Ein Ausnahmespiel: Selten war ein Multiplayer so episch inszeniert und sah so gut aus. DICE hat allerdings auch noch viel Arbeit vor sich, warum klärt der große Test zu Battlefield 2042.

Battlefield 2042 fährt den epischsten Multiplayer aller Zeiten auf. Es ist schlicht irre, wenn wir in Katar auf Hourglass mit dem Osprey aufsetzen, die Laderampe runterrennen und eine ganze Armee setzt sich in Gang: LATV-Recon-SUVs schleudern Sand auf, über unseren Kopf zischen Kampfjets und Helikopter, Panzer werfen ihre Diesel-Motoren an. Ketten graben sich durch den Sand, 64 Spieler auf jeder Seite rennen, fahren und fliegen los. Katar wurde von einem Sandsturm verschluckt, das Licht ist in Orange getaucht, und wir fühlen uns als würden wir gerade Battlefield in Denis Villeneuves Blade Runner 2049 spielen. Würde zeitlich fast passen. Battlefield war immer schon groß und episch, aber jetzt inszeniert der Entwickler Schlachten mit einer Intensität in seinem Multiplayer, den wir eigentlich nur aus Kampagnen, also aus geskripteten Hollywood-Momenten, kennen. Und ja, natürlich fehlt uns die: BF 2042 hat so viele Ideen, so viele spannende Szenarien, so viel zu erzählen, über Flutwellen und Ressourcen-Knappheit, über ganze Länder, die dem gestiegenen Meeresspiegel zum Opfer gefallen sind und jetzt quasi als Vasallen-Staaten für die USA und Russland kämpfen. Es ist traurig, dass DICE seine Kampagne geopfert hat für Hazard Zone. Wie gerne hätten wir diese Geschichte gespielt. Aber wie gut ist bitte dieser Multiplayer inszeniert? Wie brachial, wie episch!

Und wie völlig irre: Als ein Jet unseren Heli zu killen droht, springt einer aus unserem Squad raus, wirft ein C4-Päckchen in die Luft, wartet bis der Jet angerauscht kommt – drückt aufs Knöpfen und Boom, zerfetzt es die F35 Phantom. Generell liegen Soldaten erstaunlich stabil in der Luft, wenn sie am Fallschirm zu Boden segeln – stabil genug, um in Ruhe mit der Sniper am Boden aufzuräumen. Auch ist es uns bereits gelungen uns via Enterhaken an einem recht langsamen Osprey hochwirbeln zu lassen, Raketenwerfer gezückt und Doswidanja, wie der Russe in reiner Freundschaft sagen würde. Wir halten mit dem Apache auf einen Jeep, der einfach nur Truppen an die Front fahren will, jagen ihm eine Hellfire in den Hintern und das Ding explodiert mit derart viel Wucht, es zerreißt gleich noch einen Little Bird, der etwas tief geflogen ist. Battlefield-Moments, sie sind zurück und so zahlreich wie wohl selten zuvor. Da fliegt ein Humvee mit ratternder Minigun über uns hinweg, als wir unterhalb eines Hügels Deckung nehmen – ein Panzer schießt ihn im Flug ab und das brennende Wrack crasht in ein Einkaufscenter. Und natürlich können wir diese Hollywood-reifen Momente auch ständig selbst hervorrufen: Wer gerne mal Tom Cruise in Mission Impossible Fallout nachspielen will, der kann mit einem Kampfhubschrauber wie dem Apache durchaus Loopings ziehen und so feindlichen Raketen ausweichen. 

Hovercrafts sind sehr wendig, liegen gut in der Kurve beim Drift und mit voller Besatzung können diese nicht nur mit der Mini-Gun durch Infanterie rasieren, sondern auch mit 32 Millimeter Granatwerfer Fahrzeugen gefährlich werden.

Zudem zünden wir Flares, die nur langsam nachladen – Leuchtraketen, die Wärme-suchende Geschosse abwehren. Entsprechend müssen wir früh lernen, wie sich Helis steuern: unter Raketen hinwegtauchen, Rollen, den Steuerknüppel hochziehen und das Baby nach oben wuchten. Das müssen wir sehr, sehr oft, denn da die Klassen wegfallen und durch Specialists ersetzt wurden, rennt hier von Minute Eins an eine Armee über die Map, die bewaffnet ist als wären wir in The Expendables. Neben einem Sturmgewehr, Sniper oder schwerem Maschinengewehr hat in Battlefield 2042 quasi jeder einen Raketenwerfer über den Rücken geschnallt, entsprechend zischt uns nicht selten ein ganzer Schwarm entgegen. Aber auch die Luftwaffe wirft brutal viel Feuerkraft in die Schlacht: Fliegen wir einen Osprey-Senkrechtsstarter, der hier V-22 Condor heißt, haben wir nicht nur sechs Sitze, können also schnell ein ganzes Squad an einen weiter entfernten Flaggenpunkt fliegen, sondern auf dem Weg dorthin mit drei Gunner-Sitzen auch richtig satt aufräumen: M240 Maschinengewehr zur Abwehr anderer Helis, Mini-Gun gegen Infanterie am Boden, Granatwerfer gegen Fahrzeuge. 

Battlefield 2042 bietet zwar Zerstörung, aber diese ist vorberechnet – wir können also überall mit dem Panzer oder auch Hovercraft reincrashen, wie hier auf Orbital. Aber nur wenige Häuser lassen sich komplett zerlegen.

Der Condor ist auch deshalb unser Liebling, weil wir damit ob des Kipp-Rotors auch auf kleineren Dächern landen, Truppen abladen, Punkte einnehmen und schnell wieder weiterfliegen können. Wer Battlefield 2042 taktisch angehen will, der kann das durchaus tun, uns fehlt aber Voice-Com – es wäre toll, wenn Battlefield in Fahrzeugen automatisch die Mikros der Spieler freischaltet, damit man sich organisieren oder auf Feindbewegungen hinweisen kann, die der Gunner an der Seite bearbeiten soll. Mit ihm fliegen wir Squads in den Rücken des Feindes im Modus Conquest und legen Sperrfeuer im kleineren Modus Breakthrough, wo eine Armee stürmt, die andere drei Punkte mit jeweils zwei taktisch wichtigen Gebäuden verteidigen muss. Die Luftwaffe war immer schon das Rückgrat von Battlefield, die Einheiten, die ein Match drehen können. Die Panzer knacken, wenn diese die Infanterie aufreiben. Und die in Battlefield 2042 vor allem Hovercrafts jagen müssen, denn diese sind verdammt mächtig und unheimlich gefährlich für unsere Bodentruppen. 

Panzer und Hovercrafts spielen sich großartig und bieten viel taktische Varianz. Oh, und wir wissen jetzt, warum DICE diese Hacker-Specialists einführt 

Es ist schon irre, mit welcher Wucht Orkane über die Karten brausen und wie sie die komplette Atmosphäre und Spielweise ändern, weil die Sicht quasi bei null liegt im direkten Umfeld.

Noch vor einer Woche machten wir uns Sorgen, ob der Specialists und fragten: Ist das noch Battlefield? . In der Tat ist aber gerade der indische Hacker Navin Rao sehr wichtig für unsere Armee, weil er die Waffensysteme von Fahrzeugen stören kann – Panzer sind extrem stark in Battlefield 2042, weil ihre Geschosse deutlich mehr Explosionsschaden verursachen als in BF4 und eine viel höhere Reichweite haben. Zudem lässt sich der Turm der modernen Variante eines M1 Abrams deutlich weiter und schneller drehen als früher. Tipp an die Infanterie: Auf den Turm zielen, ist dieser beschädigt, lässt er sich kaum noch drehen beim ersten Hit. Wir vermuten, dass DICE den Panzer deshalb so stark gemacht hat, weil ja ob dem Wegfall der Klassen jeder direkt zu Beginn, also wirklich von Minute Eins im Spiel noch völlig ohne Unlocks Zugriff auf den M5-Raketenwerfer erhält, der viel Schaden hervorruft – zwei, drei Raketen und so ein amerikanischer Abrams M1A5 ist nur noch ein loderndes Wrack. 

Panzer sind generell enorm spannend im Design, weil wir viel mehr Positionen besetzen können: Der erste Sitz ist der Fahrer, der zwischen Hauptkanone und Koaxial-MG durchschaltet. Sie sind also auch gegen Infanterie gewappnet, sollten Sie mal alleine im Abrams sein. Der zweite Sitz kontrolliert ein Remote-MG, einen 360-Grad-Turm, der wichtig ist gegen die vielen Raketenwerfer-Einheiten und gegen die Luftwaffe. Was uns überrascht hat: Das Hauptgeschütz geht recht weit hoch, man kann damit auch schön Helikopter aus der Luft pflücken. Der dritte Sitz feuert den 44 Millimeter-Granatwerfer ab und der vierte Platz dient als Spotter, kann ergo für alle Ziele definieren. Das ist stark gedacht von DICE, weil es Teamplay fördert. Klar, Squads müssen sich erst einspielen und es wird wohl die ersten Monate dauern, bis alles so harmoniert, wie es harmonieren soll, aber wer mal ein gutes Team gefunden hat, der kann mit einem Abrams oder T14 richtig aufräumen. Und zwar im Verbund mit drei weiteren Panzern, denn jede Armee rollt direkt zu Beginn mit vier schweren Kampfpanzern los. 

Helikopter steuern sich geschmeidiger als in BF4 und lassen sich vielseitig upgraden, es gibt wenige Modelle, nur jeweils drei auf Seiten der USA und Russlands. Hier würden wir uns mehr Vielfalt wünschen, etwa einen Black Hawk oder Super Stallion.

Was uns hingegen negativ auffällt und woran DICE dringend arbeiten muss: Warum gibt es so wenige Fahrzeuge? Die Russen und Amerikaner haben je einen leicht gepanzerten Recon-SUV, einen Kampfpanzer, einen Flakpanzer, einen Schützenpanzer, einen besonders schnellen Rad-Panzer namens M5C Bolte, der zwischen Granatwerfer und Hitze-suchenden Raketen gegen Helis wechselt. Einen Amphibienpanzer, um Truppen gut geschützt durch Wasser zu bringen mit Vierfach-Mörser, sowie ein Luftkissenboot mit Mini-Gun, die 3000 Schuss pro Minute abfeuert. Keine schweren Kanonenboote mit Geschützen? Kein MRAP als gepanzerter Truppen-Transporter? Keine schnellen Schlauchboote. Keine Flakstellungen gegen die sehr starke Luftwaffe, nicht mal im Breakthrough-Modus zur Verteidigung? Ja, auf den Karten finden sich eine Hand voll ziviler Fahrzeuge, etwa ein Elektro-SUV der Weltraumbehörde auf Orbital oder ein Tuktuk im Cyberpunk-2077-Design auf Kaleidoskop, aber das ist schon etwas dünn. Die, die da sind, machen aber viel Spaß, was das wichtigste ist für den Launch: Mit Luftkissenfahrzeugen ziehen wir etwa tollkühne Drifts und rasieren mit den Waffen nur so durch Infanteriereihen. 

Fahrzeuge sind eher als autonome Waffenplattform designt: Bei einem Panzer lassen sich vier Waffenstationen besetzen, etwa für einen 360-Grad-Turm gegen Luftwaffe und Infanterie sowie einen 42 Millimeter-Granatwerfer für Flächenschaden.

Spannend hier: Es gibt vier Waffenstationen, die wir mit Unlocks weiter verfeinern können – zu Beginn haben wir etwa nur eine einfache Nebelmaschine, später dann Thermal-Nebel, der Hitze-suchende Raketen ablenkt, was sehr gegen Jets und Helikopter hilft. Wir würden das LCAA Hovercraft fast schon als zu stark beschreiben, weil das Baby ein Biest ist. In dem Moment, wo wir den 44 Millimeter-Granatwerfer freigeschaltet hatten (und es gibt später sogar noch TOW-Raketen), machte das Hovercraft richtig Spaß. Die 7,6 Millimeter Geschosse der Minigun gehen nämlich nicht durch gepanzerte Fahrzeuge, mit 44 Millimeter Granaten sieht das schon ganz anders aus. Das Hovercraft ist als Infanterie wirklich schwer zu killen, weil man damit sehr gut driften und Raketenbeschuss entweichen kann. Macht an Bord richtig Laune, gerade auch ob der zwei Maschinengewehre an den Seiten, wodurch das LCAA eine 360-Grad-Verteidigung hat – eine schöne Herausforderung für Infanterie-Squads. 

Die Specialists integrieren sich gut, DICE muss uns aber mehr Teamplay-Optionen geben 

Specialists Integrieren sich viel besser als zunächst angenommen: Irish etwa verbarrikadiert Treppenhäuser, Boris sorgt für Sperrfeuer mit seiner Sentry-Gun und Nao hackt und deaktiviert Waffensysteme von Panzern und Helis.

Die Specialists spielen sich deutlich spaßiger als gedacht und erfüllen viel mehr taktische Zwecke als wir ursprünglich angenommen haben. Um nochmal auf den indischen Cyber-Warfare-Experten Ravin Nao zurückzukommen: Er kann die extrem starken Helikopter hacken und deren Waffensysteme ausschalten, also auch die Flares als Defensivmaßnahme. Weil auf eigentlich allen Karten Helikopter ihre Kreise ziehen und Flaggen-Spots abfarmen, ist er ein wichtiger Specialist fürs Team, aber uns fehlt es an Möglichkeiten, mit den Kameraden zu interagieren. Es wäre gut, wenn wir mit unserem Squad reden könnten, dann würde der Kollege neben uns schon mal den FXM33 klar machen – einen Hitze-suchenden Raketenwerfer. Wir schalten die Flares des Apaches, Condors oder Super Hind ab, der Kamerad lässt ihn in einer Explosionswolke verschwinden. Sundance macht uns auch richtig Spaß, weil wir mit dem Wingsuit schnell Punkte einnehmen können. Optimalerweise startet sie aus dem Helikopter, der fliegt sie zu einer entfernten Flagge, sie springt raus, breitet ihren Wingsuit aus und fliegt wie Batman zum Punkt, ehe die feindlichen Truppen eintreffen. 

Bei Helikoptern wie dem Super Hind schalten wir zwischen ungelenkten Raketen gegen Infanterie und Hitze-gesteuerten Geschossen gegen Fahrzeuge durch.

Der Helikopter kann zudem aus der Luft helfen, den Punkt zu halten, bis unsere eigenen Bodentruppen ihn erreichen. Aber auch hier: Battlefield 2042 braucht dringend einen Commander-Modus, aktuell sind die Server Chaos pur. Wohl auch, weil alle erstmal viel ausprobieren wollen, gibt es keine Struktur: Wir nehmen zwar Ziele ein, aber keiner bewacht diese, weil gleich alle wieder wegrennen, als wäre das hier Call of Duty. Mehr Taktik ermöglicht definitiv Conquest, weil die Karten riesig sind, ergo Verbände koordinierter vorgehen können. Der andere Modus Breakthrough hingegen ist 100 Prozent Chaos. Die Idee dahinter ist gut – eine Armee greift an, die andere muss drei Zonen halten, die jeweils aus zwei taktisch relevanten Gebäuden bestehen. Mal sind das nur Hangars, mal richtige Bürotower inklusive Lobby, Fahrstuhl, Dächern etc. Weil aber DICE die Kartenabschnitte für unser Gefühl zu klein gewählt hat, crasht die feindliche Armee mit allem, was sie hat bereits nach zwei Minuten in unsere vorderste Verteidigungslinie. Uns bleibt also wenig anderes übrig, als ihnen unsere Truppen in einer zermürbenden Materialschlacht entgegenzuwerfen. 

Der Robo-Hund Ranger ist uns richtig ans Herz gewachsen und dient als eine Art Bodyguard im Chaos der Schlacht. Generell bringt das neue Abwurfsystem viel Dynamik, weil wir damit auch Panzer direkt vor der Haustür des Gegners abwerfen können.

Auch hier fehlt es an taktischen Optionen – die Kommunikation erfolgt meist via Team-Chat, was viel zu aufwändig ist: Wer möchte schon während einer Schlacht noch lange tippen? Breakthrough ist allerdings auch ein Modus, der Schwächen in der Balance der Specialists entlarvt: Sundance ist etwa enorm stark, weil sie diese Hightech-Splittergranaten wirft, die sich in der Luft in drei kleinere Granaten aufspalten – greifen wir damit auf engem Raum an, hat Infanterie keine Chance und wir schnell einen Triple-Kill. Cool für Sundance, aber es sollte Möglichkeiten der Abwehr geben. Höchstens Irish kann hier helfen, den wir sehr häufig spielen, weil wir mit seinen zwei großen Kevlar-Shields gerade auf Breakthrough wunderbar Eingänge verbarrikadieren können – unsere Einheiten können dahinter Deckung suchen. Optimalerweise kombiniert man die Kevlar-Wälle im Squad mit Boris Selbstschuss-MG-Turm SG-36. Aktuell muss sich das alles organisch ergeben, es gibt keine Möglichkeit, sein Squad zu koordinieren. Dann könnte man sagen: „Hey, ich kann mit Irish Kevlar-Wälle bauen, nimm du doch Boris, dann ergänzen wir uns.“ DICE arbeitet an einem VoiceCom-Feature, muss hier aber wirklich Gas geben, weil das zentral für taktisches Teamplay ist. Das Fundament ist da: Sniper Casper hat eine Überwachungsdrohne, womit sich Feindbewegungen sehr gut analysieren und clustern lassen, nur werden diese Infos eben nicht an das Team weitergegeben. 

Wunderschöne und taktisch spannende Karten, die unglaublich atmosphärisch sind. Aber es sind nur sieben Stück. 

DICE hat einen tollen Job mit seinen Karten gemacht, die sich jeweils sehr unterschiedlich anfühlen und spielen. Aber es dürften gerne deutlich mehr sein – sieben neue Karten sind für einen reinen Multiplayer-Titel ohne Kampagne doch etwas dürftig.

Die Karten gehören ohne Frage zu den schönsten, größten und opulentesten, die es je in der Battlefield-Geschichte gab. Nehmen wir Hourglass (Sanduhr in der deutschen Version) in Katar: Im Süden gibt es ein Dorf, mit kleinen Häusern. Hier ergeben sich heftige Kämpfe in den Sanddünen, wo Panzer die Gebäude zu Schutt schießen, in denen sich Sniper und Raketenwerfereinheiten verschanzen. Es gibt ein Stadion im Südosten, hier wartet harter Nahkampf Meter um Meter. Viele Eingänge, viele Möglichkeiten zu attackieren, starker Fokus auf Infanterie und Specalists wie Irish und Boris, die hier mit ihrem Kevlarschild und ihrem Selbstschuss-MG stabile Verteidigungsstellungen schaffen. Über einen langgestreckten Highway geht es zu einem kunstvollen Torbogen aus Marmor, der in den Financial District führt mit all seinen Wolkenkratzern. 

Uns fehlen taktische Tools, um dem Chaos Herr zu werden: In Breakthrough müssen wir die Verteidigung eines großen Gebiets organisieren, ohne Voice-Com und Möglichkeiten der Koordination zwischen den Squad-Leadern ist das aber aktuell schwierig.

Das sieht alles nicht nur wirklich schön aus in 4K auf Ultra-Einstellungen mit unserer Geforce 3080 im Razer Blade 2021, gepaart mit einer Intel 11th Gen CPU und 32 GByte i7 11800H, es ist auch wirklich, wirklich opulent inszeniert. Wenn erst dieser Wüstensturm heran rauscht, Helikopter in seinen Sog zieht und sogar gepanzerte SUVs von der Stelle schiebt und uns das Fliegen lehrt, dann ist das Levelution, episch wie nur Levelution sein kann. Renewal – oder Neuanfang in der deutschen Version – spielt in Ägypten und erinnert mit seinem riesigen Feld an Solar-Kollektoren an jene ikonische Szene aus James Bond: Ein Quantum Trost. Spannend ist auch die Diskrepanz zwischen diesem Hightech-Paradies innerhalb der Mauern, mit künstlichen Wiesen und Gärten sowie einem Labor und gläsernem Hauptquartier, was durch seine Festungswälle von der Wüste abgegrenzt ist. 

Wunderschön designt, mit viel weiter Fläche für Massenschlachten, aber auch drei Militärbasen, die quasi das Hauptquartier von Synseco Agritech schützen, welche Bewässerungssysteme für die Wüste erforschen und frische Nahrung aus genmanipulierten Pflanzen gewinnen. Wir haben es schon oft gesagt, wir sagen es erneut: Battlefield braucht eine Kampagne, die ganzen Informationen zur Story gehen völlig verloren, weil sich das Spiel auch überhaupt keine Mühe gibt, diese zu erzählen. Zudem fällt auf, dass die Karten auf Conquest tendenziell eher zu groß sind, wir also ohne Fahrzeug sehr lange laufen müssen, wenn uns keiner mitnimmt. Und die Breakthrough-Karten tendenziell zu klein, weil die feindliche Basis quasi direkt vor unserer Haustür liegt. 

Breakaway (Umbruch) spielt in Königin-Maud-Land, in der Antarktis. Auf dieser dynamischen Karte, auf der die Ölförderung das gefrorene Gebiet zu einem strategischen Brennpunkt gemacht hat, sollten wir uns vorsichtig bewegen. Zerstörbare Treibstofftanks und Silos, die nach der Zerstörung Trümmerfelder und Dauerbrände hinterlassen, zählen hier zu den Highlights: Die Karte klingt riesig, aber durch dieses Cluster-System fühlt sie sich gut an. Weil es jene Zonen gibt, die sich perfekt für massive Vehikel-Schlachten eignen. 

DICE hat das Scoreboard umgebaut und zeigt nur noch unsere Leistung innerhalb des Squads an, nicht global gestreckt über das ganze 64-Mann-Team.

Hier sliden wir mit dem Hovercraft übers Eis, es gibt aber auch guten, alten Nahkampf auf engstem Raum, etwa auf dem Öl-Turm und dem Gerüst, das dorthin führt. Discarded spielt in einem Schiffs-Friedhof in Indien, der von Militärbasen eingekesselt ist. Diese Karte und Manifest sind ganz okay, aber letztlich Standard. Manifest ist ein Container-Hafen in Singapur, der recht verschachtelt ist und ein Fest für Scharfschützen plus zwei Außenposten auf einem Hügel. Und auf Orbital erleben wir nicht nur einen fulminanten Raketenstart, sondern auch einen Orkan, der die Atmosphäre der sonnigen Karte völlig ändert und uns jegliche Sicht durch seine dicken verregneten Wolken nimmt. Vor der Raketenabschuss-Basis erstreckt sich eine riesige Fläche, wo Fahrzeuge und Panzer auffahren können, aber auch einen weit gezogenen Verteidigungsring aus Gebäuden, wo sich Infanterie von Gebäude zu Gebäude vorkämpfen kann. Und auf der anderen Seite des Berges befindet sich eine Cryo-Fabrik, zur der ein sehr lang gestreckter Tunnel führt, der sich quasi durch den Berg von dem Launch-Zentrum zur Fabrik schlängelt. Hier kann man Glück haben oder Pech – am Ende wartet gerne mal ein Panzer oder ein paar Einheiten mit Raketenwerfer. Aber warten Sie einfach einmal bis der Sturm losbricht und Battlefield 2042 zeigt, was es eigentlich sein will – ein gigantischer Multiplayer-Titel, inszeniert wie ein Hollywood-Film. 

Fazit: Tolle Karten, spaßige Fahrzeuge, knackiges Gunplay, aber etwas wenig Inhalt 

Battlefield 2042 sieht absolut fantastisch aus, rein grafisch die neue Multiplayer-Referenz. Auch fühlt sich das Spiel bislang sehr gut an, DICE muss allerdings an der Performance arbeiten und möglichst schnell frischen Content bringen.

Battlefield 2042 ist ein großartiges Spiel: Hollywood-reif inszeniert, mit wirklich schönen Karten, die viele Ideen mitbringen. Mit spaßigen Fahrzeugen, die auf Kooperation und Teamplay setzen. Mit vielen Gameplay-Innovationen, die immer auch einen Twist in der Hinterhand haben - etwa Kampfpanzer direkt auf dem Schlachtfeld abwerfen zu können oder einen Robot-Dog, der als unser persönlicher Bodyguard dient. Auch gefallen uns die Specialists echt gut, weil jeder individuelle Stärken auf den Karten ausspielen kann und sich diese herrlich taktisch in die Armee eingliedern lassen. 

Aber es fehlt auch an einigem: An Kommunikationsmöglichkeiten, an Voice-Chat, an einem Commander-Modus, denn irgendwer muss das Chaos von 128 Spielern ja kanalisieren und in Strategie ummünzen. Sieben Karten zum Launch ist auch echt etwas dünn – wir werden Portal ein eigenes Special widmen, aber Karten wie Battle of the Bulge, Al Alamein, Arica Harbor, Caspian Border, Noshar Canals und Valparaiso kennen wir schon aus den jeweiligen Battlefields. Schön, dass sie hier an Bord sind, gerade Bad Company erlebt gerade viel Liebe von der Community, die jede Karte in ihren Gameplay-Parametern auch beliebig variieren kann. Aber es ist eben kein neuer Inhalt, Das Fundament ist gelegt, DICE muss jetzt zügig nachlegen: Mehr Karten, mehr Modi, mehr Fahrzeuge, mehr Vielfalt. Wir freuen uns drauf.

Wertung: 8/10 Punkten 

Pro:  

  • Wirklich epische Inszenierung, die uns nicht selten mit offenem Mund zurücklässt

  • Grafische Referenz im Multiplayer-Shooter-Segment. So viel Bombast liefern die meisten Spiele nur in der Kampagne ab

  • Opulente Levelution-Wettereffekte ändern Szenerie und Spielweise

  • 6 starke Karten, eine nur gut, eine eher okay. Spaß machen die meisten 

  • Jede Karte hat viele Twists, die sich strategisch nutzen lassen

  • DICE gelingt das Glanzstück 10 Specialists taktisch sinnvoll zu integrieren 

  • Fahrzeuge haben viel mehr Waffenstationen und übernehmen deutlich vielfältigere Aufgaben als in BF4 

  • Battlefield Portal ist der Wahnsinn für alle, die Bad Company lieben. Oder Remastered-Karten von BF3 und BF1942 genießen möchten

  • Hazard Zone ist ein spannender, sehr fordernder Koop-Modus für Profis 

Contra: 

  • Keine Kampagne ist ein No-Go

  • Zu wenig Inhalte für den klassischen Multiplayer: Zu wenige Fahrzeuge, Waffen, Modi und Karten

  • Mitunter sehr lange Laufwege im Conquest-Modus 

  • Zu wenige Möglichkeiten das Chaos im Breakthrough-Modus zu bändigen (kein Voice-Com, kein Commander-Modus) 

  • Technisch mitunter heftige Glitches und Framerate-Einbrüche (DICE arbeitet an einem Launch-Patch, wir werden ein Technik-Special nachliefern)