-Kommandanten erschwert. Thermal-Rauch, was die Hitzesignatur verändert, ergo Wärme gelenkte Raketen verwirrt.

Panzer sind übrigens generell in der Beta saustark, also eigentlich schon dezent overpowered, hier dürfte sich bis zum Release noch einiges ändern. Gerade auf Orbital, weil wir hier mit dem Panzerrohr problemlos diese Condor-Truppentransporter für bis zu sechs Spieler aus dem Himmel pflücken, aber auch Infanterie auf diesem Ring rund um den Hauptplatz der Raketenabschuss-Basis kassieren können. Das macht zwar als Panzer-Kommandant irre Spaß, den anderen aber weniger – wer hier mit einem Humvee oder Schützenpanzer die Straße im Osten oder Westen entlang fährt, der gerät unter Beschuss lange bevor Sie sich wehren können. Die 120-Millimeter-Geschosse machen zudem enorm viel Flächenschaden – mit zwei gut platzierten Schüssen, lässt sich auch mal ein ganzer Konvoi ausradieren.

DICE hat bereits angekündigt, dass zahlreiche Waffensysteme noch balanciert werden müssen. Panzer sind aktuell etwa extrem stark, weil ihr Explosionsschaden- und Radius enorm ist, sie aber selbst gut vier Raketen schlucken bis sie Schrott sind.

Dem Youtuber Pestilly gelang gar eine 35er Kill-Serie an Bord eines M1A5. Klare Sache, alle sind noch ganz frisch auf den Karten, Squads müssen sich einspielen, aber hier zeigen sich erste Schwächen im Kartendesign – Infanterie, die die Rampe hoch will, ist quasi zum Abschuss freigegeben durch Panzer, die hier gemütlich verteidigen können. Die Stahlkolosse lassen sich auch aktuell nur sehr schwer knacken – drei, vier Raketen ins Heck muss man erstmal schaffen, da hat ja der Bordschütze auch noch ein Wörtchen mitzureden. DICE hat aber bereits verlauten lassen, dass sie die Beta vor allem auch zum Optimieren der Waffen-Balance nutzen wollen. Und wer smart taktiert, der bringt natürlich seine Luftwaffe mit, die so viel Feuerkraft auffährt, wie noch nie zuvor in einem Battlefield.

Die Air Force: Wie fliegen sich MI 240 Super Hind, MV38 Condor, Apache & Co?

Jets machen richtig Laune, weil sie sich sehr zackig steuern, schnell Ziele erfassen, enge Kurven fliegen können, aber ob der starken Streuung nicht übermächtig gegen Infanterie sind. Hier passt die Balance bereits.

Wer keine Luftwaffe mitbringt, die Panzer knackt, der hat es schwer, und wir alle wissen, dass nicht jedes Team auf jedem Server auch wirklich taktisch denkt. Viele wollen einfach nur ballern, Fahrzeuge ausprobieren. Ist okay, sind ja Early Days, aber ohne Teamspirit wird man auch in Battlefield 2042 nicht viel reißen. Auffallend ist, dass DICE seine Luftwaffe nicht zu stark machen möchte – Heli-Piloten haben in Battlefield 4 sehr satt auf- und abgeräumt. Gerade die Transporthelikopter Marke MV38 Condor und der Super Hind sind ziemlich langsam und behäbig, es ist also gar nicht so einfach, feindlichem Bodenfeuer auszuweichen. Ingenieure können wir zudem entweder mit einer Panzerfaust oder einem FXM-33 Raketenwerfer zur Flugabwehr ausrüsten, auch das macht den Heli-Piloten den Alltag nicht leichter. Einen Truppentransporter sollten wir also, wie in der echten Welt auch, optimalerweise mit einem schnellen Apache respektive KA 520 Super Hokum des russischen Militärs flankieren. Dann kann er seine ganze Feuerüberlegenheit ausspielen, denn wir haben insgesamt drei Gunner-Positionen, die jeweils eine Mini-Gun kontrollieren plus Rocket-Pods für den Piloten. Es ist schon irre, wie viel Feuerkraft so einziger Mega-Heli auf die Karte bringt.

Damit lassen wir den Vogel dann kreisen, Kampfhubschrauber wie der Apache können zudem Barrel-Rolls, also in der Luft rollen – dafür würden wir empfehlen, das Hochdrücken der Nase auf die Leertaste zu legen, mit der Maus ist das deutlich schwieriger. Auch die Jets wie der FA-35E Panther fühlen sich richtig gut an: Sehr responsiv, sehr zackig, wir können damit enge Kurven fliegen, haben eine kurze Lock-On-Zeit und sind sowohl im Luft- als auch Bodenkampf effizient als erfahrener Pilot. Besonders spannend hier: Wir können den Motor auf Hover-Flug umschalten, was es Jetpiloten erlaubt, Kontrollpunkte zu sichern oder etwa auch das Absetzen von Special Forces auf dem Dach des Raketenhangars. Neu ist das Spawnsystem: Wir müssen auf das Symbol an der Startbasis klicken und sehen dort dann einen Auswahlbildschirm: Scout-Fahrzeuge sind etwa Buggys, LATV Recon SUVs oder MRAPs mit 12,7 Millimeter-Geschütz. In der zweiten Kategorie warten Schützenpanzer und Kampfpanzer.

Kampfhubschrauber wie der Apache sind gefühlt etwas langsamer und weniger wendig als früher, DICE möchte die Überdominanz von Heli-Piloten auf den Karten eindämmen, die in BF4 durchaus schwierig war.

Dann gibt es noch Transport- und Kampfflugeinheiten. Ein grüner Ladebalken zeigt dabei an, wann wir an den Heli dürfen, Jet oder Panzer unserer Träume. Sicherlich der Beta geschuldet, dennoch wichtig zu erwähnen: Battlefield 2042 leidet aktuell noch unter erheblicher technischer Instabilität, selbst mit einer Geforce 3080 Ti hatten wir relativ häufige Frame-Einbrüche – das ist gerade beim Fliegen ein Problem, aber auch in Duellen. Insbesondere die Wetter-Events des Spiels wie der Tornado, der alles in seinem Weg zerstört und Fahrzeuge sowie Personal in die Luft reißt, ließ die Framerate schnell mal einbrechen. Aber auch bei Explosionen erlebten wir Einbrüche von 90 FPS bei Max Settings in 1440p, auf nur noch 50 Bilder. Spielbar, klar – aber dennoch spürbar.
Überraschend zudem: Gehen wir in den Settings im Detailgrad runter, konnten wir damit kaum mehr Frames rausholen.

Battlefield 2042 ist ein wunderschöner Shooter, der mit enorm vielen Effekten arbeitet – Regen, Wind, Stürme, Blitze, Explosionen, Rauch. Aktuell geht dabei häufiger die Framerate in die Knie, hoffentlich kriegt DICE das bis Release gefixt.

Das könnte an einem Lock auf Engine-Seite liegen oder weil die Beta bereits mehrere Monate alter Code ist, hier wird das Frostbite-Team in Stockholm sicherlich bereits an Fixes arbeiten. Auch erlebten wir zahlreiche Grafik-Glitches, in einem Aufzug in einem Raketensilo der Karte etwa glitschten regelmäßig Soldaten durch die Gegend oder Einheiten landeten beim Aussteigen drei Meter neben ihrem Fahrzeug. Das sind allerdings Kinderkrankheiten, die DICE in den Griff bekommen dürfte. Zudem waren einige Grafikfeatures noch nicht verfügbar, etwa Nvidias DLSS (Deep Learning Super Sampling), die in der Regel zu sehr viel mehr Stabilität führt. Kurz nach Launch am 19. November 2021 werden wir in einem Technik-Special stärker auf Features wie Raytracing & Co eingehen, denn auch Raytracing war noch deaktiviert. Wie gesagt, es ist eine Beta, da läuft noch nicht alles glatt, allerdings hat DICE auch nicht mehr allzu viel Zeit.

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Angriff der Klonkrieger: DICE hat einige riskante Designentscheidungen getroffen, aber das Gunplay ist fantastisch

So richtig anfreunden können wir uns noch nicht mit dem Specialist-System, weil alle gleich aussehen. Im Krieg um Ressourcen 2042 kämpfen scheinbar russische Söldner Seite an Seite mit US-Marines gegen russische Streitkräfte.

Okay, das hier ist skurrilste Designentscheidung überhaupt: Wir sind nämlich alle Specialists, die dann gleich aussehen, also Klone. Es gibt in der Beta von Battlefield 2042 nämlich aktuell nur vier davon: Der Kanadier Webster Mackay bringt als Assault-Klasse einen Greifhaken mit, der sehr praktisch ist, um auf der auf Vertikalität getrimmten Karte Orbital schneller an Höhe zu gewinnen. Den russischen Ingenieur Pyotr “Boris“ Guskovsky, der eine Sentry-Gun SG-36 mitbringt, ein automatisiertes Infanteriegeschütz. Maria Falck als deutsche Sanitäterin, die mit der S21 Syrette Pistol quasi auf Distanz heilen kann – sie verschießt einen Adrenalin-Dart. Und der südafrikanische Scharfschütze Wikus “Casper“ Vandale, der nicht nur Bewegungssensoren, sondern auch eine Aufklärungsdrohne der OP-V-Klasse mitbringt.

Specialists sind nicht etwa Spezialeinheiten, die reguläre Kräfte unterstützen. Sondern wir alle sind Teil der Special Forces, wobei das Spiel keinen Unterschied zwischen den USA und Russland macht.

Was das konkret heißt? Nun, dass bis zu 128 mal die gleichen Charaktere auf beiden Seiten über die Karte rennen, was völlig Banane ist. Wer hat das denn bei DICE genehmigt? Die haben die exakt selben Kampfuniformen, sind also gar nicht als Feinde identifizierbar und es ist doch auch völlig merkwürdig, wenn da überall Klone rumrennen, statt richtiger Soldaten. Klar, es wird einen Haufen Uniformen, Tarnung etc. geben, dennoch wirkt es merkwürdig, wenn die Fraktionen sich eigentlich gar nicht mehr unterschiedlich anfühlen und auch die gleichen Waffen benutzen. Uns passierte es beim Beta-Test erstaunlich oft, dass Team-Mitglieder das Feuer eröffneten, weil man sich eben nicht mehr direkt als einer Fraktion zugehörig identifizieren kann. Geht’s hier EA am Ende nur darum, mehr Skins zu verkaufen? Die liefen nämlich, was man so hört, nicht sonderlich gut in Battlefield 5.

Die Gameplay-Idee dahinter gefällt uns aber durchaus gut, denn es gibt keine festen Loadouts mehr – Sanitäter, die früher nicht viel konnten, lassen sich etwa jetzt mit Flugabwehrraketen ausstatten, was im Kern viele neue taktische Möglichkeiten in der Zusammenstellung des Squads bringt. Diese Freiheit, sich seine Klasse zusammenzubauen, ist ein wirklich starkes Element, riskant ist es aber trotzdem – weil es eben keine Klassen mehr gibt, auf deren Bewaffnung man sich verlassen kann. Man kann jetzt nicht mehr davon ausgehen, dass der Ingenieur Panzer mit dem Raketenwerfer knackt und die Sanitäterin nur verarztet, weil sie sehr viel mehr Rollen auf dem Schlachtfeld einnehmen. Auch gibt’s keine Klasse mehr, die für Munitionsnachschub sorgt. Im Grunde sind das alles Special Forces, wo jeder alles kann – keine klassischen Soldaten, die eine fest definierte Funktion haben. Zum Launch Mitte November wird es zehn Specialists geben, DICE dürfte hier ähnlich wie Ubisoft mit Rainbow Six Siege aber sehr schnell stark nachlegen, schließlich wollen 128 Spielerrollen gefüllt werden.

Die etwas lieblos designten Fraktionen passen so gar nicht zur Detailliebe überall sonst im Spiel, etwa in den Cockpits dieses Apaches.

Dieser etwas lieblose Weg, der Fraktionen nur bedingt unterscheidbar macht, passt auch gar nicht zur Liebe zum Detail des Rests des Spiels: Der Waffen-Sound ist richtig stark, Schüsse hämmern aus den Boxen, das macht Laune. Wie im Kino ist es gerade in Games wieder en vogue geworden, Waffen so richtig Kraft zu geben. Das Gunplay ist tight, das fühlt sich gut und griffig an. Während Call of Duty Vanguard ja mittlerweile Recoil, also den Rückstoß auf null Prozent gesetzt hat, ist der deutlich spürbar in Battlefield 2042. Es bleibt ein eher anspruchsvoller Team-Shooter. Das Trefferfeedback ist satt und befriedigend, es gibt jetzt neben dem Sound eine zusätzliche Kill-Bestätigung in Form eines Fadenkreuzes, welches sich kurz zum roten X formiert. Probleme hatten wir hingegen in der Kommunikation mit anderen Squads, es ist relativ schwierig, taktisch im größeren Stil zu planen, weil Squad-Leader aktuell keine Möglichkeit der Kommunikation haben – nur im eigenen Team, nicht mit anderen.

Die Beta-Karte Orbital ist sehr groß, hier mangelt es im Conquest-Modus an Features, um mit anderen Squad-Leadern taktisch Offensiven und Verteidigungspläne auszutüfteln.

Hier fehlt ein Commander-Modus oder Features auf der Karte, etwa, um via Laserpointer Angriffspunkte zu setzen. Auf der anderen Seite gibt’s aber auch viele schöne Designideen im Layout – wir werfen Special Forces über der Basis ab, fliegen via Gleitschirm in eine Art Tunnelsystem unter der Startrampe und können so im Kampfgetümmel schnell Deckung zwischen uns und den Feind bringen respektive mit Panzern und Schützenpanzern den Feind beschäftigen, während Kommandoeinheiten über diverseste Leitern bis hoch nach oben vordringen. Generell sind die Karten ob der doppelten Spielerzahl viel größer, Kartenpunkte liegen also weiter voneinander entfernt – auf Orbital gibt es etwa eine Relais-Station in einer Militärbasis, die zwar von Zäunen und Wachtürmen umringt ist, aber auch Wald – hier können wir Überraschungsangriffe planen. Und von einem Cryogenic-Labor an einem ganz anderen Punkt der Karte führt ein langer Tunnel direkt zur Raketenabschuss-Rampe, auch hier können wir schnell Truppen mit Fahrzeugen verlegen, der Feind aber natürlich auch mit Minen und Hinterhalten operieren. Sektor Bravo hingegen ist ein Raketen-Hangar, der eher wie ein Wolkenkratzer daherkommt und ein enorm großes Dach aufweist, wo mehrere Helikopter simultan landen können. Auch ist das gesamte Gebäude mit Plattformen und Treppen durchzogen, hier gibt’s locker fünf, sechs größere Gefechtsareale innerhalb des Hangars, wo sich Truppen etwa von Osten und Westen beschießen können.

Gerade ohne HUD sieht Battlefield 2042 unglaublich gut aus, wirklich stark, wie DICE hier mit Regeneffekten arbeitet, mit Rauch und Wind, die auf sehr fein gearbeitete Waffenmodelle in 4K treffen.

Fazit der Beta:  Ein beeindruckendes Battlefield, das noch ein bisschen mehr Liebe braucht

Battlefield 2042 wird ein unglaublich atmosphärischer Shooter. Größer, brachialer inszeniert, epischer in seinem ganzen Scope. Wie sich das Wetter hier auf Französisch-Guayana dreht, wenn der Wirbelsturm die Sonne verdeckt, es regnet wie aus Eimern und wir Gegner am Boden und in der Luft viel schwerer identifizieren können, das ist großartig inszeniert. Irre, wie der Sturm uns in sein Auge reinzieht, gerade an einem Fallschirm hängend. Das ist so stark inszeniert wie die fantastische Kampagne von Battlefield 3, leider, leider müssen wir ja dieses Mal auf eine verzichten. DICE will all seine Kraft in den Multiplayer stecken: Die Flugeinheiten fühlen sich gut an, bringen erstaunlich viel Feuerkraft aufs Schlachtfeld, insbesondere der Condor und Super Hind. Die Helis brauchen etwas Eingewöhnung, weil sie gefühlt weniger wendig sind, aber auch hier gibt’s viele Facetten – Rollen nach unten etwa, Überschläge, alles was wir aus Battlefield 4 kennen und lieben. Spannend, wie wir mit dem Condor auf der Stelle “hovern“ können, nur um dann via Boost Feindfeuer zu entgehen. Die Jets wie der F-35E Panther hingegen sind schnell und wendig wie eh und je, selbst Raketen können wir mit etwas Geschick gut ausweichen, sehr enge Kurven fliegen und dank schneller Lock-Times sehr flott in den Gegenangriff übergehen. Das Gunplay ist sehr wuchtig, fühlt sich richtig gut und satt an, der Waffensound knallt richtig mächtig aus den Boxen und das Trefferfeedback ist nicht nur vom Geräusch her befriedigend, sondern wird auch visuell bestätigt. Ein Fragezeichen muss allerdings bei den 128 Spielern gesetzt werden, denn eigentlich soll Orbital eine der kleineren Karten sein und diese hier ist schon gigantisch groß.

Das ist auf der einen Seite extrem atmosphärisch – an jeder Ecke lauern Soldaten, permanent zischen Helikopter und Jets durch die Lüfte, überall detonieren Explosionen. Aber wer gerade keinen Truck, Humvee, Buggy o.ä. zur Verfügung hat, der läuft sich zwischen den Kontrollpunkten eben auch die Soldatenfüße wund. Generell wünschen wir uns mehr Kommunikationsoptionen zwischen Squad-Leadern, denn es ist schwierig bei diesen hohen Distanzen, Kontrollpunkte zu halten respektive größere Offensiven taktisch zu planen. Kann natürlich auch an den frühen Tagen der Beta liegen und das alle sich erst einspielen müssen, aber das ist aktuell schon sehr viel kopfloses Rumgerenne und Rumgeballer, obwohl die Helis die Möglichkeit bieten, Truppen in den Rücken des Feindes zu fliegen und wir sogar Panzer kurz vor deren Tür abwerfen können, um unsere Infanterie mit Feuerkraft zu unterstützen. DICE gibt uns viele taktische Optionen, es ist aber aktuell noch schwierig, diese effizient einzusetzen. Und ja, technisch lief es auch nicht ganz rund, wir hatten häufiger mit Framerate-Einbrüchen zu kämpfen und sahen recht viele Animations-Glitches, die nerven können. Etwa wenn Einheiten durch den Fallstuhl im Raketenhangar glitchen. DICE hat also wie immer noch viel Arbeit vor sich und wird sicherlich auch nach Launch noch diverse Patches brauchen, damit Battlefield 2042 zum Genuss wird. Aber das Fundament, das ist auf jeden Fall gelegt. Und die Liebe zum Spiel, die spüren Sie an jeder Ecke. An jedem Schalter im Cockpit, an jedem Schlitten einer Waffe.

Langzeitstudie: Keine Korrelation zwischen Ego-Shootern und realer Gewalt