Schwer gepanzerte Mechs, rasend schnelles Gameplay, super immersive, düstere Atmosphäre: Necromunda Hired Gun verspricht, ein Genuss zu werden für Fans von Warhammer 40K.

Necromunda Hired Gun hat richtig Wucht: Wir wetzen an Wänden entlang, schleudern uns per Ketten-Revolver in luftige Höhen und ziehen schon aus der Luft Headshots mit der MP5. Schüssen per Dash ausweichen, Plasma-Werfer durchladen und ab geht die Post. Mit unserem metallenen Terminator-Arm im Cyberpunk-2077-Stil pushen wir einen Soldaten nach hinten, er strauchelt – Revolver an die Stirn gehalten, abgedrückt und der Typ mit wilder Stachelfrisur fliegt. Fühlt sich rein vom Flow ganz schön nach Doom Eternal an: Es ist verdammt zackig, stark auf flinke Ausweichmanöver gepolt. Mit dem Enterhaken zielen wir auf größere Gegner, wie die Dreadnoughts. Die Spitze durchschlägt die Rüstung, krallt sich fest, wir schnellen los und nutzen das Momentum beim Aufprall.

Es gibt auch viele abgefahrene Plasma-Waffen, irgendwo zwischen Unreal Tournament und Borderlands 4. Und klar, die Atmosphäre ist voll Warhammer 40k: Martialische Rüstungen, mit Totenköpfen als Schulterpolster, aber auch Truppen ärmerer Fraktionen, die eher so Richtung Cyberpunk-Mittelalter gehen, die mit Streitkolben und Schild kämpfen, sich mit Plattenrüstungen versuchen zu schützen. Alles hier ist schmutzig, die Luft stickig – die Menschen leben in Makropolwelten, weil die Oberfläche des Planeten durch industrielle Verschmutzung und Atom-Kriege unbewohnbar geworden ist. Einige rennen mit riesigen Gasschläuchen durch die Gegend, die eine Art Rüssel von ihrer Nase und Mund zu den Sauerstofftanks bildet. In Kombination mit grasgrünen Gasmasken hat das ein bisschen den Vibe von Metro: Last Light. Überall auf Necromunda gibt es diese Makropole, die größte ist der Hive Primus, in der auch der Imperiale Gouverneur aus dem Haus Helmawr und seine Familie leben.

Ähnlich wie in Doom Eternal verschießen wie eine Art Enterhaken, klinken uns damit in der Rüstung von irren Cyberpunk-Rittern mit Nagel-Baseballschläger und Kettensägenschwert ein, um ihnen aus nächster Nähe die Birne wegzupusten.

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Er und andere Adelsfamilien leben in der Spitze des Hives, dem sogenannten Spire. Dieser wird von den darunter liegenden Sektionen der Makropole durch die “The Dust Wall“ getrennt, einem Schutzwall, der nur an wenigen Stellen bewachte Durchgänge für Händler und Versorgungslinien hat. Obwohl der Gouverneur und andere Adelsfamilien den Planeten beherrschen, sind sie auch abhängig von der darunter liegenden Hive City, da dort die Industrieanlagen, Kraftwerke und lebenserhaltenden Systeme des Hives liegen. Hive City wiederum ist zwischen sechs Häusern aufgeteilt, die diese Ressourcen kontrollieren, um zu überleben. Ihr seht schon: Necromunda: Hired Gun ist zwar ein zackiger, abgedrehter Shooter, der aber satt Substanz hat. Dafür nutzt man die Welten von Warhammer 40K, die einfach großartig geschrieben sind und unglaublich viele abstruse Ideen haben. Einige sehr spannend, weil sich hier komplexe Ränkespiele im Stil von Game of Thrones anbahnen. Andere gemein, etwa explodierende Ratten, die als Granaten missbraucht werden.

Hive Prime und Hive City: Was für eine Atmosphäre

Der Titel spielt unter der Planetenoberfläche, entsprechend erinnert die Atmosphäre an Metro: Last Light. Die Figuren sind aber ähnlich crazy wie in Rage 2.

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Das Leben in Hive City ist sehr gefährlich und rau, die Bewohner sehen nie das Tageslicht, atmen schlecht aufbereitete Luft und leben meistens zwischen Industrieabfällen und anderen Giften, die entweder von oben oder unten durch den Hive sickern. Das ist schon in den ersten Gameplay-Szenen richtig schön und unfassbar atmosphärisch umgesetzt – auf bizarre Art natürlich, wie wir das von Warhammer kennen. Hunde, denen die Beine verätzt wurden, werden Stahlprothesen ins Fleisch eingeschraubt. Und Stahlgebisse, damit Wauwau zum Kampfhund mutieren kann. Wird super spannend, inwiefern sich die Entwickler vielleicht sogar in den Underhive wagen, in der die Gesetzlosen und Ausgestoßenen leben. Ganz am Boden angekommen, befindet sich der Sumpf, eine nicht weiter definierbare Masse aus kollabierten Konstruktionen, in der Mutanten und andere Schrecken darauf warten, unachtsame Besucher zu verschlingen. Während man im Underhive mit viel Überlebenswillen noch eine Chance hat zu überleben, so ist der Sumpf eine reine Todeszone.

Nicht nur gibt es ein sattes Waffenarsenal, sondern auch kybeneretische Upgrades. Etwa einen Roboter-Arm, der uns im Transformers-Stil brutal harte Faustschläge verleiht.

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Spielen werden wir einen Auftragskiller, weil Moral in Warhammer-Welten eher ein Wort der grauen Vorzeit ist. Wir werden also von den Fraktionen bezahlt, die Bosse der jeweils anderen um die Ecke zu bringen. Mit pumpendem Soundtrack und einem Waffen-Arsenal, das fast so eine schöne Mischung zwischen Doom Eternal, Unreal Tournament und Warhammer bereithält. Da gibt’s die abgesägte Shotgun, Sturmgewehre, MP5s oder Plasma-Waffen, die exklusiv vom House Esher verkauft werden. Es gibt aber auch schwere Bolter und einen Haufen Klingen – Breit- und Langschwerter, Kettenschwerter – was man eben so liebt in den blutigen Welten des Warhammer-Universums. Der erste Trailer fasst es schön so zusammen: „Es ist ein Ort des gesetzlosen Bandenkrieges, der eine Gesellschaft aus Plünderung, Verbrechen und Korruption zusammenhält. Es ist verdammt gut fürs Geschäft.“

Die Fraktionen von Necromunda Hired Gun im Überblick

Im Underhive, unter dem Mega Hive ist die Luft verpestet und es trieft Giftmüll aus allen Ecken. Entsprechend tragen die Bewohner hier Masken, gegen die sind unsere FF2-Corona-Dinger noch angenehm.

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House Orlock

Die Orlocks sind für die Produktion des größten Teils des Eisens im Hive Prime verantwortlich, was dem Haus den Beinamen "Haus des Eisens" eingebracht hat. Sie halten auch das Monopol auf die Konvois, die die Aschewüsten-Halden beliefern. Von allen Clans hat Haus Orlock den größten Einfluss auf die Aschewüsten zwischen den Hives. Neben dem Bergbau überwacht Haus Orlock auch die Alkoholbrennereien von Wild Snake. Die Orlocks haben eine langjährige Rivalität mit dem mysteriösen Haus Delaque, da sie eine Fabrik der Delaques sabotierten, was dazu führte, dass die Delaques einen sehr lukrativen Geschäftsvertrag mit dem Adelshaus Ulanti verloren. Als die Orlocks stattdessen den Vertrag erhielten, eskalierten die Dinge nur und die Delaques rächten sich, indem sie Lord Hagan Orlock ermordeten. Die Chance, dass beide Häuser das Kriegsbeil begraben, ist verschwindend gering. Was die anderen Häuser angeht, so haben die Orlocks ein überraschend gutes Verhältnis zum matriarchalischen Haus Escher, da die Orlocks Frauen traditionell gut behandeln und respektieren, besonders im direkten Vergleich zu anderen Fraktionen.

Die Ladies sind Profi-Dealer und die einzige Fraktion mit Zugriff auf Plasma-Waffen. Und der Attitüde von Sharon Stone in Mad Max: Fury Road.

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House Escher

Eine rein weibliche Fraktion von Chem-Dealern und Schlimmeren, schließlich haben sie Zugang zu Plasmawaffen. Haus Escher ist das älteste Clan-Haus auf Necromunda und kann seine genetische Stärke sogar bis ins Jahr M32 zurückverfolgen, als legendäre Kriegerinnen, bekannt als die Klingen, dem Planeten erstmals ihren Stempel aufdrückten. In den dazwischen liegenden Jahrtausenden haben sie viele Erfolge gefeiert und viele Niederlagen erlitten. Kriege mit dem Haus Goliath tobten immer wieder, bis zur Großen Vergiftung während der Mynerva-Hungersnot, die Tausende von Goliath-Kriegern tötete und sie in den anschließenden Kämpfen fast vollständig auslöschte. Während M39 wurde das Haus jedoch mit dem Fleischfluch infiziert, und etwa neun von zehn männlichen Kindern starben, bevor sie ihren zweiten Zyklus erreichten. Andere Clans versuchten, ihre geschwächte Position auszunutzen, und das Haus der Klingen erlitt viele Verluste. Es wurde den Matriarchen des Clans überlassen, die Führung zu übernehmen, und im Laufe der Jahre haben sie sich mit subtilen und gewaltsamen Mitteln ihren Platz unter den Clan-Häusern zurückerobert. Sie sind wahrlich die Erben der ursprünglichen Klingen auf Necromunda.

Schwer gepanzerte Elitesoldaten, die fast übermenschliche groß und stark sind. Denen möchte man nicht im Dunkeln im Underhive begegnen.

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House Goliath

Das Haus Goliath wurde ursprünglich im frühen M40 von den Herrschern von Necromunda als Sklavenrasse erschaffen, die in den Raffinerien und Schmieden der Welt schuften sollte. Es fiel Haus Van Saar und Haus Escher zu, zu versuchen, einen neuen Stamm der Menschheit für diese Aufgabe zu manipulieren. Sie sind dazu bestimmt, in Bereichen zu arbeiten, in denen normale Menschen nicht überleben könnten. Sie wirken durch ihrer Größe und Stärke unmenschlich, aber dennoch gnadenlos gerissen und einfallsreich. Ihre Schöpfer Van Saar und Escher hielten sie für fügsam, aber im Jahr M40 begannen sie nach dem Tod von Necromundas Herrscher Alberoth Helmawr einen Aufstand. Die neue Herrscherin von Necromunda Lady Jeuns Helmawr hielt eine Sklavenrasse für ineffizient und antiquiert und so hielt sich die Obrigkeit aus der Goliath-Revolte heraus. Im Hundertzyklischen Krieg von Hive Prime schloss Haus Van Saar ein Bündnis mit dem Haus Goliath und die beiden begannen einen Krieg gegen das Haus Escher und dessen Verbündete. Wer hier an ein Game of Thrones der Warhammer-Welt denkt, der dürfte genau richtig tippen.

Necromunda: Hired Gun erscheint am 01. Juni 2021 für PC, Xbox Series X/One X, PS4 sowie Playstation 5.

Siehe auch : Total War Warhammer 3: Götter des Chaos - Alle Details