Geforce Now hat jetzt neue RTX-3080-Abostufe

Nvidia bietet ab sofort bei seinem Cloud-Gaming-Dienst Geforce Now die neue Abo-Stufe "RTX 3080" zur Vorbestellung an. Mit dieser erhalten die Nutzer einen Zugriff auf RTX-3080-Gaming-Server in der Cloud. Der Preis: 99,99 Euro alle 6 Monate, also 200 Euro pro Jahr.

Die drei Abo-Stufen bei Geforce Now - jetzt mit Geforce Now RTX 3080 für 99,99 Euro / 6 Monate

Gratis gibt es als Zugabe noch den Titel "Crysis Remastered" (auch bei Geforce Now Priority beim 6-Monats-Abo) Aber lohnt sich die neue RTX-3080-Abostufe? Wir haben es ausprobiert.

Geforce Now RTX 3080: Gaming-PC in der Cloud mit 35 TFLOPs

Klar ist: Weiterhin sind GPUs sehr schwer oder nur zu sehr stark überteuerten Preisen erhältlich. Diese Lücke will Nvidia mit seinem aufgewerteten Geforce-Now-Angebot schließen. Der Nutzer zahlt eine Abo-Gebühr und hat damit den Zugriff auf Nvidias neue "Superpod"-Computer (mit jeweils 1.000 GPUs), um darauf die Spiele aus seinen Spielbibliotheken wie Steam, Epic Games Store oder Ubisoft Connect per Game-Stream zu spielen.

Durch "RTX 3080" ist das jetzt auch mit einer höheren WQHD-Auflösung (bis zu 1440p / 120 Bildern pro Sekunde statt Full-HD / 60 FPS) und mit eingeschaltetem Raytracing möglich. Auf einer Nvidia Shield ist sogar 4K HDR möglich. Die GPU-Leistung der verwendeten Ampere-GPUs (jeweils zwei pro Nutzer, so Nvidia) in den Cloud-Gaming-Maschinen liegt bei 35 TFLOPs, was der dreifachen GPU-Leistung einer Xbox Series X entspricht. Die Abonnenten erhalten also nicht wirklich einen Cloud-Rechner mit RTX-3080-GPU, sondern einen mit einer GPU, deren Leistung mit der einer RTX-3080-GPU vergleichbar ist.

Zur weiteren Ausstattung gehören: Eine 8-Kern-CPU der AMD Threadripper Pro 3000er Familie (16 Threads), 28 Gigabyte DDR4-3200-RAM und eine PCI-Gen4-SSD für schnellere Ladezeiten. Vorausgesetzt wird natürlich eine möglichst potente Internetverbindung. Nvidia empfiehlt mindestens 35 Mbit/s für 1440p (120 fps) auf PCs / Macs beziehungsweise 40 Mbit/s bei einer Nvidia Shield. Bis zu 8 Stunden am Stück dürfen die Abonnenten von Geforce Now RTX 3080 spielen, danach ist eine Neuverbindung mit den Servern nötig.

In der Praxis: Geforce Now RTX 3080 funktioniert sehr gut, meistens

Wir haben diverse Spiele über Geforce Now RTX 3080 über einen längeren Zeitraum sowohl auf einem PC, einem iPad Pro als auch über Nvidia Shield TV gespielt. Und das über eine flotte 200-Mbit/s-Internetverbindung. Während der meisten Zeit war das Spielerlebnis beeindruckend.

Metrox Exodus mit 1440p und Raytracing

Metro Exodus in Ultra-Qualität und mit eingeschaltetem Raytracing lief mit 1440p mit stabil hohen Frameraten (120 fps) und auf unserer Nvidia Shield TV sogar mit 4K und HDR. Die Grafik knackig scharf, das Spielgeschehen superflüssig, mit minimalsten Verzögerungen und sehr schnellen Ladezeiten. Deutlich besser als bisher mit nur 1080p auf den "normalen" Geforce-Now-Servern.

Der Client von Geforce Now für Windows - das "RTX 3080" oben rechts signalisiert: Wir sind mit den RTX-3080-Servern verbunden

Auch bei anderen technisch anspruchsvollen Titeln aus unserer Spielbibliothek (etwa Cyberpunk 2077, Anno 1800, Watch_Dogs Legion, Control) hatten wir während unserer Tests vom Spielerlebnis her kaum etwas zu meckern, auch wenn hier oft die 120 FPS nicht immer erreicht werden. Lediglich bei kompetitiven Titeln mit vielen Online-Mitspielern (Fortnite & Co.) fällt die höhere Latenz auf, hier kommt dann nicht so viel Freude beim Spielen auf.

Knackpunkt ist und bleibt die Internet-Verbindung (dazu später mehr): Ja - es gab während der Spielzeit auch mal hier und da eine schlechtere Internet-Verbindung mit spürbar schlechterer Latenz, wodurch es zu Artefakten und Stotterern kam. Das muss nicht immer die Schuld der Nvidia-Server sein, sondern kann auch am lokal verwendeten Gerät und/oder dem Provider liegen.

Zum größten Teil war das Spielerlebnis aber mindestens zufriedenstellend, meistens sogar hervorragend. Gerade bei Einzelspieler-Games haben wir da wenig bis gar nicht zu mäkeln.  Der verwendete Video-Codec (H.264 unter Windows/Macs; H.265 bei Nvidia Shield) verrichtet gute Dienste. Aber es kommt halt ein Codec zum Einsatz, sodass das Bild nie so knackig scharf wie ohne Codec sein kann.

Echtes Konsolen-Feeling kam dann auf unserer Nvidia Shield TV auf: Den Xbox-Controller verbinden, die Geforce Now App starten, Spiel aus unserer Bibliothek auswählen und schon kann es logehen. Und jetzt mit 4K und HDR, was sich auf dem großen UHD-Fernseher auch sofort positiv bemerkbar macht. Einzig störend: Regelmäßig muss man sich auf dem Steam- oder Epic-Games-Konto neu anmelden, was doch etwas fummelig ist.

Fazit: Cloud-Gaming wird immer stärker - ersetzt aber (so schnell) nicht echte Hardware

Um es deutlich zu sagen: Auch Geforce Now RTX 3080 macht Hardware vor allem für Hardcore-Gamer nicht überflüssig, aber ein Stück interessanter. Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass Cloud-Gaming mit Angeboten wie Gefoce Now RTX 3080 immer mehr zu einer attraktiven Möglichkeit wird, um auch schwächere Geräte nicht nur einigermaßen Spiele-tauglich zu machen, sondern wirklich in Gaming-Maschinen zu verwandeln. Sei es auch nur, um die Zeit zu überbrücken, in der der Kauf neuer, leistungsfähigerer Hardware aufgrund der hohen Preise nicht empfehlenswert ist.

Die Auswahl für den Gamer wird erhöht und verringert so deren Abhängigkeit vom Hardware-Markt. Und Konkurrenz schadet nie. Mit einer stärkeren, moderneren CPU würde ein neues Nvidia Geforce Now RTX 3080 Abo sicherlich eine noch bessere Figur machen, was die Spieleperformance angeht, aber das ist sicherlich nur eine Frage der Zeit, bis Nvidia die Server upgradet.

Vor- und Nachteile von Geforce Now RTX 3080

GPUs sind aufgrund der bereits erwähnten GPU-Knappheit derzeit sehr teuer. Also wirklich sehr, sehr teuer! Mit der RTX 3080-Stufe bei Geforce Now können Gamer auf nahezu jedem Gerät ihre Spiele mit Raytracing und auf einer Nvidia Shield sogar mit 4K HDR erleben, was im Vergleich zu den realen RTX 3080-Preisen schon mal super klingt. Laut PC-WELT Preisvergleich kosten RTX-3080-Karten aktuell immerhin mindestens 1.699 Euro! Kehrseite der Medaille ist natürlich, dass Sie für Ihre Abogebühr in Höhe von 200 Euro pro Jahr nur die Möglichkeit der Nutzung einer virtuellen GPU erhalten und Sie damit den Wiederverkaufswert traditioneller Hardware aus der Gleichung ausschließen müssen.

Ein großer Vorteil von Geforce Now ist, dass die Gamer nahezu jedes bereits im Einsatz befindliche Gerät zu einem Gaming-PC mutieren lassen können. Man spart also nicht nur den Kauf einer neuen GPU, sondern auch den Kauf diverser anderer Hardware, die nötig wäre, wie etwa einer schnelleren CPU, besserem RAM und so weiter.

Andrerseits ist Cloud-Gaming stark von der Geschwindigkeit und Latenz der verwendeten Internet-Verbindung abhängig. Obwohl die RTX 3080-Stufe ein leistungsstärkeres "Rig" nutzt und Nvidia eine Technologie mit geringerer Latenz verwendet, erhalten Sie das beste Erlebnis nur mit schnellem Internet.

Mit Geforce Now geht Nvidia einen anderen Weg als Google mit Stadia. Sie können Ihre Spielesammlung streamen, wobei über 1.000 Spiele unterstützt werden. Wenn Sie Ihre etwa Steam- oder Epic-Games-Sammlung im Laufe der Jahre aufgebaut haben, erhalten Sie mit Geforce Now Zugriff darauf. Außerdem stehen über 70 kostenlose Spiele zur Verfügung, sodass Sie sofort loslegen können! Leider wird aber nicht jedes Spiel, das Sie besitzen, unterstützt, und einige Spielgenres sind nicht gut für Cloud-Gaming geeignet. Wer E-Sport- und kompetitive Shooter-Spiele mag, der wird mit Cloud-Gaming nicht glücklich, denn diese Titel erfordern die geringstmögliche Latenz.

Geforce Now: Alle Abo-Stufen im Überblick

Eine Übersicht aller von Geforce Now unterstützten Spiele finden Sie auf dieser Nvidia-Seite. Die Sammlung wächst stark, denn jeden Donnerstag kommen neue Spiele hinzu.

Beim neuen "Geforce Now 3080" erhält der Abonnent dann für seine 99,99 Euro pro Halbjahr den exklusiven Zugang zu den RTX-3080-Servern mit bis zu 1440p (120 FPS) auf PC/Mac bzw. 4K HDR (Shield TV). Die maximale Session-Länge liegt hier bei 8 Stunden.

Bei " Geforce Now Gratis" zahlt man keine Gebühren, erhält dafür aber auch nur einen durchschnittlich ausgestatteten Gaming-PC in der Cloud und eine Spiele-Session darf maximal 1 Stunde dauern, ehe man sich neu mit den Servern verbinden muss. Bei einer hohen Auslastung kann es zu Wartezeiten beim Zugang zu den Geforce-Now-Servern kommen.

"Geforce Now Priority" kostet 49,99 Euro alle 6 Monate oder 9,99 Euro pro Monat. Hier erhält man einen besser ausgestatteten Cloud-Gaming-PC (1080p, 60 fps) mit RTX ON und einen bevorzugten Zugang zu den Spiele-Servern. Eine Spiele-Session darf hier bis maximal 6 Stunden am Stück dauern.