Der Intel Core i3-10105F bietet sehr viel CPU für nur 80 Euro.

In Zeiten, in denen man für eine neue Grafikkarte Unsummen ausgeben muss, kommt schon einmal die Frage auf, ob sich bei der CPU vielleicht etwas Geld einsparen lässt. Wohingegen Office PCs auch heutzutage noch mit zwei Rechenkernen auskommen können, benötigen Gamer und Kreative mehr Rechenleistung. Wir machen anhand des Intel Core i3-10105F (hier günstig erhältlich) den Test, wie viel Gaming- und Anwendungs-Performance eine CPU für unter 100 Euro - konkret 81 Euro am 16. Juli - im Jahr 2021 bietet. Eines vorneweg: Der Quad-Core ist nicht ohne Grund unser neuer Preis-Leistungs-Sieger im großen PC-WELT-CPU-Vergleich.

Günstiger Intel Core i3-10105F im Detail

Wenn Sie auf der Suche nach einer CPU für unter 100 Euro sind, fällt der Blick unweigerlich auf den Intel Core i3-10105F. Aufseiten von AMD lassen sich in diesem Preisbereich nur die Athlon Dual-Cores und der Ryzen 3 1200 finden. Letzterer bietet zwar vier Kerne, allerdings kein "Simultaneous Multithreading" und ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Bei Intel gibt es viele Dual-Cores in Form der Celeron und Pentium CPUs im Angebot, aber eben auch zwei Quad-Cores mit acht Threads in Form des Intel Core i3-10100F ( zu unserem Testbericht ) und eben dem genannten Core i3-10105F. 

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Produkt

Kerne / Threads

Basistakt (GHz)

Turbotakt (GHz)

L3-Cache (MB)  

Speichercontroller

Fertigung (nm)

TDP (W)

Preis (Stand 16.07.2021)

Intel Core i3-10100F

4 / 8

3,6

4,3

6

128 GB 2666 MHz

14++

65

83 €

Intel Core i3-10105F

4 / 8

3,7

4,4

6

128 GB 2666 MHz

14++

65

81 €

Intel Core i5-10400F

6 / 12

2,9

4,3

12

128 GB 2666 MHz

14++

65

134 €

Intel Core i5-11400F

6 / 12

2,6

4,4

12

128 GB 3200 MHz (Gear 2)

14+++

65

192 €

AMD Ryzen 3 3100

4 / 8

3,6

3,9

16

128 GB ECC 3200 MHz

7 CPU / 12 IO

65

112 €

AMD Ryzen 3 3300X

4 / 8

3,8

4,3

16

128 GB ECC 3200 MHz

7 CPU / 12 IO

65

199 €

AMD Ryzen 5 3600

6 / 12

3,6

4,2

32

128 GB ECC 3200 MHz

7 CPU / 12 IO

65

206 €

Intel hat mit dem Release von Rocket Lake-S - rund um den Core i9-11900K (hier zum Test) - keine neuen Quad-Cores aufgelegt. Dafür gab es einen Refresh des Core i3-10100F auf Basis von Comet Lake-S. Die "neue" CPU Intel Core i3-10105F setzt nach wie vor auf vier Rechenkerne und acht Threads.

Dafür haben sich die Taktraten im Vergleich zum Vorgänger um jeweils 100 MHz erhöht, der Basistakt liegt jetzt bei 3,7 GHz, der AllCore-Boost bei 4,2 GHz und der SingleCore-Boost bei 4,4 GHz. An den restlichen Spezifikationen hat sich nichts geändert, es bleibt beim 1 + 6 MB großen L2-/L3-Cache, 65 Watt TDP und RAM-Unterstützung mit bis zu 2666 MHz. Die CPU ist dabei mit allen Sockel-1200-Mainboards kompatibel, RAM-OC ist dabei nur mit den Z-Chipsätzen möglich.

Gaming-Performance

Viele Jahre lang haben sich Prozessoren bei der Kernanzahl nicht weiterentwickelt. So setze Intel bei den Consumer-Topmodellen von der ersten bis zur siebten Core-i-Generation auf Quad-Cores. Dementsprechend war ein hoher Takt auf wenigen Kernen für die Gaming-Performance deutlich wichtiger als viele Rechenkerne. Das hat sich einerseits aufgrund der Einführung der ersten Ryzen Prozessoren mit acht Rechenkernen - mittlerweile bis zu 16 Cores - aber auch der aktuellen Konsolen, in denen Octa-Cores verbaut sind, geändert. Aus diesem Grund kommt unweigerlich die Frage auf, wie gut sich ein Quad-Core im Jahr 2021 überhaupt noch schlägt. Die Antwort liefert die folgende Bildergalerie:

Was auf den ersten Blick auffällt, ist, dass der Core i3-10105F gute fünf Prozent vor seinem direkten Vorgänger liegt und damit bei gleichen Anschaffungskosten die bessere Wahl ist. Außerdem lässt sich erkennen, dass die Performance vom Ryzen 9 5950X ( zum Testbericht ) bis zum Core i5-10400F ( zum Testbericht ) relativ linear abnimmt, wohingegen die beiden Quad-Cores etwas weiter abgeschlagen sind. Ein gewisses Defizit durch weniger Rechenkerne und einen kleineren L3-Cache lässt sich also auf jeden Fall erkennen. Man muss hier aber auch dazu sagen, dass der Core i3-10105F zwar 12 Prozent hinter dem Core i5-10400F zurückliegt, dabei aber auch 65 Prozent weniger kostet. Schlussendlich ist die interessanteste Frage dann, ob der Core i3-10105F genug Leistung für aktuelle Grafikkarten liefert oder ob er diese ausbremsen würde. Aus diesem Grund werfen wir einen Blick in unseren Grafikkartenvergleich :

Wir vergleichen jetzt die Werte in den Spielen, welche wir sowohl für den CPU- als auch den GPU-Test gebenchmarkt haben. Los geht's mit "Assassin's Creed Valhalla". Hier erzielt der Core i3-10105F im Schnitt 120 Bilder pro Sekunde. Ein Blick auf die Grafikkartenmessungen zeigt, dass sich nur mit der RX 6800 XT und der RX 6900 XT mehr FPS erreichen lassen würden.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass der Core i3-10105F eine RTX 3080 Ti oder eine Radeon RX 6800 nicht ausbremsen würde. In "Borderlands 3" zeigt sich das gleiche Bild. "Cyberpunk 2077" benötigt dagegen deutlich mehr CPU-Rechenleistung. Hier kommt der Quad-Core auf 84 Bilder pro Sekunde und liefert damit nur noch ausreichend Performance für die Radeon RX 6700 XT von AMD oder die RTX 3060 Ti von Nvidia.

Schnellere Grafikkarten würde die CPU in diesem Spiel limitieren. Das Gleiche gilt auch für die Spiele "Doom Eternal" und "F1 2020". In "Red Dead Redemption 2" können Sie auch noch eine RTX 3070 Ti oder eine RX 6800 mit dem Core i3-10105F paaren, eher die CPU zum limitierenden Faktor wird. In Shadow of the Tomb Raider ist diese Grenze bereits bei der RTX 3060 erreicht.

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Schlussendlich hängt es also immer etwas davon ab, wie CPU-lastig ein Spiel ist. Summa summarum lässt sich jedoch sagen, dass der Core i3-10105F - in den meisten Fällen - genug Leistung für eine Grafikkarte des Kalibers RX 6700 XT oder RTX 3060 Ti liefert. Man muss hier natürlich bedenken, dass die CPU dabei in vielen Fällen am Limit läuft und keine Reserven nach oben mehr bietet, aber für eine CPU für nur 80 Euro ist das beachtlich.

Anwendungs-Performance

Beim Fazit aus den Anwendungs-Tests müssen wir zwischen den konkreten Anwendungsfällen differenzieren. Im Schnitt liegt der Core i3-10105F hier gute 26 Prozent hinter dem Core i5-10400F zurück, bei den SingleCore-Tests teilweise aber sogar vor dem Hexa-Core. Bei der Bildbearbeitung mittels Photoshop oder der Videobearbeitung via "DaVinci Resolve" muss sich der Quad-Core dem Core i5-10400F nur knapp geschlagen geben.

Wie sehr sich Programme unterscheiden können, zeigt sich dann im zweiten Videoschnitttest mit "Adobe Premiere Pro". Lag der Rückstand in "DaVinci Resolve" nur bei guten drei Prozent, so fällt er in "Adobe Premiere Pro" mit 21 Prozent umso größer aus. Noch größer wird der Unterschied dann bei 3D-Renderings wie zum Beispiel "Blender" mit 42 Prozent oder dem Enkodieren mittels "7-Zip" mit 45 Prozent. Hier spielt neben der geringeren Core-Anzahl auch der kleinere L3-Cache eine Rolle. Eine gewaltige Kreativleistung können Sie von dem Core i3-10105F also nicht erwarten, für Bildbearbeitung oder kleinere Videoprojekte reicht er aber aus.

Energieeffizienz

Großer Pluspunkt der CPU ist dann natürlich die niedrige Leistungsaufnahme. Diese ist beim Core i3-10105F im Vergleich zum Vorgänger zwar leicht gestiegen, hält sich aber immer noch im Rahmen. Das hat zur Folge, dass selbst der mitgelieferte Boxed-Kühler, der zwar nicht unbedingt der leiseste ist, ausreicht, um den Quad-Core gut zu kühlen. Dementsprechend lässt sich hier bei der Anschaffung noch einmal etwas Geld einsparen.

Leistungsaufnahme der Prozessoren im Durchschnitt aus 12 Spielen.

Fazit

Für nur rund 80 Euro bekommen Sie mit dem Core i3-10105F eine Menge CPU für Ihr Geld. Natürlich kann er nicht mit den aktuellen Topmodellen mithalten, das kann man aber auch nicht erwarten und dafür ist der Prozessor auch um ein Vielfaches günstiger.

Die Gaming-Performance reicht aus, um eine RTX 3060 Ti oder RX 6700 XT mit genug Leistung zu versorgen und auch Bild- respektive Videobearbeitung sind mit dem Quad-Core gut möglich. So gesehen eignet sich unser derzeitiger Preis-Leistungs-Sieger bestens für günstige Gaming- oder Arbeits-PCs.

Wir wollen an dieser Stelle aber auch nicht unter den Tisch fallen lassen, dass der Vierkerner bereits heute in vielen Spielen und Anwendungen am Limit arbeitet. Große Reserven für die Zukunft gibt es also auf jeden Fall nicht.