Ecovacs Deebot X1 mit Omni-Station und App. Die mächtige Station sieht zwar durchaus schick aus, doch sie braucht auch viel Platz.

Der Deebot X1 Omni ist das Topmodell unter den Saug-Wisch-Robotern von Ecovacs. Wir haben das hochpreisige Putzwunder samt seiner Lade- und Reinigungsstation Omni getestet.

Einrichtung: Sehr einfach

Die Abmessungen der Omni-Station sind zwar gewaltig (57 cm Höhe x 44 cm Breite x 39 cm Tiefe), doch deren Inbetriebnahme ist ziemlich einfach. Sie packen den Roboter aus (die Abdeckplatte auf der Oberseite des Roboters hält magnetisch), stecken die Außenbürsten und eventuell auch gleich die beiden Wischmopps an der Unterseite ein, verbinden die Omni-Station mit einer Steckdose, laden den Akku des Roboters in der Omni-Station auf, füllen den Frischwasserbehälter in der Omni-Station auf und installieren die Ecovacs-App (für iOS und Android erhältlich).

Links die Karte während der Reinigung, rechts die Karte unmittelbar nach der Erstellung nach der ersten Fahrt. Wir fügen gerade von Hand die Möbel ein.

Dann richten Sie den Roboter in der App ein und verbinden ihn mit Ihrem WLAN. Danach sollten Sie sich ein paar Minuten Zeit nehmen und alle Funktionen der Ecovacs-Home-App für iOS und Android erkunden – diese sind aber selbsterklärend. Währenddessen schicken Sie den X1 auf die erste Voll-Kartografierung Ihrer Wohnung und bearbeiten dann die Karte nach Ihren Wünschen nach. So können Sie die Raumaufteilung ändern oder vom Roboter nicht erkannte Möbel nachtragen. Wenn der Roboter die Position der Möbel kennt, versucht er die besagten Bereiche gar nicht erst zu reinigen, was Zeit und Strom spart.

Aufgeklappt sieht man die beiden Wasserbehälter. Auf der linken hinteren Ecke haben wir einen der beiden Wischmopps abgelegt.

Die Sprachausgaben des Roboters und sowie die Informationen in der App halten den Benutzer immer auf dem Laufenden über das Tun des Roboters.

Die Station befüllt den Wassertank neu und reinigt die beiden Tücher.

Omni-Station: Platz da!

Der Saug- und Wischroboter Deebot X1 kommt mit der bereits erwähnten Omni-Station. In dieser Station befinden sich zwei Wasserbehälter (einer für sauberes und einer für schmutziges Wasser), Technik zum Absaugen des Staubbehälters und zum Befüllen des Wassertanks sowie zum Ausleeren desselben, eine Vorrichtung zum Trocknen und Säubern der beiden Wischmopps und eine Ladestation für die Akkus. Außerdem lässt sich eine Bürste darin verstauen.

Das Innenleben.

© Ecovacs

Die Omni braucht viel Platz und lässt sich nur mit Kraftaufwand versetzen. Optisch fügt sie sich aber durchaus ansprechend in ein Wohnzimmer ein. Störend ist allerdings das zwar kurze, aber laute Absauggeräusch beim Leeren von Wasser- und Staubbehälter sowie das leisere, dafür aber mindestens zwei Stunden dauernde Brummen beim Trocknen der Wischmopps. Sie sollten die Omni also keinesfalls neben oder hinter den Fernseher oder neben die Couch stellen, sondern sie in einer Ecke der Wohnung platzieren, wo das Brummen niemanden stört.

Praktisch: Eine Kurz-Anleitung für die Inbetriebnahme befindet sich sogar unter dem Deckel der Station.

Der Staubbehälter in der Omni-Station wird erst sichtbar, wenn man die vordere Klappe öffnet. In größeren Abständen müssen Sie den Staubbehälter austauschen.

Eine Geruchsbelästigung konnten wir während des Tests in der kalten Jahreszeit nicht feststellen. Nur wenn man die Abdeckung der Omni öffnet und direkt an dem Abwasserbehälter riecht, nimmt man vielleicht einen leicht unangenehmen Geruch wahr. Erst wenn man den Schmutzwasserbehälter öffnet - zum Beispiel um ihn zu entleeren - nimmt man einen deutlich unangenehmen Geruch wahr. Der Behälter ist also gut abgedichtet.

Hier die Öffnung, über die der Schmutz vom Saugroboter in den Staubbehälter der Omni-Station gesaugt wird.

Das Trockengebläse sorgt wiederum dafür, dass kein Geruch von den beiden Mopps kommt, weil diese nicht feucht vor sich hinmüffeln.

Die Omni Station ohne Roboter. Auf dem oberen Deckel haben dir die beiden Wischmopps abgelegt.

Der Saugroboter selbst besitzt nur fest eingebaute Wasser- und Staubbehälter, an denen Sie nichts tun müssen. In der Omni-Station befindet sich aber ein Staubbeutel, den Sie in größeren Abständen austauschen müssen. Das führt also zu Folgekosten.

Gute Kartografierung

Wie alle Saugroboter mit Kartierungsfunktion erfasst der Roboter bei seiner ersten Fahrt die gesamte Wohnung. Sie sollten also alle Zimmertüren während der Premierenfahrt öffnen. Die bei der ersten Fahrt erstellte Karte erfasst unser Wohnung auf Anhieb recht gut. Danach bearbeiten Sie die erstellte Karte, weisen Zimmerbezeichnungen zu – Küche, Esszimmer, Wohnzimmer etc. - und Sie können zudem von Hand Möbel in der Karte platzieren, damit der Roboter diese bei der Reinigung flotter erkennt und ausspart. Das klappt im Test schnell und zuverlässig. Die Karte können Sie auf Wunsch auch in 3D darstellen lassen, falls Ihnen das bei der Orientierung hilft.

Das Einzige, was etwas umständlich ist, ist das Abtrennen von Bereichen per Trennlinie, die von Hand eingefügt werden muss. Das klappt zumindest in nahe beieinander liegenden Bereichen nur mühsam.

Meist souveräne Hinderniserkennung

Die Reinigungsvorgänge selbst funktionieren bemerkenswert einfach und zuverlässig. Hindernisse erkennt der Roboter per Lider und Kamera. Die Hinderniserkennung und -umfahrung klappt im Test beeindruckend gut. Plötzliche Hindernisse wie eine Tasche oder Schuhe, die auf dem Boden herumliegen, umfährt er souverän und der Roboter findet seinen Weg auch durch komplexe Hindernislandschaften. Zusätzlich besitzt der Roboter noch die bekannten Bumper und natürlich die Absturzsensoren an der Unterseite.

Der Roboter.

© Ecovacs

Man muss das Zimmer für die Reinigung kaum noch vorbereiten, der Roboter erkennt zuverlässig selbst Schuhe und Kabel und vermeidet dieses in der Regel.

Falls Sie den Roboter auch unter der Couch saugen lassen wollen, denken Sie daran, dass er wegen seines Lidaraufsatzes relativ hoch ist. Für diesen Zweck eigenen sich Roboter ohne Lidar besser.

Kleine Schwächen zeigte der Roboter aber bei der Erkennung von dunklen/schwarzen Stuhlbeinen. Gegen diese fuhr er öfters hörbar dagegen. Ein Mal verfing sich der Deebot X1 zudem in einem Kabel und musste von uns befreit werden.

Reinigungs-Optionen: Alles, nur einzelne Räume oder nur bestimmte Bereiche

Ist die Karte fertig erstellt, dann haben Sie folgende Möglichkeiten für die Reinigung:

  • Gesamte Wohnung in einem Durchgang reinigen lassen. Der Roboter entleert gegebenenfalls zwischenzeitlich seinen Staubbehälter an der Absaugstation und/oder lädt seinen Akku auf.

  • Nur einen oder mehrere ausgewählte Räume reinigen lassen.

  • Einen auf der Karte von Hand festgelegten rechteckigen Bereich reinigen lassen.

Zudem können Sie die Intensität der Reinigung und damit verbunden die Lautstärke in der App festlegen. Und Sie können den Roboter feucht wischen lassen – dann spart er aber alle Teppiche aus – oder ihn nur saugen lassen. Für letzteres müssen Sie die beiden Wischmopps abnehmen. Das ist etwas umständlich und die Mopps anzufassen empfinden vielleicht nicht jeder Benutzer aus hygienischen Gründen als angenehm.

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Einfache Bedienung, eigener Sprachassistent aber etwas begriffsstutzig

Sie können auf folgenden Wegen den X1 zur Arbeit schicken:

  • Per App

  • Per Yiko-Sprachassistent

  • Durch Druck auf den Button an der Oberseite des Roboters

  • Durch Druck auf den Button an der Vorderseits der Omni Station

  • Per Reinigungsplan. Diesen legen Sie in der App fest

Sehr bequem ist die Bedienung per App. Zwar kann man den Roboter auch über den Taster an der Oberfläche sowie über die Taster an der Omni starten, doch per App geht es schneller, bequemer und vor allem mit viel mehr Optionen. Auf der Karte sieht man außerdem in Echtzeit, wo der Roboter gerade reinigt und was er alles schon gereinigt hat. 

Diese Sprachbefehle stehen zur Wahl. Yiko versteht uns zwar oft, aber nicht immer.

© Ecovacs

Der Roboter bringt mit Yiko tatsächlich seinen eigenen Sprachassistenten mit, der deutsche Befehle versteht. Sie benötigen also weder Alexa noch Google Assistant noch Siri für Sprachbefehle. Der Sprachassistent funktioniert vom Stand weg, sobald Sie ihn aktivieren. Im Test hat er aber gelegentliche Verständnisprobleme und meldet sich mitunter zur Stelle, obwohl wir ihn gar nicht aufgerufen haben. Sie können statt Yiko aber auch Alexa oder Google Assistant zur Sprachsteuerung verwenden.

Wartungsarm

Die Wischtücher sind schon nach dem Reinigen von 1,5 Räumen „leicht verschmutzt“, was der Deebot X1 per Sprachansage mitteilt. Er fährt dann selbstständig zur Reinigung zur Station zurück, lässt diese dort reinigen und setzt dann die Reinigung genau an der Stelle fort, an der er sie unterbrochen hat.

Blick ins Innere der Omni Station.

Hand anlegen müssen Sie also nur um von Zeit zu Zeit die Wassertanks in der Omni zu leeren und aufzufüllen sowie um gelegentlich den Staubbehälter in der Omni zu wechseln. Natürlich müssen Sie gelegentlich den Roboter und vor allem die Laufrollen reinigen. Doch das bei vielen Robotern nach jedem Reinigungsvorgang nötige Entleeren des Staubbehälters entfällt ebenso wie das Auffüllen des Wassertanks im Roboter. Sowohl der Staubbehälter als auch der Wassertank sind im Roboter fest verbaut.

Die beiden Tanks, die sich in der Omni-Station befinden - wir haben sie für diese Aufnahme aus der Station herausgehoben. Links der Tank mit dem Schmutzwasser, das aus dem Tank des Roboters abgesaugt wurde. Rechts der Tank mit dem sauberen Wasser, mit dem der Tank im Roboter automatisch neu befüllt wird.

Nur saugen und oder auch feucht wischen: Sie müssen sich entscheiden

Sobald Sie die beiden Wischmopps aufstecken, wischt der Roboter feucht durch. Teppiche umfährt er dann aber; diese kann er mit aufgesteckten Wischmopps nicht saugen! Wollen Sie dagegen, dass der Roboter die Teppiche saugt, dann müssen Sie die beiden Wischmopps abnehmen. Mit anderen Worten: Das Feuchtwischen des Fußbodens und das Saugen von Teppichen lässt sich nicht in einem Durchgang kombinieren.

Reinigungsleistung: Solide auf gewohntem Niveau

Der Roboter reinigt immer schnell und unkompliziert und meist auch zuverlässig. Der Ecovacs Deebot X1 saugt gründlich auch auf Teppichen, die er bei normaler Höhe auch problemlos hochfährt. Gelegentlich bleibt aber etwas Schmutz liegen und zwar nicht nur in den Ecken. Sondern mitunter bleibt auch auf "freier Strecke" etwas Schmutz liegen. Das ist allerdings Jammern auf hohem Niveau, insgesamt ist die Reinigungsleistung wirklich gut.

Wieder links der Tank mit dem Schmutzwasser, das aus dem Tank des Roboters abgesaugt wurde. Rechts der Tank mit dem sauberen Wasser, mit dem der Tank im Roboter automatisch neu befüllt wird.

Beim Feuchtwischen unterliegt der X1 aber den gleichen Einschränkungen wie andere Wischroboter: Fest sitzenden Schmutz bekommt er nicht weg. Da hilft es auch nicht, dass die beiden Wischmopptücher rotieren und gegen den Boden gedrückt werden. Man sollte das Feuchtwischen also eher als Ergänzung sehen. Selbst in der stärksten Stufe kommt relativ wenig Wasser auf den Boden.

Deebot X1 fährt Patrouille - Privatsphäre

Die an der Vorderseite eingebaute Kamera dient nicht nur zur Orientierung und Kartografierung, sondern ermöglicht auch die Fernüberwachung inklusive Gegensprechanlage via eingebautem Mikrofon. Der Deebot Xi fährt also ähnlich wie der Roborock S6 Max V Patrouille. Sie können den Depot X1 somit zur Überwachung Ihres Zuhauses einsetzen und sein Kamerabild als Videolivestream auf dem Smartphone abrufen.

Die Videoaufzeichnung ist praktisch, funktioniert super einfach und wird jedesmal per Licht oder Sprachausgabe angezeigt, bevor die Videoübertragung startet.

Yiko hört immer mit! Kamera und Sprachassistent (mit Mikrofon) bedeutet aber auch: Sie müssen akzeptieren, dass jemand in Ihrer Wohnung ständig mithört und mitschaut! Wenn Sie das nicht möchten, sollten Sie Yiko unbedingt deinstallieren. Wobei es in so einem Fall besser wäre, von vornherein einen Roboter zu kaufen, der gar nicht erst eine Sprachsteuerung besitzt und in dem auch keine Kamera verbaut ist.

Folgekosten: Ersatzteile und Stromverbrauch

Neben dem Stromverbrauch der Station und den Kosten für die Staubbeutel in der Omni-Station dürften vor allem die Kosten für den von Ecovacs empfohlenen Reiniger für das Wischwasser besonders heftig zu Buche schlagen. Diese Kosten können Sie deutlich senken, wenn Sie einen handelsüblichen Bodenreiniger beim Discounter kaufen. Recherchieren Sie vorher aber im Internet die Erfahrungsberichte zu dem von Ihnen ins Auge gefassten Reinigungsmittel, damit dieser nicht den Deebot X1 beschädigt und Ecovacs die Reparaturkosten nicht übernimmt, weil die Verwendung eines fremden Reinigers gegen die Garantiebestimmungen verstößt. Außerdem kommen langfristig noch Kosten für Austauschteile wie die Wischmopps und die Bürsten hinzu.

Nach unserer Messung beträgt der Stromverbrauch der Omni-Station:

Im Standby ohne Roboter beziehungsweise mit vollständig aufgeladenem Roboter: 0,7 bis 1 Watt

Beim Aufladen des Roboter-Akkus: Bis 17,8 Watt.

Beim Absaugen des Staubehälters für wenige Sekunden: Bis rund 960 Watt.

Beim Absaugen des Wassertanks und dessen Auffüllen mit sauberem Wasser: 20 bis 35 Watt.

Beim Trocknen der beiden Mopps: Bis knapp unter 100 Watt für mindestens zwei Stunden.

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